Von Uli Nodler

Steinen-Höllstein. Am Ende sind sich in der Höllsteiner Wiesentalhalle alle in den Armen gelegen: Stefan Kilchling sei Dank. Der Greco-Weltergewichtler wuchs im letzten Kampf des Abends über sich hinaus, machte mit einem 12:1-Punktsieg den drei Punkte-Rückstand wett. So durfte die WKG Weitenau-Wieslet in ihrem ersten Saison-Heimkampf über ein 14:14-Unentschieden gegen den starken Aufsteiger KSV Hofstetten jubeln.

Auch Coach Kai Vögtlin stand nach dieser dramatischen Schlussphase die Erleichterung ins Gesicht geschrieben: „Stefans Sieg in dieser Höhe war sicherlich nicht zu erwarten. Es war einfach bärenstark, wie er sich in diesem Kampf gesteigert hat. Er war heute der entscheidende Mann.“

Nach zwei Unentschieden rangiert die WKG, die erneut in Bestbesetzung angetreten war, im Mittelfeld der Tabelle. Die Moral des Gastgebers an diesem spannenden Abend war aller Ehren wert. Bis zum phänomenalen Auftritt Stefan Kichlings liefen die Gastgeber stets einem Rückstand hinterher.

Hofstetten führte nach den beiden ersten Kämpfen komfortabel mit 6:0. Routinier Mehmed Mehmed ließ WKG-Talent Nico Streule in der Klasse bis 57 Kilogramm (Greco) bei seinem technisch-überhöhten Punktsieg keine Chance. Schwergewichtler Michael Herzog zog gegen Julian Neumaier den Kürzeren. Auch Halbschwergewichtler und Rückkehrer Marcus Mickein musste die Überlegenheit des Hofstetteners Ion Pislaru anerkennen.

Allerdings gestalteten Greco-Federgewichtler Svetlin Shindov, der punktstärkste WKG-Ringer der vergangenen Saison, und Freistil-Leichtgewichtler Zorhab Ohanian mit ihren klaren Mattenerfolgen den Rückstand mit 7:8 zur Pause erträglich.

Im zweiten Abschnitt stachen beim Gastgeber die Asse Simon Dürr (bis 71 kg) und Dennis Kronenberger (bis 75 kg). Während Dürr in der ungeliebten Greco-Klasse einen 12:4-Vorsprung gegen den konterstarken Dominik Wölfe letztlich noch in einen knappen 14:11-Sieg rettete, glänzte Kronenberger mit einem 6:2-Erfolg gegen Markus Neumaier. Nach den einkalkulierten Niederlagen von Jonas Dürr (86 kg, Greco) und Luca Köpfer (bis 80 kg, Freistil) führte der KSV Hofstetten vor dem letzten Mattenduell mit 14:11. Er hatte die Rechnung aber ohne Stefan Kichling gemacht. Der Greco-Weltergewichtler, vom WKG-Fanklub Roddys frenetisch angefeuert, führte nach 5:27 Minuten mit 6:1. Das reichte noch nicht. In den letzten 33 Sekunden der Kampfzeit überrollte Kilchling den geschockten Fabian Hofer mit drei weiteren Zweier-Wertungen. Das Unentschieden war perfekt.