Schliengen Leben im ältesten Gasthaus

Ortsbildprägend: Das Gasthaus „Sonne“ in der Schliengener Ortsmitte. Foto: Claudia Bötsch

Schliengen - Leben ist wieder in das älteste Schliengener Gasthaus eingekehrt: Seit Wochen wird in der „Sonne“ renoviert und gewerkelt. Die neuen Betreiber, die das rund 500 Jahre alte Haupthaus erworben haben, wollen Anfang April ihr italienisches Restaurant eröffnen.

„Das traditionelle Ambiente soll bleiben, alles soll aber etwas frischer, moderner und vor allem heller werden“, sagt Ilke Quaglia, die mit ihrem Bruder Erik das ortsbildprägende, unter Denkmalschutz stehende Haus übernommen hat. Zum Beispiel wurden bereits im Gastraum neue Bänke eingebaut, zudem gab es helle Holzverkleidungen und einen neuen Anstrich für die Wände.

Nach dem Restaurant sollen auch die sechs Gästezimmer im Haus auf Vordermann gebracht werden, kündigen die neuen Inhaber an. Um die Hotelzimmer will sich künftig Ilke Quaglia kümmern, während ihr Bruder das Restaurant „Atelier del Gusto 19“ führt.

Bieten will man „klassische italienische Küche“ mit Fleisch- und Fischgerichten, Pasta und Suppen, hausgemachten Soßen, dazu eine kleine Auswahl an Pizzen. „Pizzerien gibt es schon genügend. Wir wollen etwas Besonderes bieten“, sagt Erik Quaglia. Zudem soll es typische neapolitanische Gerichte geben, da der Koch aus Neapel stammt.

Die neuen Inhaber wollen zudem den großen Veranstaltungssaal wieder zum „Treffpunkt für Vereine und Jugend im Ort“ werden lassen. Renoviert werden soll zudem die Terrasse, kündigen die Geschwister an, die ursprünglich aus Varese am Lago Maggiore stammen. Zuletzt haben sie ein „Bed and Breakfast“ in Sankt Blasien geführt.

Schon im Dreißigjährigen Krieg eine Wirtschaft

Bis zum Verkauf war das traditionsreiche Gasthaus „Sonne“ im Besitz der Familie Grim / Lorber-Grim, der es rund 25 Jahre gehörte. Zuletzt war es 2017 und 2018 als „Ristorante Pizzeria“ verpachtet.

Nicht tangiert vom Verkauf ist indes das angrenzende Gästehaus. Dieses bleibt in den Händen von Carola  Lorber-Grim, die es weiterhin betreiben wird.

Die Geschichte des Gasthauses „Sonne“ in der Schliengener Ortsmitte reicht Jahrhunderte zurück. „Zu Beginn des Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648) gab es nach dem Engel und dem Schlüssel neu die Sonne“, ist in der Schliengener Ortschronik nachzulesen. 1708 wurden die drei als so genannte geschworene Wirtshäuser geführt, heißt es weiter. Der „Schlüssel“ wurde bekanntlich im Jahr 2015 in Zusammenhang mit der Neustrukturierung des Weinguts Blankenhorn abgerissen.

„Schliengen hatte mit seinem regen Durchgangsverkehr, insbesondere auf der Straße in der Nord-Süd-Richtung über den Schliengener Berg, schon früh verhältnismäßig viele Wirtschaften, Gasthäuser oder Herbergen“, heißt es in dem Chronik-Beitrag von Rüdiger Hoffmann außerdem. „Schon 1329 wird in einem Kaufvertrag Conrat Kisling der Wirt als Zeuge erwähnt“, wird als ein Beleg angeführt.

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