Zwei gute und eine schlechte Nachricht hatte Hauptamtsleiter Hanspeter Schuler für den Hauptausschuss: Während immer mehr Passagiere die Verbindung nach Steinen nutzen, kommt der Rufbus nicht auf die Beine. Indes: Der Stadtbus verzeichnet stetigen Zuwachs.

Von Ulf Körbs

Rheinfelden. Die positiven Effekte führte Verkehrsplaner Ulrich Grosse, er sollte zum Thema „Bürgerbus“ refieren (wir berichten noch), auf die Vernetzung der Linien zurück. Dabei betonte Schuler, dass die Dinkelberglinie auch von ihrer Weiterführung nach Steinen Nutzen ziehe.

Linien 7307 und 7312

Zählungen ergaben, dass die Linie 7307 täglich von 233 Personen genutzt wird, was im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von vier Prozent entspricht. „Das ist sehr gut“, urteilte Schuler. Ähnliches gibt es auch über die grenzüberscheitende Stadtbuslinie 7312 zu berichten. Hier stiegen die Passagierzahlen in den zurückliegenden drei Jahren um 25 Prozent. Nicht nur angsichts dieser Entwicklung schlug die Verwaltung vor, dem Gemeinderat für seine Sitzung am kommenden Donnerstag zu empfehlen, beide Verträge mit dem Betreiber SWEG bis ins Jahr 2022 zu verlängern. Dann soll es auf Kreisebene zu einer neuen Streckenbündelung kommen. Diesem Vorschlag kam das Gremium einhellig nach, auch wenn Alfred Winkler (SPD) die Steigerungen beim Dinkelbergbus eher zurückhaltend beurteilte.

Rufbus

Ein vollkommen gegenteiliges Bild musste der Hauptamtsleiter beim Rufbus schildern. Der fährt in den Nächsten auf Samstag und Sonntag in zwei Schleifen vom Busbahnhof in Rheinfelden ab.

Dabei ist der Fahrer am Freitag und am Samstag für die Bestellung telefonisch erreichbar oder per Handy mittels der „App durch die Nacht“. Diese wurde unter der Leitung von CDU-Stadtrat Eckhart Hanser, der an der Dualen Hochschule (DHBW) unterrichtet, von DHBW-Studenten entwickelt. Man war bei ihrer Einführung davon ausgegangen, dass gerade dieses „jugend-gerechte“ Medium dem – eigentlich seit Einführung – vor sich hindümpelnden Angebot mehr Nachfrage bescheren würde. Doch das ist laut Schuler „verpufft“. Denn er musste berichten: Im laufenden Jahr haben gerade einmal 179 Fahrgäste den Rufbus genutzt. Das entspricht rund 3,73 Passagiere pro Abend. Und für jeden muss die Stadt um die 35 Euro berappen. Dazu meinte Verkehrsplaner Grosse: „Damit ist die Schmerzgrenze deutlich überschritten. Ein Taxi wäre vielleicht günstiger.“

Trotzdem schlug der Hauptamtsleiter eine nochmalige Überprüfung zum Jahresende vor. Dann sollte der Gemeinderat entscheiden, ob das jederzeit kündbare Angebot eingestellt wird oder nicht. Damit zeigte sich Karin Reichert-Moser (Freie Wähler) und die Sprecher der anderen Fraktionen nicht einverstanden. Während Anette Lohmann (Grüne) vorschlug, den Stadtbus bis 22 Uhr fahren zu lassen, erinnerte Reichert-Moser daran, dass man sich einig war, bei keinen Verbesserungen den Rufbus einzustellen. Oberbürgermeister Klaus Eber­- hardt schlug als Kompromiss vor, zum Jahresende aufzuhören und die Verwaltung auf die Suche nach Alternativen zu schicken. Dem konnte das Gremium einstimmig folgen.