Schliengen Grabstätte der Freiherren von Baden

Deckengemälde im Chorraum der Kirche mit der Darstellung des Heiligen Vinzenz Fotos: zVg / Siegfried Thoma Foto: Weiler Zeitung

Eintauchen in die Geschichte: Die Lieler Pfarrkirche Sankt Vinzenz nimmt erneut am „Tag des offenen Denkmals“ teil. Der bundesweite Aktionstag unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ findet am Sonntag, 8. September, statt. Es werden Führungen durch die Kirche und die Begräbniskapelle der Freiherren von Baden angeboten.

Schliengen-Liel (anl/ov). Die Lieler Veranstaltung steht unter dem Titel „Dorfkirche im Wandel der Zeit – ein Gang durch Kunst- und Baugeschichte“. Das Augenmerk liegt dabei auf Architektur, Bildern und Skulpturen.

Nicht nur der spätgotische Anbau der Grabkapelle der Freiherren von Baden, auch die katholische Pfarrkirche St. Vinzenz ist ein kulturhistorischer Schatz. Davon zeugen der spätromanische Turm, die Turmhalle mit gotischem Kreuzrippengewölbe sowie die reichhaltigen Fresken in der Grabkapelle und die reichhaltige, barocke Ausstattung im Chor und im Kirchenschiff der Pfarrkirche.

Begräbniskapelle

Der unterste Teil des Glockenturms ist der älteste Teil des Lieler Kirche und stammt aus spätromanischer Zeit. Die Turmhalle sowie ihr Kreuzrippengewölbe gehen auf das 14. Jahrhundert zurück.

Der Anbau der gotischen Begräbniskapelle der Freiherren von Baden erfolgte 1580. Zu entdecken gibt es dort eine spätgotisch bemalte Holzdecke, einen gotischen Taufstein, die Heiliggrab-Nische, Sakramentenhäuschen sowie die Grabsteine „Epitaphe“ der Freiherren und Freifrauen von Baden.

Besonders sehenswert sind zudem die Fresken. Das Wandgemälde über der Grabnische gilt als die größte Kostbarkeit. Das noch recht gut erhaltene Fresko zeigt drei Frauengestalten, die Gefäße mit Öl und Balsam in den Händen tragen und am Morgen der Auferstehung zum Grab Jesu gehen, um den Leichnam nach jüdischem Brauch zu salben – nach dem Markus-Evangelium handelt es sich um Maria Magdalena, Maria die Mutter des Jacobus und Salome. Eine weitere Szene – Maria und Johannes unter dem Kreuz – wurde später noch hinzugemalt.

Pfarrkirche

Die Pfarrkirche, so wie sie sich heute dem Besucher darstellt, wurde 1718 von Conrad Friedrich Freiherr von Baden als barocke Saalkirche erbaut. Hier bestechen im Chorraum vor allem die Stuckarbeiten und die Deckengemälde aus der Zeit des Rokoko, im Kirchenschiff die Figuren der Heiligen Barbara, Fridolin und Nepomuk sowie das Deckengemälde von Arnold Kitschger aus dem Jahre 1922.

Die Herren von Baden

Die Herren von Baden sind ein altes zähringisches Ministerialengeschlecht, das später zu den Breisgauer Landständen gehörte. Die Familie war nicht verwandt mit dem Haus Baden. Im Jahr 1410 wurde das Geschlecht mit dem Ort Liel belehnt, den es 1466 vom Basler Kartäuserkloster St. Margarethen auch kaufte.

Die Herrschaft über das Dorf Liel endete 1830 mit dem Tod von Anton Karl von Baden, dem letzten männlichen Nachfahren. Auch in Neuenburg am Rhein, Breisach, Schliengen und weiteren Gemeinden des Breisgaus war die Familie begütert. Zwischen 1568 und 1580 waren die Herren von Baden Eigentümer der Rosenburg in Müllheim. 1696 wurden die Herren von Baden von Kaiser Leopold in den Freiherrenstand erhoben.

Mineralquelle

Anlässlich des „Tags des offenen Denkmals“ lädt auch die Firma Lieler Schlossbrunnen zum „Tag der offenen Tür“ ein. Unter dem Motto „Der Natur auf der Spur“ informiert das Unternehmen rund um das Thema Mineralwasser und zeigt, wie die Produkte in die Flasche gelangen.

Im Jahr 1560 wurde der Mineralbrunnen erstmals erwähnt. Hans Balthasar von Baden ließ den Badbrunnen suchen und erschließen. Die Quelle befindet sich auf dem Schlosshof, und das Wasser wurde durch seine einzigartige Qualität schon früh auf internationalen Ausstellungen in Paris, Rom und London beurkundet und über den Altrheinarm bei Bad Bellingen bis nach England und Holland verschifft.

Aktionsprogramm

Die Lieler Kirche ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen werden nach dem 9 Uhr-Gottesdienst und ab 14 Uhr sowie nach Bedarf angeboten. Arno Herbener und Siegfried Thoma lassen die Geschichte der Kapelle und Kirche mit Verweis auf die Epochen Romanik, Gotik, Barock, Renaissance und Moderne Revue passieren.

Auch der Mineralbrunnen Lieler Schlossbrunnen hat am 8. September von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Dort besteht auch die Möglichkeit zum Mittagessen sowie zu einer Pause bei Kaffee und Kuchen. Der Verein zur Förderung der Lieler Dorfkirche Sankt Vinzenz und der SV Liel-Nieder­eggenen wirten.

Geboten wird beim „Tag der offenen Tür“ des Lieler Schlossbrunnens ein buntes Rahmenprogramm: mit Frühschoppen-Konzert des Musikvereins Eggenertal, Etiketten malen, Betriebsrundgang, Wasserschulung sowie einer Schnitzeljagd zur Quelle und an den geschmacksgebenden Gesteinsschichten vorbei.

Weitere Informationen: beim Verein zur Förderung der Lieler Dorfkirche St. Vinzenz, Kirchstraße 28, 79418 Schliengen-Liel, Vorsitzender: Siegfried Thoma, Tel. 07635/84 49, E-Mail siegfried.thoma@gmx.de Spendenkonto: Volksbank Dreiländereck IBAN: DE 85 683 900 00 000 107 43 85

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