Rheinfelden Im Kampf gegen den Ärztemangel

Rheinfelden - Ein Augenarzt und kein Dermatologe – die Situation bei niedergelassenen Fachmedizinern in Rheinfelden ist kritisch. Der Gemeinderat wird heute das Thema diskutieren; die Sitzung im Bürgersaal beginnt um 17 Uhr.

Bereits im Januar beschäftigten sich die Kommunalpolitiker mit der Situation. Die Öffentlichkeit hatte im Februar Gelegenheit, sich zu informieren. Damals sagten die Verwaltung und auch die Wirtschaftsförderung weitere Bemühungen für eine Stabilisierung und langfristige Sicherung der Gesundheitsversorgung in der Löwenstadt zu unternehmen.

Corona-Pandemie ändert die Situation

Doch dann kam Corona. Und mit der Pandemie schlossen Praxen oder waren nur eingeschränkt erreichbar. Ein Grund dafür war der Mangel an Schutzkleidung für das medizinische Personal. Doch durch die Vermittlung des Amts für Familie, Jugend und Senioren konnte über einen privaten Hersteller zu vernünftigen Preisen dies behoben werden einschließlich in den Rheinfelder Alten- und Pflegeheimen.

Ein weiteres Problem war der Aufbau und die Koordination von Testkapazitäten. Hier unterstützte die Verwaltung eine Initiative von Ärztesprecher Ludwig Fritze. Auch hier standen die Mitglieder der medizinischen Berufe sowie die Heimbewohner im Mittelpunkt.

Gespräche und Entwicklungen

Während der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses, der sich ebenfalls des Themas angenommen hat, konnte Wirtschaftsförderer Elmar Wendland dem Gremium von verschiedenen Gesprächen mit lokalen Akteuren des Gesundheitswesens berichten. So gab es einen Austausch mit Peter Mast, dem Geschäftsführer des „Gesundheitscampus’ Bad Säckingen“. Hinter dieser Einrichtung verbirgt sich ein Ärztezentrum mit ambulantem Operationsbereich. Durch eine Kooperation mit niedergelassenen Ärzten sollen dem Campus auch Patienten außerhalb des unmittelbaren Umfelds zugewiesen werden.

Als positive Entwicklung sieht die Stadtverwaltung die Eröffnung des medizinischen Versorgungszentrum unter der Leitung von Tibor Bojti im Hochrhein-Center II. Durch diese Kapazitätsbündelung können Räumlichkeiten besser und Geräte gemeinsam genutzt, zudem Ausfälle besser überbrückt werden. Im Zuge dieser Konzentration entstand indes in Herten ein Bedarf, da die dortige Hausarztpraxis aufgelöst wurde. Hier bemüht sich die Wirtschaftsförderung aber um eine Lösung für eine wohnortnahe Versorgung.

Situation am Kreiskrankenhaus

Die Situation am Kreiskrankenhaus hat sich mittlerweile wieder entspannt. Aber die Corona-Pandemie hatte auch Auswirkungen. So mussten wegen eines hohen Krankenstandes Patienten und Personal nach Lörrach und Schopfheim verteilt werden. Im Frühherbst wurde dann das Ausscheiden von Orthopädie-Chefarzt Stefan Endres bekannt. Was in der Rheinfelder Bevölkerung wieder Ängste vor einer vorzeitigen Schließung des Hauses laut werden ließ. Doch Bernhard Hoch, Geschäftsführer Medizin, sicherte im Gespräch mit unserer Zeitung der Klinik den Bestand bis zur Eröffnung des neuen Zentralklinikums in Lörrach im Jahr 2025 zu.

Die Lücke durch den Weggang des Orthopädie-Chefarztes könnte unmittelbar danach zumindest zeitweise geschlossen werden: Der langjährige Chef der Unfallchirurgie, eigentlich schon im Ruhestand, übernahm die kommissarische Leitung. Damit könnendie Innere Medizin und die Orthopädische Chirurgie weiterhin als Schwerpunkte aufrechterhalten werden. Hinzu gekommen ist die Akutgeriatrie.

Wie es aber um die zukünftige Nutzung des Hauses steht, ist ungewiss. Derzeit wird ein Gutachten zur Wertermittlung vorbereitet.

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