Rheinfelden „Morgenrot“ liegt oft im Schatten

Jugendreferatsleiter Andreas Kramer (links) und SAK-Betreuer Dirk Eckenfels (dritter von links) stellten sich im Jugendkeller „Morgenrot“ den Fragen der Hertener Ortschaftsräte. Foto: Heinz Vollmar

Rheinfelden-Herten - Die Mitglieder des Ortschaftsrates Herten wünschen sich für den Jugendkeller „Morgenrot“ höhere Besucherzahlen, vor allem von Hertener Jugendlichen.

Bei einer Besichtigung zeigten sich die Räte am Montag zwar überrascht und erfreut über das tolle Ambiente, stellten aber auch Fragen, wie man mehr Jugendliche für den „Keller“ begeistern kann.

Mehr als 30 000 Euro in den Treff investiert

Rede und Antwort standen beim Besuch im Morgenrot die Vertreter des SAK, der seit dem Jahr 2016 für die Betreuung im Jugendkeller zuständig ist. Zuvor erklärte der Leiter des Jugendreferats der Stadt, Andreas Kramer, dass man zunächst den Jugendkeller mit einem Kostenaufwand von mehr als 30 000 Euro aufgepäppelt habe. Dirk Eckenfels vom SAK sagte, dass man den Billardtisch neu bezogen, neue Theke angeschafft habe und auch Umstellungen vorgenommen habe. Dies habe auch dazu geführt, dass man nun einen Nebenraum „zum Abhängen“ und als Rückzugsort zur Verfügung habe.

Laut Angaben der SAK-Verantwortlichen besuchen rund sieben Jugendliche den Treff.

Die SAK-Vertreter verwiesen auch auf die anderen Örtlichkeiten, wie in Grenzach, im Rheinfelder Tutti-Kiesi-Areal und auch in Karsau, wo sich die Jugendlichen treffen. Für Herten will man nun weitere Kontakte zu Vereinen und zu den Schulen knüpfen, um das Morgenrot attraktiver zu machen. Darüber hinaus sollen Filmabende, Billard- und Dart-Turniere sowie andere Aktivitäten mehr Jugendliche anziehen.

Jugendliche zeigen sich beeindruckt

Die wenigen Jugendlichen, die beim Besuch des Ortschaftsrates zugegen waren, zeigten sich indes sehr beeindruckt vom Ambiente und von den Spielmöglichkeiten im Jugendkeller. Einige von ihnen kamen sogar mit dem Fahrrad von Karsau und Rheinfelden.

Warum gibt es so wenig Nachfrage?

Im Mittelpunkt der Diskussion zwischen den Ortschaftsräten und den SAK-Vertretern standen derweil Fragen und Erklärungsversuche, warum der Besucherzuspruch für den Jugendkeller insgesamt nur so gering ist und warum aus Herten und Degerfelden nur wenige den Weg ins „Morgenrot“ finden. Eric Bintz vom SAK ging diesbezüglich auf sich verändernde Cliquenprofile genauso ein wie auf eine heutzutage sehr viel flexiblere Entscheidungsfindungen zur Frage, wo man als Jugendlicher überhaupt hingehe.

Mehr Besucher könnten zu mehr Beschwerden führen

Gleichzeitig verwies er auf etwaige negative Begleiterscheinungen wie Beschwerden durch die Nachbarn, sollten man wie vom ein oder anderen Ortschaftsrat gewünscht, 25 bis 30 Jugendliche im Keller betreuen müssen. Da helfe auch nicht unbedingt mehr Geld für mehr SAK-Betreuer, wie vorgeschlagen wurde.

Toleranz soll für mehr Frequenz sorgen

Andreas Kramer vom Jugendreferat und auch die Betreuer des SAK setzen daher auch weiterhin auf eine Kultur der Toleranz und der gegenseitigen Akzeptanz im Jugendkeller „Morgenrot“, sodass sich auch verschiedene Cliquen von Jugendlichen gleichzeitig dort wohlfühlen können. Ortschaftsrätin Sandra Bieniek (FW) schlug vor, im „Morgenrot“ doch einfach einmal eine Fete zu veranstalten, so etwas würde doch generell in Herten und Umgebung fehlen.

Ob es soweit kommt, bleibt abzuwarten, denn entgegen den turbulenten Zeiten, in denen Negativschlagzeilen das Geschehen im Jugendkeller bestimmten, ist man heute froh, dass es seit einiger Zeit sehr ruhig um das „Morgenrot“ geworden ist.

Der Ortschaftsrat will sich nun gegen Ende dieses Jahres noch einmal ein Bild vom Jugendkeller machen und vor allem die tatsächlichen Besucherzahlen bis dahin beurteilen.

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