Schallbach Frauen sägen in Schallbach Kleinholz

Silke Hartenstein
Auch Frauen traten beim Wettsägen an. Links vorne Fiona Fuchs (brünett) und Annette Iselin (hellblauer Pulli). Auf dem Stamm sitzt Bürgermeister Christian Iselin – zwei Männer setzten sich in die Mitte des Stamms, damit dieser stabiler auf dem Sägebock liegt. Foto: Silke Hartenstein

Da sitzt Bürgermeister Christian Iselin in der Mitte des abzusägenden Holzes und sorgt für das Gleichgewicht.

Ein milder Vorfrühlingstag im Schallbacher Wald: Am Rande des Treffpunkts unterhalb des Waldspielplatzes brennt recht unbeachtet ein Lagerfeuer. Wirklich gebraucht wird es heute nicht, doch zum geselligen Beisammensein nach einer Brennholzversteigerung gehört nun mal ein Feuer.

Einigen wird es nicht nur warm, sondern heiß, denn diesmal schließt sich ein Sägewettbewerb an die Versteigerung an. Je zwei Teilnehmer in zwei Teams stehen sich an dem aufgebockten Fichtenstamm gegenüber, die großen Sägen in der Hand. Dass als erstes zwei Frauen gegen ein Herrenteam antreten, macht den rustikalen Wettstreit umso unterhaltsamer.

Fiona Fuchs und Annette Iselin greifen zur Säge und stellen rasch fest, dass das gar nicht so einfach ist. Tipps aus der Runde wie „Einfach hin und her ziehen“ helfen da auch nicht wirklich weiter. Das Herrenteam ist in dieser Runde klarer Sieger und Fuchs meint im Anschluss: „Es ist schwieriger, als man denkt. Nächstes Jahr trainieren wir vorher“.

Insgesamt acht Teams, davon zwei Frauenduos, treten am Samstag im K.O.-Verfahren gegeneinander an. Die Sägespäne spritzen nur so, binnen kurzem trennen die Teilnehmer mit Erfahrung die Holzscheibe vom 18 Zentimeter Durchmesser dicken Stamm ab. Sieger wird das Team von Michael Sütterlin und Stephan Brunner, was Sütterlin, der den Sägewettstreit organisiert hat, natürlich freut. Anstrengend sei es schon, meint er: „S’ goht mächtig in d’ Ärm“. Die Preise sind praktischer Natur: Gutscheine für die ZG Raiffeisen, für Gartenbau Hügel und für Sütti’s Hofladen in Schallbach. Ob Sieger oder nicht: Spaß hat es allen gemacht.

Dass bei einer Brennholzversteigerung bereits die Schlüsselblümchen blühen, ist selten. In Schallbach kam es infolge der ergiebigen Regenfälle im Winter zur Terminverschiebung von Anfang Februar auf Mitte März. Im Januar war der Waldboden noch zu aufgeweicht, um genug Holz schlagen zu können. Nun stehen 125 Ster Brennholz aus dem Gemeindewald bereit: Da wegen des Eschentriebsterbens viele Eschen eingeschlagen werden müssen, stellt Eschenholz mit 35,3 Ster den größten Anteil, gefolgt von Ahorn, Buche und Eiche. Zuletzt wird der Anschlagspreis von insgesamt 6.256 Euro um 450 Euro überschritten.

„Wir hatten kein Rekordergebnis, aber sind zufrieden“, meint Bürgermeister Christian Iselin, der die Versteigerung leitete. Das Interesse sei alles in allem verhalten gewesen. Er führt das auf den späten Zeitpunkt zurück, viele Besitzer von Holzheizanlagen hätten sich bereits eingedeckt. Zudem gab es im Herbst 2022 im Zuge von Ukrainekrieg und Energiekrise einen regelrechten Ansturm auf Brennholz. Daher, vermutet Iselin, hätten wohl Viele immer noch größere Holzmengen gelagert.

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