Schliengen Noch viele Hürden für Fußgänger

Silke Hartenstein
Auf der Wunschliste: ein Zebrastreifen in Liel – im Bereich, wo auf dem Weg zu Schlossgartenhalle, Grundschule und Kindergarten die Ortsdurchfahrt (L 134) überquert werden muss. Foto: Silke Hartenstein

21 Handlungsfelder zur Verbesserung der Situation für Fußgänger wurden beim Abschlussworkshop des Fußverkehrschecks in der Gesamtgemeinde Schliengen vorgestellt. 18 Bürger nahmen an der Veranstaltung im Bürger- und Gästehaus teil, darunter Bürgermeister Christian Renkert und etliche Gemeinde- und Ortschaftsräte.

Von Silke Hartenstein

Schliengen. Zweimal waren im Herbst Bürger und Kommunalpolitiker unterwegs in Sachen Fußgängerverkehr, einmal in Schliengen, einmal im größten Ortsteil Liel. Nun stellte Verkehrsplanerin Jule Engelmann vom Büro Planersocietät die hieraus gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse vor.

Grundsätzliches

Eröffnet wurde die Präsentation durch Grundsätzliches wie „Fußverkehr ist ohne technischen Aufwand machbar“. Fußgänger brauchen im Vergleich zu Kraftfahrzeugen wenig Platz, keine Parkplätze, belasten das Klima nicht und tun etwas für ihre Gesundheit. Zudem gibt es Bürger, die aus verschiedenen Gründen nicht per Auto unterwegs sein können.

Viel Luft nach oben

Damit der Fußverkehr sicher ist und Spaß macht, müssen die Bedingungen dafür stimmen. Hier lagen Attraktivität, Sicherheit und Barrierefreiheit laut Einschätzung der Workshop-Teilnehmer im mittleren bis unteren Bereich. Zum Thema Barrierefreiheit kündigte Bürgermeister Renkert an, jeder Ortsteil werde eine barrierefreie Bushaltestelle erhalten, die Förderzusage läge vor, als Erstes solle die Bushaltestelle bei Niedereggenens mobiler Ampelanlage barrierefrei werden.

Ganz oben auf der Liste

Die 21 Handlungsfelder wurden erläutert, diskutiert und auf einer Liste zusammengefasst, auf der die Teilnehmer zuletzt ihre „Top 4“ markierten. Ganz oben landete ein neuer Fußweg zwischen Mauchen und Schliengen, der teils über den Damm des Hochwasserrückhaltebeckens führen könnte.

Kontrollen und Zebrastreifen

Platz zwei waren stärkere Kontrollen in Schliengens enger „Mauchener Gasse“. Hier könnte man zudem, durch Versetzen von Beleuchtung und Verkehrsschildern nah an den Fahrbahnrand, Autofahrer vom Parken auf dem Trottoir abhalten.

Platz drei war ein Zebrastreifen in Liel, der ein sicheres Überqueren der dort schlecht einsehbaren und stark von Lastern befahrenen Ortsdurchfahrt (L 134) zu Schlossgartenhalle, Grundschule, Kindergarten und Kirche ermöglicht. Platz vier waren Bordsteinabsenkungen „Am Sonnenstück“, in St. Alban und der Schwarzwaldstraße.

Sorgen um Senioren

Suboptimal steht es derzeit um die Fußgänger-Sicherheit der Senioren im Pflegeheim und dem künftigen betreuten Wohnen. Wollen sie den Bürgersteig zwischen der Straße „Am Sonnenstück“ und der Bundesstraße 3 erreichen, müssen sie zuerst die Straße überqueren. Auf dem Weg zu Frischemarkt, Café und Blumenladen steht dann eine erneute Überquerung an. Und auf dem kürzesten Weg zu Ärztehaus und Einkaufsmärkten jenseits der B 3 gibt es beim Verkehrskreisel keinen Zebrastreifen.

Nidauer Platz erweitern

Grünen-Gemeinderat Georg Hoffmann hat die Abkehr von alten Verkehrs-Gewohnheiten bereits verinnerlicht. Er schlug vor, es bei der aktuell wegen Bauarbeiten laufenden Sperrung zwischen Frischemarkt und Tankstelle zu belassen. Hierzu hatte die Präsentation unter „Stärken“ aufgelistet: „Momentane Sperrung am Sonnenstück führt zur Beruhigung der Verkehrssituation“.

Hoffmanns zweiter Vorschlag lautete, den Nidauer Platz um den daran angrenzenden Teil der Eisenbahnstraße zu erweitern. Da es seit längerem eine Ortsumfahrung gäbe, so Hoffmann, brauche der Kfz-Verkehr dort keine durchgängige Eisenbahnstraße.

Abschlussbericht 2023

Die Ergebnisse der Abschlussbesprechung fließen nun ein in den für das Frühjahr 2023 erwarteten Abschlussbericht. Auf dieser Grundlage kann die Gemeinde dann zwecks Umsetzung auf die Genehmigungsbehörden zugehen.

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