Schliengen Jetzt sind Ideen der Fachplaner gefragt

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Bis Jacken in der neuen Kita in Schliengen hängen, dauert es noch – doch die Planungen laufen.Symbolfoto: Arwen Stock Quelle: Unbekannt

Schliengen (anl). Insgesamt zehn Architekturbüros haben sich für die Planung einer neuen Kindertagesstätte in Schliengen beworben. Fünf davon kommen in die zweite Runde des Vergabeverfahrens. In der Sitzung des Gemeinderats Ende November sollen die Planungsleistungen vergeben werden

Für den Neubau einer Kindertagesstätte für sechs Gruppen mit mehr als 800 Quadratmetern Nutzfläche wird die Bausumme auf rund 4,5 Millionen Euro geschätzt. Damit übersteigt auch das Architektenhonorar die Schwelle von 215 000 Euro bei der Vergabesumme, so dass eine europaweite Ausschreibung erforderlich ist, erläuterte Architekt Daniel Kenk vom Büro Drees & Sommer aus Freiburg, das Anfang Juli mit dem Auswahl- beziehungsweise Vergabeverfahren beauftragt wurde. Die erste Stufe (Präqualifikation) des zweistufigen Vergabeverfahrens ist abgeschlossen. Von den zehn Büros, die sich beworben haben, wurden fünf für die zweite Stufe ausgewählt.

Auswahlkriterien waren die Honorarsumme und Erfahrungen mit dem Bau von Kindertagesstätten, deren Bau nicht mehr als zehn Jahre zurückliegt. Büros, die Kita-Projekte als Referenz eingereicht haben, hätten gepunktet, erläuterte Kenk.

Für das weitere Verfahren wurden diese Architekturbüros – in der Reihenfolge der Punktzahl – ausgewählt: Moser Architekten aus Lörrach, Kayser Architekten aus Aalen, Vogt Architekten aus Grenzach-Wyhlen, Architekturbüro Frank Heinz, Waldkirch, sowie Schaudt Architekten aus Konstanz.

Bis 31. Oktober können die Büros ihre ausführliche Bewerbung mit Honorarvorschlag einreichen. Am 7. November tagt die Bewertungskommission aus Mitgliedern des Gemeinderats und Mitarbeitern der Verwaltung. Jedes Büro hat eine Stunde Zeit sich vorzustellen.

Die Bewertungskommission soll nach den folgenden Kriterien beurteilen, die prozentual gewertet werden. Die Präsentation fließt zu 70 Prozent in die Bewertung ein, diese gliedert sich in die Unterkategorien Organisation des Projektteams (20 Prozent), bauliche Qualifikation des Projektteams (zehn Prozent) sowie Erfahrung im Bau von Kindertagesstätten (40 Prozent). Die fehlenden 30 Prozent entfallen auf den Honorarvorschlag. Die Jury kann pro Kriterium bis zu vier Punkte vergeben.

Mitglieder der Bewertungskommission sind Bürgermeister Christian Renkert, Kindergartenleiterin Marlies Meier-Kumlin und Bauamtsleiter Thomas Wehner sowie je ein Vertreter der vier Gemeinderatsfraktionen. Sachbearbeiterin Sara Gempp nimmt nur beratend Teil.

Gemeinderat Rolf Berner hatte zuvor angemahnt, dass doch die Gemeinderäte die Mehrheit der Stimmen stellen sollten. Gemeinderat Joachim Gabelmann wollte wissen, wie das Thema Nachhaltigkeit und Heizung in die Bewertung einfließe. Karsten Willmann fragte, inwieweit die vom Gemeinderat bereits festgelegten Punkte berücksichtigt werden. Das Gremium hatte sich für eine Bauweise mit Holz und Stein sowie flexiblen Innenwänden entschieden. Damit soll auch spätere Nutzungsänderungen, beispielsweise eine schulische Nutzung, ermöglicht werden.

Laut Kenk fließen diese Vorgaben erst in den konkreten Planungsauftrag ein. Gemeinderätin Barbara Theurer kann diesem Vorgehen etwas abgewinnen. „Wir sollten Offenheit für die Ideen der Fachplaner haben“, sagte sie.

Eine Frage blieb jedoch offen: Rolf Berner wollte wissen, wie man die Planungskosten in den Griff bekomme, die sich ja an den Baukosten orientieren. „Wenn der Beton teurer wird, muss der Architekt ja nicht dran mitverdienen“, sagte Berner.

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