Schliengen Die Lieler zusammengebracht

Silke Hartenstein
Günter Meyer am Diaprojektor Foto: Silke Hartenstein

„S’ isch wichtig, dass mer schwätzt mit’nander“, stellt Günter Meyer fest. Dieses Ziel hat er wieder einmal erreicht. Mit seiner Diashow und mal heiteren, mal ernsten Betrachtungen, mit Gedichten und Personen-Raten brachte er beim neunten Dorfabend die Lieler in der gut gefüllten Schlossgartenhalle zusammen.

Von Silke Hartenstein

Schliengen-Liel. Dass es mit der Diashow erst eine Stunde nach offiziellem Beginn des Dorfabends los geht, gehört zum Konzept.

Dorfgemeinschaft

Die Halle summt und brummt vor Gesprächen, immer wieder trudeln weitere Besucher ein, und die Schlange vor der Essensausgabe wächst.

Der Verein zur Förderung der Lieler Dorfkirche Sankt Vinzenz serviert Schäufele mit Kartoffelsalat, kleine Speisen und Kuchen.

Wie in der guten alten Zeit

„Die meischte hän g’esse“, sagt Meyer um 19 Uhr und setzt wie in der guten alten Zeit den Diaprojektor in Gang. Gesellig wie in der guten alten Zeit vor Ausbruch der Corona-Pandemie geht es an diesem Sonntagabend auch im Saal zu – wobei sich, so Meyer, etliche Interessierte wegen Corona für ihr Fernbleiben entschuldigt hätten.

Hoch erfreut ist er darüber, dass zu den Besuchern Schliengens Bürgermeister Christian Renkert, Ortsvorsteher Ottmar Sprich und Pater Norbert Riebartsch, Kooperator der Seelsorgeeinheit Schliengen-Bad Bellingen, gehören.

Blick auf Corona-Zeit

2020 und 2021 fielen die Dorfabende coronabedingt aus. Einige seiner rund 150 gezeigten Dias widmet Meyer auch dem Corona-Thema: Man sieht bekannte Lieler, teils noch mit handgenähten Masken, und Bilder vom Eintragen der Kontaktdaten vor dem Gottesdienstbesuch. Ein Dia aus Mauchen zeigt einen Hinweis auf die „Munschutzpflicht“. „So rede sie halt z’ Muuche“, schmunzelt Meyer.

Liebe zum Heimatdorf

Dass Meyer ein guter Fotograf ist, der sein Heimatdorf samt Umgebung liebt, zeigt bereits die Eröffnung mit Bildern der Dorfkirche St. Vinzenz: leuchtend im herbstlichen Abendlicht und strahlend weiß in Eis und Schnee. Es folgen Fotos der in Liel tätigen Pfarrer, angefangen mit Pfarrer Bruno Bialas.

„Ratebilder“ Tradition

Immer wieder mischt Meyer ganz langsam schärfer werdende Porträts bekannter Lieler in seine Diaschau – wer zuerst errät, um wen es sich handelt, bekommt von Meyer eine Flasche Gutedel. Die „Ratebilder“ haben Tradition und bringen eine Menge Leben in den Saal.

Gleich zwei Lieler „Läden“ wurden 2022 eröffnet, meint er mit einem Augenzwinkern und zeigt einen Straßenstand mit Wachteleiern und Honig und eine Annonce für den Verkauf selbstgestrickter Socken.

Aus 2021 stammen die Bilder vom Abriss der Hausruine an der Hauptstraße – was aus dem abgeräumten Grundstück wird, ist nach wie vor unklar.

Geburt und Tod

Zwischen die heiteren Momente und Bilder mischen sich Meyers Gedichte über Geburt und Tod und das Sterben der Gesangvereine. Alte Dias zeigen große Chöre mit vielen jungen Gesichtern. Seit 60 Jahren ist Meyer Chorleiter, 52 Jahre leitete der heute 82-Jährige auch den Lieler Gesangverein. Den Abschluss widmet er den bekannten Verstorbenen Karl Weber und Kurt Sattler. Noch einmal hört man Sattlers schöne Tenorstimme vom Band erklingen, dann geht das Licht wieder an.

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