Schallbach Markgräfler Riesenzwiebel

Die Riesenzwiebel neben einem normalen Exemplar Foto: Rhein

Von Rolf Rhein

Schallbach. Die Schallbacherin Anita Frommherz konnte vergangene Woche diese „Riesenzwiebel“ auf ihrer „Bündte“ in Egringen ernten. Das Prachtexemplar wiegt 490 Gramm und ist im Vergleich zu der mitabgebildeten normalen Zwiebel die 80 Gramm wiegt, sechsmal so groß.

Damit könnte man einen ganzen Zwiebelkuchen backen, meinte Anita Frommherz, die im Dorf bekannt ist für ihren „grünen Daumen“. Sie zieht auf ihrer „Bündte“, wie man im Markgräflerland einen Gemüsegarten nennt, so gut wie alles an Gemüse und Grünzeug, was man für das tägliche Leben so braucht. Damit setzt sie einen Brauch fort, der im ländlichen Raum von Südbaden seit Jahrhunderten gepflegt wird.

Interessant ist auch, dass es dafür auf engstem Raum viele verschiedenen Namen gibt. Bündte sagt man zum Beispiel außer in Egringen auch in Alt-Weil. In Schallbach sagt man „Gwächs­acker“ und in Tannenkirch „Haufland“. Aber auch „Krautland“, „Krautacker“ oder „Pflanzplätz“ sind gebräuchliche Bezeichnungen für das nahrungsspendende Stückchen Land.

Die Bezeichnung „Bündte“, findet man sonst nur noch in der deutschen Schweiz. Alle andern Namen sind auch in Bayern, Schwaben, dem Allgäu oder dem Elsass zu finden.

Eine Bündte sollte man auf keinen Fall mit einem Schrebergarten verwechseln. Dieser hat eine ganz andere Struktur und ist typisch für die Peripherie von Städten. Die Bündte oder das Haufland sind von altersher ein Bestandteil des dörflichen Lebens im alemannischen Sprachraum.

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