Schliengen Die Marke Markgräflerland erhalten

Die Auflösung der Werbegemeinschaft Markgräflerland steht derzeit auf den Tagesordnungen der Gemeinderatssitzungen der Mitgliedsgemeinden in der Region. Neben den politischen Gemeinden Auggen, Bad Bellingen, Badenweiler, Ballrechten-Dottingen, Buggingen, Efringen-Kirchen, Eschbach, Heitersheim, Kandern, Müllheim, Schliengen und Sulzburg zählt auch der Verein Markgräfler Wein zu den Mitgliedern der Werbegemeinschaft.

Von Alexander Anlicker

Schliengen. Das mit der Werbegemeinschaft Markgräflerland auch die touristische Marke „Markgräflerland“ verschwindet, wird seitens der Weinwirtschaft mit Sorge betrachtet. Dort hätte man sich eher eine Stärkung statt eine Zerschlagung der Werbegemeinschaft gewünscht, wie der Vorsitzende des Vereins Markgräfler Wein, Markus Büchin, sowie Geschäftsführer Thomas Senf im Interview mit unserer Zeitung erklären.

Frage: Warum ist der Verein Markgräfler Wein Mitglied in der Werbegemeinschaft?

SENF: Für uns war die Werbegemeinschaft Markgräflerland der ideale Partner. Wir hatten einen Ansprechpartner bei Fragen zum Beispiel zu Übernachtungen im Rahmen das Gutedelwandertags, zum Markgräfler Wiiwegli oder zur touristischen Vertretung bei unseren Teilnahmen an Gutedelwettbewerben in der Schweiz, um nur einige zu nennen. Das Thema „Tourismus und Wein“ ist für unsere Region ein starker und zumeist unterschätzter Faktor, und es ist oft nachhaltig.

Frage: Welche Rolle spielt der Tourismus für die Weinwirtschaft?

BÜCHIN: Wir leben von Tourismus, das sind unsere Multiplikatoren.

Frage: Dem Markgräfler Wein e.V. gehören Weingüter und Winzergenossenschaften von Weil am Rhein bis Freiburg-St. Georgen an, die Werbegemeinschaft Markgräflerland deckte aber nur einen Teilbereich ab. Wäre es aus Sicht des Weinbaus nicht wünschenswert, dass auch beim Thema Tourismus von Weil bis Freiburg an einem Strang gezogen wird?

SENF: Natürlich wäre es gut, touristisch mit einer Stimme zu sprechen – eigentlich hätte man die Werbegemeinschaft Markgräflerland stärken sollen, anstatt sie aufzulösen. Vielleicht sollte man einmal vergleichbare Weinbau-Gebiete betrachten – wo Zusammenschlüsse auch mal Fördergelder bewirken.

Frage: Touristisch wird die Marke „Markgräflerland“ verschwinden, das dürfte die Winzer nicht freuen, oder?

SENF: Das touristische Verschwinden der Marke Markgräflerland halte ich als Geschäftsführer des Vereins Markgäfler Wein für eine Katastrophe. Unsere Winzergenossenschaften und Winzerbetriebe bemühen sich, das Weinbaugebiet Markgräflerland seit Jahren zu etablieren und jetzt werden sie touristisch allein gelassen.

Frage: Können Sie sich vorstellen, unter dem Label „Südschwarzwald“ für den Markgräfler Gutedel zu werben?

SENF: Das müssen unsere Weinbau-Betriebe entscheiden. Ich persönlich halte ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Weine für besser. BÜCHIN: Wir müssen das Markgräflerland hochhalten – vor allem mit den Alleinstellungsmerkmalen Dreiländereck, Gutedel, Rhein und Schwarzwald.

Frage: Wie geht es für den Markgräfler Wein e.V. in Sachen Tourismus weiter. Zieht sich der Verein aus der Tourismuswerbung zurück?

BÜCHIN: Wir werden strategisch und möglichst schlagkräftig agieren. SENF: Wir werden uns nicht zurückziehen. Wir werden den heimischen Tourismusmarkt beobachten und hoffen, dass sich hier doch noch Möglichkeiten zur Zusammenarbeit ergeben. Auch beim Tourismusverband in Freiburg sind schon einige positive Ansätze vorhanden.

Der „Markgräfler Wein e.V.“ wurde im Jahr 1954 gegründet. Heute zählt der Verein 90 Mitglieder, darunter alle Markgräfler Winzergenossenschaften, Weinkellereien sowie privaten Weingüter.

Der Verein setzt sich dafür ein, das Markgräflerland für Weinliebhaber und Touristen attraktiv zu gestalten. Dazu zählt unter anderem die mit den Verkehrsämtern und der Schwarzwald-Tourismus GmbH entwickelte Wanderkarte für das „Wiiwegli“. Aushängeschilder sind der Gutedeltag und das Markgräfler Weinfest in Staufen

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