Ringen „Was habe ich falsch gemacht?“

Singen - Eine überraschende Kampfabstimmung um den Präsidenten-Posten (wir berichteten bereits) hat den Verbandstag des Südbadischen Ringerverbands (SBRV) in Singen geprägt.

Herausforderer Markus Eichin (Gresgen) unterlag nur knapp Amtsinhaber Martin Knosp (Urloffen). Eichin hatte im Vorfeld mit einer E-Mail an die Vereine und Bezirke einige aus seiner Sicht bestehende Missstände in der Verbandsarbeit angeprangert und für eine Verjüngung des Präsidiums geworben. Die Vereine hatte er aufgefordert, aus ihren Reihen beim Verbandstag geeignete Kandidaten vorzuschlagen.

Dass daraus bei ihm eine ernsthafte Kandidatur für die Funktion des Verbandschefs wird, damit hatte zumindest im Präsidium niemand gerechnet.

Als Verbandspräsident Martin Knosp in seinem Jahresbericht ankündigte, sich nach 14 Amtsjahren ein letztes Mal der Wiederwahl auf zwei Jahre zu stellen, warf Eichin seinen Hut in den Ring. Bei seiner Vorstellung sagte er, dass er von den Vereinen Vorschläge erhalten habe, was verbessert werden könne. Die Zeit sei reif, mit jungen Leuten neue Ideen einzubringen. In den vergangenen Jahren sei viel zu wenig auf die Vereine eingegangen und an den technischen Tagungen vieles nicht diskutiert worden. Satzungen, Ordnungen und Richtlinien müssten dringend überarbeitet werden. Man müsse sich durch einen Paragrafen-Dschungel wälzen, vieles sei unklar definiert. Die Ordnungsgelder seien in den vergangenen Jahren ständig gestiegen und im Haushalt 2019 mit 18000 Euro angesetzt. Diese Summe müsste auf 10000 Euro gedrückt werden, um zu zeigen, dass der Verband den Vereinen helfen wolle. Er habe seine Zweifel -so Eichin weiter - dass, wenn jemand 20 Jahre im Amt ist und in zwei Jahren aufhören wolle, noch etwas an den Richtlinien geänderte werde, kritisierte der stellvertretende Vorsitzende des SV Gresgen.

Die geheime Wahl gewann Knosp mit 119 zu 88 Stimmen. Knosp räumte danach ein, bei 88 Gegenstimmen sich die Frage stellen zu müssen, was er in der Vergangenheit falsch gemacht habe. Bei den Ordnungsgeldern sei es wie im Straßenverkehr. Wer sich an die Richtlinien halte, müsse keines bezahlen. Knosp tadelte seinen Herausforderer, von ihm zu diesem Thema noch nie einen Antrag zur Änderung erhalten zu haben.

Axel Asal löst Winfried Schubert ab

Die weiteren Positionen wurden jeweils offen gewählt. Für den ausscheidenden Vizepräsidenten Sport Winfried Schubert (Tennenbronn) rückte der 41-jährige Axel Asal (Weitenau-Wieslet) ins Präsidium. Vizepräsident Finanzen und Verwaltung Werner Schüler (Waldkirch), Sportreferent Ralf Schick (Ettenheim), Pressereferent Lothar Herzog (Schramberg), Jugendreferent Klaus Blank (Radolfzell), Schulsportreferent Klaus Riesterer (Freiburg) und Öffentlichkeitsreferentin Dorothea Oldak (Lahr) erhielten erneut das Vertrauen der Vereinsvertreter. Die seit Anfang des Jahres vakante Position des Rechtsausschuss-Vorsitzenden (RA-I) wurde durch Martin Asmuth (Hofstetten) ebenso neu besetzt wie der RA-II durch Hans-Jürgen Lanig (Appenweier), nachdem Aurel Hildinger (Karlsruhe) berufsbedingt nicht mehr kandidierte.

Bestätigt wurden die beim Bezirkstag gewählten Bezirksvorsitzenden Bernd Imhof (Kenzingen), Wendelin Föll (Appenweier) und Aribert Gerbode (Adelhausen) sowie Kampfrichterreferent Thomas Knosp (Bondorf).

Lebhafte Diskussionen gab es im Anschluss bei Anträgen zu Satzungsänderungen und Ordnungen. Insbesondere wurde über die Umlage der Vereine für Meisterschaften debattiert. Diese dient laut Werner Schüler unter anderem dazu, dass der Verband bei der Vergabe von Landesmeisterschaften überhaupt noch Bewerbungen von Ausrichtern bekommt.

Der KSV Hofstetten und der TSV Kandern erhielten den Zuschlag für die Titelkämpfe der Männer und Jugend am 15./16. Februar und 22./23. Februar 2020. Außerdem wird Kandern die Südbadischen Mannschaftsmeisterschaften der Schüler und Jugend am 18./19. Januar 2020 ausrichten.

Der Tennenbronner Winfried Schubert ist neues Ehrenmitglied des Südbadischen Ringerverbands (SBRV). Einen hierzu vom Präsidium gestellten Antrag beim Verbandstag in Singen befürworteten die Vereinsdelegierten einstimmig.

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