Ringen Löcher stopfen nicht möglich

Manrikos Theodoridis ist ein Teamplayer: „Er war sich nicht zu schade, die fünf Stunden aus München auf sich zu nehmen, um in der Zweiten auszuhelfen“, freut sich die Sportliche Leitung des TuS Adelhausen. Foto: Mirko Bähr Foto: Die Oberbadische

Der Saisonrückblick der Sportlichen Leitung des TuS Adelhausen fällt nach dem Viertelfinal-Aus insgesamt doch positiv aus. Im Vorfeld hatten sich die Dinkelberger die Playoffs zum Ziel gesetzt. Als Gruppenzweiter erreichte sie der TuS auch. Dann war jedoch Schluss. „Da können wir dann nicht mithalten“, heißt es von Seiten des Vereins.

Von Mirko Bähr

Rheinfelden-Adelhausen. Von einem „Klassenunterschied“ sprechen denn auch die Verantwortlichen. Nicole Oswald, Sascha Keller und Maik Hohler, die für den sportlichen Bereich verantwortlich zeichnen, machen keinen Hehl aus der Überlegenheit Wacker Burghausens. Gegen die Bayern war einmal mehr Endstation. Diesmal schon im Viertelfinale und ohne fragwürdige Begleitumstände. „Wir haben gleich den stärksten Gegner zugelost bekommen“, meinen sie. Gegen Mainz oder Nackenheim wäre es wohl ein Duell auf Augenhöhe gewesen.

Titelverteidiger Burghausen war eine Nummer zu groß: „Die haben 30 Leute im Kader. 15 mit Niveau für die Hauptrunde und 15, die dann erst in der Endrunde ins Team rutschen.“

Das Leistungsgefälle ist im Ringer-Oberhaus enorm. In der Gruppenphase benötigte der TuS, bei dem während der Runde Coach Florian Philipp zurücktrat, nur gegen das Top-Team aus Köllerbach die Bestbesetzung, „und in der Endrunde reicht es dann nicht einmal mit voller Kapelle“, resümiert das Trio. „Eigentlich bräuchten wir zwei Mannschaften. Eine, um den Zuschauern in der Hauptrunde einen attraktiven Kampfabend zu bieten, und eine für die Playoffs, um dort mit Weltklasse-Leuten auch gewinnen zu können.“ Dafür reiche aber leider das Budget nicht. „Deshalb gilt es für uns, irgendwie den Spagat hinzubekommen.“

Adelhausen musste in der heißen Phase auf wichtige Stammkräfte verzichten. Die schwere Verletzung von Peter Öhler trübte schon früh die Saisonaussichten, dann erwischte es noch Stephan Brunner, Alexander Semisorow, Manuel Wolfer und Edgaras Voitechovskis.

Solche Verletzungen erschweren beim eingeführten Punktesystem die Aufstellung ungemein. „Da tun sich Löcher auf, die nicht gestopft werden können.“ Die Funktionäre verweisen beispielsweise auf das Duo Öhler/Brunner, das zusammen auf einen Punkt kommt. „Fallen sie aus, gibt es ein riesiges Problem.“

Und deshalb müsse man in der Zusammenstellung des Kaders in Zukunft noch mehr diese Punkteregelung berücksichtigen. Die Faustformel lautet: wenig Ringer mit viel Punkten. Das Problem ist, dass dies auch die Konkurrenz erkannt hat.

Besonders hervorgetan hat sich in den vergangenen Monaten Neuzugang Nedyalko Petrov (57 kg). „Seine Ergebnisse haben überrascht, das haben ihm nicht viele zugetraut“, freut sich die Sportliche Leitung. Ein Volltreffer war auch die Verpflichtung von Manrikos Theodoridis (66 kg). „Er ist ein absoluter Teamplayer.“ Den Teamgeist wolle man künftig vermehrt in den Vordergrund stellen. Beste Beispiele: Ivo Angelov oder Bozo Starcevic. „Auf sie können wir uns seit Jahren 100-prozentig verlassen.“

Der Countdown läuft! Jetzt bis zum Jahresende gratis lesen. Schnell HIER anfordern.

Umfrage

Alexej Nawalny

Der Fall Nawalny bringt die Bundesregierung in Zugzwang, sollte Moskau bei der Aufklärung weiterhin mauern. Ist eine Neuausrichtung der deutschen Russland-Politik jetzt unvermeidbar?

Ergebnis anzeigen
loading