Zur Abschlussfeier der Hebelschulabsolventen gehörte eine große Premiere: Erstmals erwarben Schulabgänger die Mittlere Reife an der Schliengener Gemeinschaftsschule. 37 der 68 Schulabgänger nahmen ihren Realschulabschluss in Empfang. Ihre Abschlüsse geschafft haben alle.

Von Silke Hartenstein

Schliengen. Im Schuljahr 2012/2013 nahm die Hebelschule als eine von 34 Starterschulen des Landes Baden-Württemberg den Gemeinschaftsschulbetrieb auf. Der Erfolg ihres pädagogischen Konzepts geht jedoch weit über den Erwerb von Abschlüssen hinaus.

An diesem Abschlussfest im voll besetzten Bürger- und Gästehaus präsentierten sich die Schüler als vitale, kreative und selbstbewusste Gemeinschaft, die ein unterhaltsames abendfüllendes Programm auf die Beine stellte. Für ihre Auftritte als Sänger, Tänzer, Musiker oder Filmemacher ernteten die jungen Männer und Frauen viel verdienten Applaus, zuletzt gab es sogar stehende Ovationen.

Schulentwicklung gefeiert

„Wir wollen sechs Jahre Schulentwicklung feiern“, sagte Schulleiter Andreas Schlageter und erinnerte an den September 2012 mit den ersten 45 Gemeinschaftsschülern: „Wir waren so stolz. Es war ein Vertrauensvorschuss von Ihnen, liebe Eltern.“

In den vergangenen Jahren habe man sich stark weiter entwickelt, während manche Schulen in diesem Zeitraum ihre Türen schließen mussten. Er dankte allen Beteiligten und der Gemeinde für ihren Mut zur Einführung eines neuen Schultyps, erinnerte an die drei Bauabschnitte und die intensive Personalentwicklung aufgrund steigender Schülerzahlen.

Zum Kollegium gehörten laut Schlageter auch Lehrer aus dem sonderpädagogischem, dem Realschul- und Gymnasialbereich. Es habe auch Krisensituationen gegeben, doch diese habe man gemeistert und sei dadurch stärker geworden.

Zuletzt wandte er sich an die Schulabgänger: „Seid offen für die Welt und begegnet dem Leben mit Respekt und dem Elan, den man braucht, um sein Leben zu gestalten.“

Lob vom Bürgermeister

Auch Bürgermeister Werner Bundschuh war stolz: „Es ist für mich ein einmaliger, sehr schöner Moment, heute zum ersten Mal den Realschul- und Gemeinschaftsschulabschluss mit euch erleben zu können.“ Seine Botschaft an die Absolventen: „Nehmt euer Leben in die Hand, vertraut auf euer Können und vertraut darauf, dass es immer Männer und Frauen gibt, die euch unterstützen.“

Als Vertreter des Schulträgers stellte er fest: „Wir können für die Schüler nur die Hülle herstellen.“ Sein Kommentar dazu, dass diese Hülle die Gemeinde bereits etliche Millionen Euro kostete: „Wir können uns das leisten, weil uns die Kinder das wert sind.“ Dies gelte auch für den Grundschulbereich. Laut Bundschuh geben die Mitglieder des Gemeinderats eine Bestandsgarantie ab für die drei Grundschulstandorte.

Preis vom Förderverein

Als Klassenbeste erhielten Max Erdmann (9c, Klassen- und Jahrgangsbester mit der Note 1,6), Kim Brucker (9a), Justin Springer (9b), Judith Schlegel (10a) und Frederik Erat (10b) einen Preis vom Förderverein. Der Sparkassenpreis für den besten Schüler in Geisteswissenschaften ging an Lorenz Eckle (10a).