Rheinfelden Unverzichtbares Angebot für Jugend

SAK-Geschäftsführer Jürgen Rausch (von links) erläuterte die Folgen der Zuschussstreichung für Jugendfreizeiten den Politikern Christof Nitz, Margarete Kurfeß, Tanja Reinhardt-Albiez sowie Jonas Hoffmann.Foto: Heinz Vollmar Foto: Die Oberbadische

Der Soziale Arbeitskreis (SAK) Lörrach wird künftig keine finanziellen Mittel mehr für Familien-und Jugendfreizeiten aus dem Kreishaushalt erhalten. Bei einer Jugendfreizeit auf dem Rührberg, das Haus liegt aber auf Hertener Gemarkung, erläuterte SAK-Geschäftsführer Jürgen Rausch den Landtagskandidaten Christof Nitz (CDU), Jonas Hoffmann (SPD) sowie den Kreis- und Gemeinderätinnen Margarete Kurfeß und Tanja Reinhardt-Albiez (Grüne) die Folgen.

Rheinfelden-Herten (mv). Laut Rausch muss der SAK fortan auf rund 25 000 bis 30 000 Euro an Zuschüssen pro Jahr für die Freizeiten verzichten. Dies sei mithin den Einsparungen im Sozialbereich des Kreishaushalts geschuldet. Daher stehe man jetzt vor einer echten Herausforderung und der Frage, wie man dennoch die bisherigen Aufgaben und auch die so wichtigen Freizeiten aufrechterhalten könne. Dies sei umso schwieriger, als in Corona-Zeiten auch die Spendengelder gegen Null gegangen seien.

Unschöne Situation für Jugendliche

Für die davon betroffenen Jugendlichen, die gegebenenfalls künftig nicht mehr von den SAK-Jugendfreizeiten profitieren könnten, würde dies eine unschöne Situation bedeuten. Rausch bezog sich damit auf eine ganze Palette an negativen sozialen Folgen für die Jugendlichen, die erkennbar auch während der Corona-Pandemie deutlich werden und bereits deutlich wurden.

Insgesamt profitierten bisher rund 100 Jugendliche und bis zu 50 Familien von den Angeboten, die auch künftig in der näheren Umgebung stattfinden sollen. Der SAK-Geschäftsführer verwies auch auf die wichtigen integrativen Maßnahmen wie der Tanz-Pädagogik im Alten Wasserwerk, wo sich Kinder und Jugendliche aus allen gesellschaftlichen Schichten treffen und voneinander profitieren können. Durch die Kürzungen könnten gerade Menschen abgehängt werden, denen es ohnehin nicht so gut geht, hielt Rausch fest. Dies gelte vor allem für Kinder und Jugendliche, die auf keinen Fall verlorengehen dürfen.

Jugendfreizeiten nach wie vor wichtig und wertvoll

Christof Nitz begrüßte die Initiative des SAK. Schließlich würden die Kürzungen aus dem Kreishaushalt auch Folgen haben, die auch sozialethische Fragen aufwerfen würden. Er rief dazu auf auch zu prüfen, ob das Land gegebenenfalls mit etwaigen Fördergeldern helfen könne.

Jonas Hoffmann erinnerte indes an seine einstigen Jugendfreizeiten. Diese seien heute wie damals wichtig und wertvoll. Margarete Kurfeß sagte, dass sie selbst und andere Politiker nun aufgerufen seien, Mittel und Wege zu finden, um die Kürzungen auszugleichen.

Tanja Reinhardt-Albiez forderte indes dazu auf, auch neue Formate im Rahmen der Jugend- und Familienfreizeiten zu entwickeln.

Angebot digitaler Alternativen unverzichtbar

Dass dies bereits in digitaler Form geschahs skizzierten Richard Jung (Leiter Bereich Jugend beim SAK) und Natalie Rimkus vom Kinderbüro des SAK. Doch auch sie forderten das Beibehalten der Freizeiten, die sie als unverzichtbar, allein wegen der sozialen Kontakte, bezeichneten.

Hautnah miterleben konnten die Gesprächsteilnehmer die Bedeutung der Freizeiten vor Ort, wo zeitgleich eine Jugendfreizeit mit Erlebnispädagogik stattfand. Zudem sei das Thema Verantwortung ein zweiter sehr wichtiger Punkt, meinte Richard Jung. Gerade ältere Jugendliche würden bei den Freizeiten lernen, was es konkret bedeutet, Verantwortung zu übernehmen.

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