Tegernau - Die Halle im beschaulichen Tegernau schwappte vor Begeisterung über. Und mittendrin Dennis Kronenberger. Der Freistil-Weltergewichtler machte im letzten Mattenduell die Sensation für die WKG Weitenau-Wieslet perfekt. Der abstiegsbedrohte Regionalligist besiegte am Samstagabend vor heimischer Kulisse Spitzenreiter RKG Reilingen-Hockenheim mit 16:13-Punkten.

Großartiger Erfolg des Willens

Es war ein großartiger Erfolg des Willens. „Trotz der unglücklichen Niederlagen in der Vergangenheit haben wir immer an uns geglaubt, nie resigniert. Diese unerschütterliche Einstellung hat nun dieses kleine Wunder möglich gemacht“, brach es aus WKG-Coach Kai Vögtlin nach einem dramatischen Kampfverlauf heraus. „Dieser Sieg hilft uns im knüppelharten Abstiegskampf enorm. Der Glaube kann auch im Kleinen Wiesental Berge versetzen“, jubelte auch ein völlig geschaffter WKG-Macher Dirk Pfunder.

Es war nicht so, dass die WKG Weitenau-Wieslet diesen fünftletzten Saisonkampf mit viel Dusel gewonnen hat. Nein, ganz und gar. Dieser unerwartete Heimsieg war hoch verdient.

Die Gastgeber gerieten zunächst mit 1:7 ins Hintertreffen, weil sich nur „Fliege“ Svetlin Shindov (bis 57 kg, Greco) gegen den starken Daniel Layer zu einem 1:0-Erfolg „durchbiss“. Freistil-Schwergewichtler Marcus Mickein stellte sich trotz Knieverletzung und großem Trainingsrückstand in den Dienst der Mannschaft gab gegen RKG-Ass Ali Shah Azimzada nur drei Teampunkte ab. Youngster Maximilian Tröndlin (bis 61 kg, Freistil) war anschließend gegen Igor Chichioi chancenlos, verlor technisch überhöht,

Dass an diesem Abend etwas gehen könnte, unterstrich Freistil-Halbschwergewichtler Michael Herzog, der den eigentlich stärker eingeschätzten Evgenij Titovski bei seinem 11:5-Punktsieg alt aussehen ließ. Greco-Leichtgewichtler Simon Dürr (bis 66 kg) dominierte im letzten Kampf vor der Pause gegen den hoffnungslos unterlegenen Paul Rothausky nach Belieben, holte einen „Vierer“ und glich zum 7:7 aus.

Die Gastgeber konnten danach die 5:21-Punktniederlage von Luca Köpfer (86 kg, Freistil) verschmerzen, weil Zorhab Ohanian (bis 71 kg, Freistil) und ein großartiger Jonas Dürr (80 kg, Greco) als 19:3-Sieger den Rückstand in einen 13:11-Vorsprung verwandelten. Stark rang anschließend auch Greco-Weltergewichtler Stefan Kilchling, der gegen Christian Schöfer nur zwei Teampunkte abgab.

So stand’s vor dem letzten Mattenduell 13:13. Die ganze Last lag nun auf Dennis Kronenberger, dessen Gegner eigentlich stärker eingeschätzt wurde. Doch Kronenberger machte den Kampf seines Lebens. In den letzten drei Minuten reiner Kampfzeit ging er mit zwei Durchdrehern in Führung und machte schließlich mit einem Beinangriff den „Sack zu“. Während ein konsternierter Keck völlig erschöpft am Boden lag, schrie Kronenberger seine Freude über seinen grandiosen Sieg hemmungslos hinaus.