Schliengen Gstieß, König, Dame, Reiter und Bube

Alexander Anlicker
Fridolin Orth mit einem Cego-Blatt Foto: zVg

Im Feuerwehrgerätehaus dreht sich am morgigen Sonntag wieder alles um Gstieß, Könige, Damen, Reiter und Buben. Die Abteilung Schliengen der Freiwilligen Feuerwehr lädt zum 32. Mal zum Cego-Turnier ein. Beginn ist um 14 Uhr.

Von Alexander Anlicker

Schliengen. „Wer kommt darf spielen“, sagt Organisator Fridolin Orth. Bis 14 Uhr können sich interessierte im Feuerwehrgerätehaus, Basler Straße 16 in Schliengen, anmelden und die Startgebühr in Höhe von acht Euro entrichten. Das erste Turnier wurde 1990 von Orth, der damals Schliengener Abteilungskommandant war, ins Leben gerufen. Bis auf die coronabedingte Unterbrechung im Jahr 2021 fand es alljährlich statt. Traditioneller Termin ist am dritten Sonntag im Januar, so konnte es 2020 noch vor Ausbruch der Corona-Pandemie durchgeführt werden. Im vergangenen Jahr wurde es abgesagt und dieses Jahr vom Januar in den Juni verschoben. Vor Corona seien rund 40 Teilnehmer zum Cego-Turnier nach Schliengen gekommen. Mit so vielen rechnet Orth auch in diesem Jahr. Das Einzugsgebiet ist groß und reicht weit über Schliengen hinaus. In den Vorjahren seien die Spieler aus Buchenbach, Denzlingen, Bad Krozingen, Heitersheim, Bugginen, Kandern, Weil am Rhein und auch aus dem elsässischen Huningue gekommen, berichtet Orth.

Zu Gewinnen gibt es Sachpreise, die überwiegend gespendet wurden. „Einen Hauptpreis gibt es nicht“, sagt Orth auf Nachfrage. Der Turniersieger darf sich den Preis aussuchen, dann geht es in der Rangliste weiter und der letzte muss nehmen, was übrig bleibt.

Das Spiel

Cego wird fast ausschließlich in Baden gespielt. Badische Soldaten sollen das Spiel während der napoleonischen Kriege aus Spanien mitgebracht haben, erklärt Orth. Die genaue Herkunft des Spiels ist nicht belegt. Das Kartenblatt mit 54 Karten entspricht den in der einstigen Habsburgermonarchie verwenden Tarock-Karten, allerdings mit den Farben Kreuz, Pik, Herz und Karo aus dem 76 Blatt zählenden französischen Tarot. Der Name „Cego“ stammt aus den romanischen Sprachen und wird vom lateinischen „caecus“ für blind abgeleitet. Das Blatt besteht aus 21 nummerierten Trumpfkarten sowie dem Gstieß, den Bildern König, Dame, Ritter und Bube sowie den leeren Karten in den Farben Kreuz, Pik, Herz und Karo. Cego kann man zu dritt oder zu viert spielen, erklärt Orth. „Zu viert ist es interessanter, weil man mehr Spielmöglichkeiten hat“, sagt er. Gespielt wird an mehreren Tischen gleichzeitig. Aufgebaut werden zehn Tische für jeweils vier Spieler. Bei Bedarf seien aber auch schnell zusätzliche Tische aufgestellt, sagt der 70-Jährige. Als Organisator und Schiedsrichter spiele er nur mit, wenn die Zahl der Spieler nicht aufgehe, dann allerdings außer Konkurrenz.

Cego lernen

Der gebürtige Neuenburger hat das Spiel im Alter von acht Jahren vom Opa gelernt. Sein Wissen um das traditionelle Badische Kartenspiel gibt er auch gerne weiter. So hat er beispielsweise in früheren Jahren auch Cego-Lehrgänge mit den Schliengener Feuerwehrkameraden gemacht. Orth überlegt im Herbst vielleicht wieder einen Kurs anzubieten. Interessierte dürfen sich gerne telefonisch bei ihm unter Tel. 07635/14 11 melden.

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