Schallbach Den Fisch in die Kirche gebracht

Gar nicht wortlos gestaltete Gerrit Walter lyrisch und musikalisch die Vernissage zur Ausstellung „wort los“ von Gaby Roter (links) und Cerstin Thiemann. Foto: Reinhard Cremer

Schallbach - Nicht ohne Worte, wie der Titel „wort los“ der Ausstellung vermuten ließ, sondern ausgesprochen wortreich startete am Freitagabend die Vernissage zur Ausstellung. Gleichzeitig bildete sie den Auftakt zu den vierten Schallbacher Kulturtagen.

Mit Gaby Roter und Cerstin Thiemann hatten die Organisatoren der Kulturtage zwei über die Region hinaus bekannte Künstlerinnen für eine Ausstellung in der Peter und Paul-Kirche gewinnen können. Begleitet wurde die Veranstaltung wortreich vom Lyriker, Musiker und Hörspielautor Gerrit Walter. Alle drei kennen sich schon lange. Pfarrer Jens-Daniel Mauer oblag als Hausherr die Begrüßung der sehr zahlreich erschienenen Besucher.

Erst nach einer gemeinsamen Begehung des Veranstaltungsorts mit Thomas Willmann, Kopf des Organisationsteams, entwickelten die Künstlerinnen ihr Thema und begannen in der Folgezeit, es in die Tat umzusetzen. Der Fisch als christliches Symbol bot sich als Leitbild an. „Wortlos“ ist sowohl der Fisch, aber auch das Verständnis der beiden Künstlerinnen untereinander – so viel zum Titel der Ausstellung, der bald gefunden wurde.

Die Künstlerinnen näherten sich dem Thema aus unterschiedlichen Richtungen. Roter, die in ihren Werken der Fragestellung nach Übergängen und Veränderungen nachspürt, verwendete Holzbohlen, die sie mit verschiedenen Farben und Techniken bearbeitete. So verätzte sie aufgetragene Goldfarbe, die daraufhin ins Türkise changierte oder bearbeitete Bitumenflächen mit einem Bunsenbrenner, woraufhin das unansehnliche Schwarz eine glänzende Oberfläche erhielt. Eindrucksvoll ist zum Beispiel ihre großformatige Darstellung eines auf den Betrachter zuschwimmenden Fisches in der fünfteiligen Arbeit mit dem Titel „no difference“.

Cerstin Thiemanns Fischkörper bewegen sich teils schwarz, teils schwarz-weiß in Schwärmen durch den Altarraum scheinbar auf das an der Wand hängende Kreuz zu. Und doch verharren sie reglos auf ihrem einmal von der Künstlerin zugewiesenen Platz, befestigt auf langen Metallstangen. In zwei Bränden erhalten die Fische ihr Aussehen. Auch hierbei spielt wieder ein feiner Bitumenauftrag eine wichtige Rolle.

Inmitten der ausgestellten wortlosen, aber nicht schweigenden Werke übernahm Gerrit Walter den Part des Vortragenden. Der zur Vernissage vorgetragene lyrische Text existierte bereits. Neu hingegen war die speziell für die Ausstellung geschriebene, auf der E-Gitarre vorgetragene Komposition. Gedankenfetzen reihten sich aneinander, mal satzreich, mal im Stakkato. Wie eine Symphonie in Worten, der man erst am Ende Beifall spenden durfte. Was das Auditorium dann auch kräftig tat.

Da während der gesamten bis zum 2. Juni dauernden Kulturtage kein Eintritt zu entrichten ist, sind Spenden gern gesehen.

 Die Ausstellung kann mittwochs, samstags und sonntags, 15 bis 18 Uhr, oder nach Vereinbarung besucht werden, Tel. 07621/46618. Eine Preisliste für die ausgestellten Objekte liegt aus.

Termine

Mittwoch, 22. Mai, ist für eine Filmvorführung reserviert.

Freitag, 24. Mai: Mit Violoncello und Kontrabass präsentieren Ana Helena Surgik und Bernd Schöpflin ab 20 Uhr Werke von Pleyel, Antoniotti, Boccherini, Haydn, Rossini und Mozart.

 Samstag, 25. Mai: Mit einer musikalischen Revue im Stil der Andrew Sisters werden die Besucher ab 20 Uhr von „The Superbs“ unterhalten.

 Mittwoch, 29. Mai: Die „Sugar Foot Stompers“ lassen ab 20 Uhr mit einem Classic-Jazz-Special die Mauern des ehrwürdigen Kirchenschiffs beben.

 Freitag, 31. Mai: Das Zwei-Personen-Stück „Ohni Moos nix los“ wird ab 20 Uhr aufgeführt.

 Sonntag, 2. Juni, 10 Uhr: Abschluss der Kulturtage mit einem Gottesdienst und einem Mittagessen.

Alle Veranstaltungen finden in der Kirche statt.

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