Rheinfelden Lücke geschlossen

Die Oberbadische
Martina Warkosch und Frank Meißner freuen sich, dass es jetzt auch in Rheinfelden eine Gruppe für Kinder suchtkranker Eltern (KiSEL) gibt. Foto: Gerd Lustig Foto: Die Oberbadische

Rheinfelden (lu). Kinder und Jugendliche suchtkranker Eltern (KiSEL) haben jetzt auch in Rheinfelden eine feste Anlauf- und Beratungsstelle. Nachdem die finanzielle Zusage durch die Kinderhilfsaktion „Herzenssache“ für eine 0,25-Stelle in trockenen Tüchern war, wurde seit Juni erfolgreich eine neue KiSEL-Gruppe mit aktuell acht Kindern aufgebaut. „Wir freuen uns, dass wir damit eine wichtige Lücke schließen konnten“, betonten jetzt Frank Meißner, Leiter der Jugend- und Drogenberatungsstelle Lörrach, sowie Martina Warkotsch, Erzieherin und Entspannungspädagogin, die für die Gruppe in Rheinfelden zuständig ist.

Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre befristet und mit einem Budget von 37  000 Euro ausgestattet. Die Gruppe trifft sich jeweils freitags von 15 bis 16.30 Uhr im Jugendhaus im Tutti-Kiesi-Areal, wo die Stadt Rheinfelden die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellt.

Die KiSEL-Gruppen für verschiedenste Altersstufen unterstützen Kinder und Jugendliche suchtkranker Eltern in erster Linie dabei, sich mit der besonderen Lebenssituation durch die Sucht der Eltern sowie mit den Herausforderungen in der Schule und im Freundeskreis auseinanderzusetzen. „Spielerisch und kindgerecht versuchen wir, dass die Kinder Zugang zur Sucht bekommen“, betont Martina Warkotsch.

Die Kinder werden darin unterstützt, eigene Fähigkeiten wahrzunehmen und zu entdecken. Da werden Gefühle thematisiert, Fragen und Probleme der Kinder ernst genommen. „Es gilt, die Kinder in einem Leben der Unzuverlässigkeit zu begleiten“, sagt Frank Meißner. Vielfach komme schlicht und einfach das Kindsein zu kurz. Mut machen, stark machen, Kind sein können: Das sind daher die Ziele der KiSEL-Gruppen.

Ganz wichtig bei dem Projekt sind natürlich die Eltern. Nach einem Vorabgespräch zu Beginn finden in regelmäßigen Abständen von vier bis sechs Wochen weitere Elterngespräche statt. Grundsätzlich gehe es nicht darum, eine Behandlung von Suchterkrankten zu leisten, sondern den Eltern zu vermitteln, wie sie trotz der Sucht gute Eltern sein können. „Wichtig ist stets das Vermitteln, dass das Kind im Vordergrund steht“, so Meißner.

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