Rheinfelden Schulsozialarbeit wird ausgebaut

Auch am Georg-Büchner-Gymnasium hält mit Beginn des kommenden Schuljahres die Schul sozialarbeit Einzug. Foto: Gerd Lustig Foto: Die Oberbadische

Rheinfelden (lu). Nachdem an vier Rheinfelder Schulen bereits seit Jahren von Fachkräften der Jugendhilfe die sozialpädagogische Arbeit geleistet wird, kommt jetzt auch das Georg Büchner-Gymnasium (GBG) mit einer 50 Prozent-Stelle hinzu. Gleichzeitig wird das Kontingent an der Goetheschule auf 100 Prozent aufgestockt.

Für dieses Vorgehen ab dem Schuljahr 2015/16 gab es im Gemeinderat einstimmig grünes Licht. In der vergangenen Woche hatte sich bereits der Hauptausschuss dafür ausgesprochen.

„Schulsozialarbeit ist eigentlich eine Standardvoraussetzung für den heutigen Schulbetrieb“, hatte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt die Notwendigkeit der Ausweitung begründet. „Alleine schaffen wir die in diesem Bereich zu leistende Arbeit nicht mehr“, erklärte Hubert Wischnewski, Direktor am GBG, und verwies auf eine ausgebildete Beratungslehrerin, die feste Sprechstunden anbietet.

Bislang hatte die Stadt zwei volle Stellen an der Schiller-, jeweils eine an Goethe- und Realschule sowie 50 Prozent an der Hans-Thoma- und 40 Prozent an der Eichendorffschule eingerichtet. Mit den beiden neuen Stellen auf ein Kontingent von 6,4 Stellen erfährt die Schulsozialarbeit eine deutliche Aufwertung.

An der Goetheschule läuft die Schulsozialarbeit unter der Regie des SAK Lörrach, am Gymnasium künftig unter der Federführung des Caritasverbandes als präventives Angebot der Jugendhilfe. Die Stadt kostet die Sache jährlich rund 31 000 Euro, dies indes vorbehaltlich der zu erwartenden Zuschüsse vom Landkreis Lörrach sowie auch des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales (KVJS). Die Verwaltung ist beauftragt, über die jeweiligen Träger der Schulsozialarbeit die Förderung beim Sozialministerium zu beantragen.

„Wir können uneingeschränkt zustimmen“, erklärte Regina Wessely für die SPD-Fraktion. Die Probleme im sozialen Bereich seien inzwischen in allen Schularten angekommen. Mit der Drittelfinanzierung von Stadt, Landkreis und Land via Kommunalverband könne man gut leben. „Schulsozialarbeit ist zukunftsfördernd im Schulalltag und fördert gleichsam die Chancengleichheit“, betonte Annette Lohmann (Grüne). Mit zwei weiteren Stellen sei man in Rheinfelden künftig gut ausgestattet und setze damit ein Zeichen in Richtung der Marke „Familienfreundlichkeit“. Ellen Haubrichs (fraktionslos) hält die Schulsozialarbeit für äußerst wichtig. Das vor Jahren eingeführte Angebot habe „manchem so Manches erspart“.

„Die jetzige Aufstockung ist eine absolute Notwendigkeit“, befand auch Karin Reichert-Moser (Freie Wähler). Man müsse der Veränderung der Gesellschaft Rechnung tragen und bei der Überforderung der Kinder und den realitätsfernen Ansprüchen von Eltern gegensteuern. „Kinder gehen in großen Systemen sonst unter“, sagte Reichert-Moser. Für Paul Renz (CDU) schließlich ist Schulsozialarbeit „gelebter Alltag in der Schule“. Dass sie auch am Gymnasium nötig ist, überrasche ihn nicht. Auch an Kaufmännischen Schulen habe sich das Angebot bewährt und sei nicht mehr wegzudenken.

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