Rheinfelden Künftiges Energiekonzept steht

Die Oberbadische, 14.02.2018 18:04 Uhr

Auf einer Informationsveranstaltung in Minseln stellten der Projektinitiator, Konzept 21, die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) und der Zweckverband Breitbandversorgung Landkreis Lörrach ihre Pläne für die Energieversorgung und den Glasfaserausbau für das Baugebiet „Weihermatten“ vor.

Rheinfelden-Minseln. Klaus Kruse, Geschäftsführer von Konzept 21, welcher die Erschließung des Baugebietes verantwortet, erläuterte die aktuelle Planung für die Erschließung. Die Entwicklung des Bebauungsplanes befindet sich in den letzten Zügen so dass davon auszugehen ist, dass bis zum zweiten Quartal dieses Jahres die Erschließung und damit die Verlegung der Versorgungsleitungen und der Straßenbau beginnen kann, wie aus einer Pressemitteilung von EWS hervorgeht. Die Konzeption des Baugebietes wurde durch mehrere Bürgerversammlungen begleitet, um Wünsche und Vorstellungen der Bürger in die Planung mit einfließen zu lassen. Ein besonderer Wert bei der Entwicklung des Gebietes wurde auf eine ökologische Energieversorgung gelegt, von der ursprünglich angedachten Lösung mit Wärmepumpen wurde aufgrund von technischen Schwierigkeiten Abstand genommen.

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Energieversorgung

Daniel Weiß, Geschäftsführer der EWS Energie, verantwortet die Energieversorgung des Baugebietes. Die Wärmeversorgung erfolgt mit einer Kombination aus einem mit Holzhackschnitzeln befeuerten Holzkessel und einem Blockheizkraftwerk. Als Ausfallreserve dient ein Ölkessel, der jedoch weniger als zwei Prozent der benötigten Wärme liefert. „Diese Kombination in der Wärmeproduktion ist hocheffizient und gewährleistet eine zuverlässige Wärmeversorgung“, sagte Weiß. Der Südschwarzwald ist eine der zuwachsstärksten Waldregionen Europas, Energieholz ist daher reichlich vorhanden und ermöglicht so regionale Wertschöpfung wie auch eine ausgeglichene CO 2-Bilanz. Eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des ehemaligen Sägewerksgebäudes sorgt für die Stromversorgung der Heizzentrale und des Gebäudes. Wünschenswert wäre, dass alle privaten Investoren ihre neugebauten Dächer nutzen, um eine Fotovoltaikanlage zu installieren, schreibt EWS. Dann würde das Baugebiet zu einer „Plus Energie“ Siedlung werden, die mehr Energie erzeugt als verbraucht. Diese Entscheidung obliegt jedoch dem einzelnen Häuslebauer. Das Wärmenetz wird mit modernster Regeltechnik ausgestattet einerseits um einen optimalen Betrieb zu gewährleisten, andererseits um den Kunden via Internet online Zugriff auf Zählerstände und Einstellungen der Heizungssteuerung zu ermöglichen.

Glasfasernetz

„Wenn schon gegraben wird, dann muss auch eine schnelle Glasfaserverbindung eingebaut werden“, hieß die Botschaft von Thomas Strütt, der den Geschäftsführer des Zweckverbandes Breitbandversorgung, Paul Kempf, vertrat. Der Kreis zählt mit dem Aufbau eines landkreisweiten Glasfasernetzes zu den Vorreitern, um allen Bürgern einen schnellen Zugang zum Internet zu ermöglichen. Der Zweckverband hat in den vergangenen zwei Jahren bereits hunderte von Kilometern an Leitungen verlegt und verfolgt das Ziel, innerhalb der nächsten 15 Jahre jedes Gebäude im Landkreis an das „schnelle Internet“ anzuschließen. Bei der Erschließung des Baugebietes wird selbstverständlich die entsprechende Infrastruktur mitverlegt, heißt es weiter.

Nachbarschaft

Die Veranstaltung war insbesondere von den Nachbarn des geplanten Baugebietes besucht. Für alle Nachbarn besteht die Möglichkeit, von der neuen Infrastruktur zu profitieren, für die angrenzenden Straßenzüge wird der Anschluss an das Wärmenetz und an das Glasfasernetz zu identischen Konditionen wie im Baugebiet angeboten. Voraussetzung für dieses Angebot ist das eine ausreichende Anschlussdichte erreicht werden kann. „Für einen einzelnen Anschluss können wir nicht 200 Meter der Straße aufreißen“, betonte Weiß.