Schliengen Hebelschule schlägt Alarm

Alexander Anlicker
Die Hebelschule ist mit Blick auf die Schülerzahlen gut aufgestellt, steht aber aufgrund der steigenden Energiepreise und der Inflation vor Herausforderungen. Foto: Archiv/Bötsch

Die angespannte Haushaltslage macht auch vor Schulen nicht halt. Im Vorfeld der Haushaltsberatungen schlug nun die Schliengener Hebelschule Alarm.

Von Alexander Anlicker

Schliengen. Während die Lehrer vom Land bezahlt werden, werden unter anderem der Gebäudeunterhalt, die Lehrmittel und verschiedene Projekte aus dem Haushalt der Gemeinde finanziert. In der jüngsten Sitzung des Schliengener Gemeinderats informierte Rektor Andreas Schlageter über die Schulentwicklung und die Entwicklung der Schülerzahlen sowie die haushaltsrelevanten Bedarfe der Schule. Nicht alle Lehrerstellen seien besetzt sondern nur etwa 95 Prozent der benötigten Lehrerstunden, berichtete der Rektor. Damit stehe die Hebelschule im Vergleich mit anderen Schulen noch recht gut da. In der letzten Ferienwoche seien vom Lörracher Schulamt glücklicherweise noch zwei Lehrer nach Schliengen abgeordnet worden und man habe eine Referendarin als Krankheitsvertretung gewonnen. Allerdings dürfen keine längeren Krankheitsfälle auftreten, ergänzte er.

Mehreinnahme, aber auch steigende Kosten

Erfreulich ist aus Sicht von Schlageter die Entwicklung der Schülerzahlen. Diese sei in der Grundschule konstant bei etwas mehr als 200 Schülern. In der Sekundarstufe sei man mit 68 Fünftklässlern gestartet. Seit 2019 hat die Zahl der Schüler im Sekundarbereich um 100 Schüler zugenommen. Die Zahl der Schüler in der Sekundarstufe stieg allein in diesem Schuljahr von 227 auf 329. Dies spreche, laut Schlageter, für die Qualität der Schule. Darüber hinaus bekomme die Gemeinde zusätzliche 68 000 Euro aus der Sachkostenpauschale des Landes Baden-Württemberg.

Diese Mehreinnahmen werden jedoch durch die steigenden Energiekosten aufgefressen, ergänzte Rechnungsamtsleiter Thomas Widmann.

Höhere Schülerzahlen hätten aber auch ein vermehrten Bedarf an Lehrmitteln zur Folge. Im Haushalt der Gemeinde waren 2017 noch mehr als 100 000 Euro für Lehrmittel eingestellt. Im Haushalt 2022 waren nur noch rund 40 000 Euro eingestellt und die Gemeinde will 2023 nur noch 20 000 Euro einstellen. Schlageter verwies darauf, dass die Schule in den vergangenen Jahren die Einsparungen mitgetragen habe, jetzt aber die Schmerzgrenze erreicht sei. Angesichts der Inflation und der steigenden Schülerzahlen sollte das Budget der Lehrmittel das Niveau des Jahres 2022 nicht unterschreiten.

Als Beispiel führte die Lehrerin Christine Aniol das Musikprojekt an der Hebelschule an. Da es keinen „richtigen“ Musiklehrer an der Hebelschule gebe und die Lehrer fachfremd unterrichteten, kooperiere die Schule von der fünften bis siebten Klasse mit der Musikschule Markgräflerland und dem Musikverein. Die Lehrer der Hebelschule unterrichteten dabei im Tandem mit den Profis. Zudem gebe es im Rahmen der Ganztagsbetreuung zusätzlichen (Einzel-)Unterricht. Angesichts der steigenden Schülerzahlen werden rund 7000 Euro für den stundenweisen Einsatz von zwei bis vier zusätzlichen Musikschullehrern benötigt.

Weitere Diskussion bei den Haushaltsberatungen

Gemeinderat Rolf Berner plädierte dafür, das Niveau von 2022 beim Lehrmitteletat zu halten. Karl-Ernst Seemann verwies auf die Haushaltssituation und darauf, dass die Gemeinde an vielen Stellen streichen müsse. Dann müsse man vielleicht auch bei der Schule streichen, ergänzte er.

Auch Gemeinderat Jürgen Czech verwies auf die vielen Belastungen der Gemeinde, schlug jedoch vor, die Diskussion in die Haushaltsberatungen zu verschieben.

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