Rheinfelden Rückschritt statt Integration befürchtet

Der muslimische Kindergarten soll auf dem Areal der Alperenler-Moschee gebaut werden (Archivfoto). Foto: Die Oberbadische

Rheinfelden -  Die Schaffung von Kita-Plätzen bleibt eine Mammutaufgabe mit Kosten in Millionenhöhe. In Rheinfelden fehlen rund 300 Plätze für den Zeitraum der nächsten fünf bis zehn Jahre, hat Armin Zimmermann, Leiter des Amtes für Familien, Jugend und Senioren, ermittelt. An acht Standorten, die meisten davon auf dem Dinkelberg, soll gebaut, saniert oder erweitert werden.

Der Sozialausschuss hatte die Kindergartenbedarfsplanung nun erneut auf dem Tapet. Das Gremium nahm die teils überarbeiteten, ergänzten und auch neuen Planungen weitgehend zustimmend zur Kenntnis.

Jetzt soll in den Fraktionen sowie später auch in der Klausur des Gemeinderates im November nochmals genauer diskutiert werden, ehe eine Entscheidung zum Fahrplan der Realisierung von Kita-Plätzen entschieden wird.

Kita „Tulpengarten“ nach Mannheimer Vorbild

Vorerst aber soviel: Während das neu auf den Tisch gekommene Projekt eines Waldkindergartens bei Nordschwaben allseits begrüßt wurde, gab es im Ausschuss doch einige Vorbehalte gegen den geplanten Bau eines zweigruppigen muslimischen Kindergartens auf dem Grundstück der Alpe­renler-Moschee. Unter muslimischer Trägerschaft soll dort bis zum dritten Quartal 2022 für rund 1,5 Millionen Euro eine Kita mit dem Namen „Tulpengarten“ entstehen. Sie soll sich vom pädagogischen Konzept her an einem solchen Kindergarten in Mannheim orientieren, wie der eigens angereiste Geschäftsführer Faruk Sahin im Ausschuss erklärte.

Geführt als Ganztagesbetrieb, soll neben der Förderung der deutschen Sprache, der Integration, der spielerischen Kreativität und der Vorbereitung auf die Einschulung auch der religiöse Aspekt des muslimischen Glaubens und Gebetes berücksichtigt werden.

Genau wegen dieses Aspektes befürchten nun etliche Mitglieder des Sozialausschusses eher einen Rückschritt in Sachen Integration, zumal auch in Mannheim, wie Sahin sagte, von 40 Kindern 37 aus Familien muslimischen Glaubens sind. Von „Insellösung“ und „Ausgrenzung“ war daher im Ausschuss die Rede. Argumente, die selbst Sahin nicht vollends vom Tisch wischen konnte. Und das heißt: Es wird noch Gesprächsbedarf in der Zukunft geben.

Sonstige Ausbaupläen wohlwollend begrüßt

Wohlwollend zur Kenntnis genommen hat der Sozialausschuss derweil die weiteren Pläne, das Kita-Angebot auf dem Dinkelberg auszubauen. So soll es nicht nur Anbauten und Erweiterungen in Karsau (Bienenkorb) und Minseln (St. Elisabeth) geben, sondern auch in Eichsel (Sonnenschein). Lediglich Adelhausen bleibt außen vor.

Weitere Plätze sind beim evangelischen Pauluskindergarten angedacht sowie vor allem in Herten. Hier sind in der alten Schule insgesamt 95 neue Plätze mittelfristig kalkuliert.

Eine Erweiterung des Kinderhauses Osypka ist aber aus Verkehrsgründen problematisch. Erwünscht wäre weiterhin ein neuer Hort im Bereich Römerstraße, also dort, wo derzeit ein neues Quartier als Nachverdichtungsprojekt zwischen Müßmatt-, Römer-, Nollinger und Hardtstraße entsteht, wie es im Ausschuss hieß.

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