Rheinfelden Hoffen auf einen positiven Wandel

Rheinfelden - Wehmut schwingt mit, wenn Karl-Wilhelm Frommeyer an den Förderverein Schloss Beuggen denkt. Der langjährige Vorsitzende muss die letzten Schritte der Abwicklung zur Auflösung des Vereins mit dem Registergericht und dem Finanzamt hinter sich bringen. Nach 30 Jahren hatte die Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereins beschlossen. Denn: Nach dem Verkauf von Schloss Beuggen waren die meisten Tätigkeitsfelder für den Verein entfallen.

1990 war’s, als der Verein – damals noch unter dem Namen Freundeskreis Schloss Beuggen – aus der Taufe gehoben wurde. Der Name Förderverein kam erst 2018 ins Spiel. Zentrales Anliegen des Vereins war die Unterstützung der Evangelischen Tagungs- und Begegnungsstätte, die in Schloss Beuggen – das damals noch der Evangelischen Landeskirche gehörte – beheimatet ist. „In den zweieinhalb Jahrzehnten haben wir Einiges auf die Beine gestellt“, blickt Frommeyer zurück. Er bescheinigt den beteiligten Akteuren eine sehr gute Zusammenarbeit.

So wurde etwa ein neuer Internetauftritt der Tagungsstätte mitfinanziert, anschließend gab es personelle Hilfe bei dessen Pflege. Zweimal wurden Schlossführer-Publikationen aufgelegt. Regelmäßig wurden öffentliche Schlossführungen angeboten, es wurden sogar eigene Schlossführer ausgebildet.

Bei Veranstaltungen und Festen halfen die Mitglieder des Vereins bei der Bewirtung. Mitgewirkt hat der Verein auch bei Konzerten und Gottesdiensten. Öffentlichkeitswirksam wurde die Ausstattung des Restaurants im Schloss 2005 mit der Spendenaktion „Ein Stuhl für Beuggen“ unterstützt.

Finanziert wurde auch eine Beleuchtung, die ein wertvolles Gemälde im historischen Bagnatosaal besser in Szene setzte. Und ab dem Jahr 2008 lagen Gestaltung und Pflege des Biblischen Gartens Beuggen im Schlosspark in den Händen der Vereinsmitglieder – und wurden schnell zu einer Hauptaufgabe.

„Der Garten hat sich zu einem Kleinod und Anziehungspunkt entwickelt“, freut sich der Vorsitzende im Blick zurück. Viele Besucher kamen zum Schloss, um die Ruhe und besondere Atmosphäre des Gartens zu genießen – und wohl auch, um auf dem wunderschönen Weg durch die historische Lindenallee am Rhein zu flanieren.

„Ich bin sehr dankbar für die wunderbare Kooperation mit der Tagungsstätte und die engagierte Mitarbeit und Spendenbereitschaft der Mitglieder“, sagt er. Und so war man schwer enttäuscht, als mit dem Verkauf des Schlosses der Biblische Garten Beuggen nicht mehr von den Vereinsmitgliedern gepflegt werden durfte. Inzwischen ist er verwildert. Hizu kam, dass der Schlosspark für die Öffentlichkeit gesperrt wurde und nun nicht mehr öffentlich zugänglich ist. Es gibt keine Schlossführungen mehr, die Schlosskirche und die Kapelle im Rittersaal sind nicht mehr zugänglich.

Doch auch wenn sich der Verein jetzt aufgelöst hat – eines werden die Mitglieder nicht tun: „Die Hoffnung aufgeben, dass veränderte Umstände neue Möglichkeiten für positive Entwicklungen schaffen können“, versichert Frommeyer.

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