Von Gerd Lustig

Rheinfelden. Schon immer auf seinen Rheinhafen stolz war Rheinfelden. Immerhin werden hier am Start- und Endpunkt der europäischen Rheinschifffahrt zwischen 150 00 und 200 000 Tonnen an Gütern pro Jahr umgeschlagen. Froh war die Stadtverwaltung daher auch, dass der Hafenbetreiber Rhenus Logistics Mitte vergangenen Jahres Sanierungsmaßnahmen startete, die den Hafen noch leistungsfähiger und fit für die Zukunft machen. Rhenus investiert dafür rund 1,5 Millionen Euro.

Das Land Baden-Württemberg fördert die Sanierung mit 345 000 Euro. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer haben sich gemeinsam mit den Hafenbetreibern für das Vorhaben mächtig ins Zeug gelegt. Bis Mitte April sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein. „Wir sind sehr zuversichtlich, den Zeitplan einhalten zu können“, erklärt Jonas Ritter, Teamleitung Hafenlogistik am Standort Rheinfelden. Für Planung und Abwicklung zeichnet das Büro für Baurealisierung in Efringen-Kirchen verantwortlich.

Die teils marode 190 Meter lange Kaimauer ist bereits saniert. Sie erhielt einen etwa 25 Zentimeter starken Vorbau aus Spritzbeton. Die eigentliche Anlegestelle misst 150 Meter. Derzeit wird per Schute und Baggerschiff gearbeitet. Felsnasen und Untiefen im Bereich der Kaimauer werden entfernt, so dass künftig Schiffe im beladenen Zustand mit bis 2,57 Meter Tiefgang näher an den Kai fahren können. „Damit wird dann auch der Kran-Betrieb wirtschaftlicher“, so Ritter. Zudem werden vor der Kaimauer Dalben gesetzt, an denen die Schiffe festmachen können. Zudem bieten künftig Stege zwischen Kai und Schiff einen sicheren Übergang.

„Die jetzt begonnen Sanierungsmaßnahme ist erforderlich geworden, um eine langfristige Erhaltung des Hafens sicherzustellen“, betonte der Rheinfelder Rathauschef. Hintergrund sei die erforderliche Anlieferung von Produkten und Rohstoffen für die in Rheinfelden ansässige Industrie gewesen. So werden beispielsweise von der Firma Aluminium GmbH erhebliche Produktionsteile in die ganze Welt außerhalb Europas verschifft. Der gegebene Schiffsweg in Richtung Rotterdam mit der Verlademöglichkeit im Hafen von Rheinfelden bietet dabei eine zuverlässige und wirtschaftlich tragfähige Transportkette, noch dazu in höchstem Maße umweltverträglich. Dies ersetze eine Vielzahl von sonst notwendigen Lastwagen-Fahrten. „Daher ist die Modernisierung des Rheinhafens eine elementare Maßnahme zur Sicherung des Industriestandortes und ein Beitrag zu einem umweltfreundlichen Güterverkehr“, betonte der Oberbürgermeister.