Schliengen Sonnenstück für Günter Meyer

Alexander Anlicker
Bürgermeister Christian Renkert (v. l.) mit Margot Meyer und dem Sonnenstück-Träger Günter Meyer. Foto: Alexander Anlicker

Die Gemeinde Schliengen würdigt das ehrenamtliche Wirken von Meyer in seinem Heimatort Liel. Die Verleihung findet auf Schloss Bürgeln statt.

In der Winzergemeinde werden seit 1992 Menschen mit dem Sonnenstück ausgezeichnet, die sich um den Schliengener Wein und die Gemeinde Schliengen verdient gemacht haben. Das Schmuckstück wurde in diesem Jahr zum 26. Mal vergeben. Schliengens Bürgermeister Christian Renkert erinnerte daran, dass alle Geehrten auf ihre eigene Weise und mit der ihr eigenen Handschrift in der Gemeinde einiges bewegt hätten. Das Verleihungsgremium habe mit jeder geehrten Person einen speziellen Bereich des gesellschaftlichen Engagements in Rampenlicht bringen wollen. „Über die Jahre ergibt sich ein bunter Strauß ans Persönlichkeiten“, betonte Renkert und gedachte auch den verstorbenen Sonnenstück-Trägern wie dem im vergangenen Jahr verstorbenen Karl Mannhardt oder dem früheren baden-württembergischen Landwirtschaftsminister Gerhard Weiser.

Mit der Ehrung von Günter Meyer wird dieser bunte Strauß noch bunter. Nach Jahren des Verzichts freue er sich, für 2023 diese Ehrung wieder aussprechen zu können, betonte der Bürgermeister und erinnerte daran, dass der Gemeinderat die Ehrung einstimmig beschlossen hatte. „Lob und Anerkennung sind der Kitt unserer Gesellschaft“, sagte Renkert.

Günter Meyer habe seit Jahrzehnten das kulturelle Leben in der Gemeinde und insbesondere in Liel, aber auch über die Gemeindegrenzen hinaus in der Region bereichert, betonte der Rathauschef. Renkert nannte zum einen Meyers sechs Jahrzehnte andauernde Tätigkeit als Chorleiter. Nach seiner Chorleiterprüfung im Jahr 1963 war Meyer Dirigent des Gesangvereins Liel bis zu dessen Auflösung 2016, aber auch Dirigent in Niedereggenen, Bamlach-Rheinweiler, Hertingen und bis heute Dirigent der Chorgemeinschaft Bad Bellingen. Letztere sorgte für den passenden musikalischen Rahmen der Ehrung und bedankte sich mit einem Buchpräsent bei ihrem Dirigenten.

Der Bürgermeister erinnerte aber auch an Meyers Wirken als Dorfchronist von Liel, der als Hobbyfotograf seit mehr als 60 Jahren hinweg das Vereinsleben und den Wandel der Zeit in Bildern festgehalten hat. „Auf seinen Bildern erkennt man Verschwundenes wie Bäcker, Schuster, Metzger, Post, Wagner, Tankstelle, drei Gasthäuser und vieles mehr“, sagte Renkert. Besonders hob er die seit 2010 stattfindenden und von Meyer initiierten „Lieler Dorfabende“ hervor, die mit „Dia-Bildern aus dem Lieler Dorfleben und entsprechenden Anekdoten“ alte und junge Zuhörer ansprechen und Geschichte erfahrbar machen. Bisher hätten neun Dorfabende zu Gunsten des Fördervereins der Lieler Dorfkirche stattgefunden. „Damit wird ein wertvoller Beitrag zur Pflege der Dorfgemeinschaft geleistet.“

Renkert überreichte Meyer eine Urkunde und steckte ihm das Sonnenstück an. Dabei handelt es sich um ein Brosche mit silbernen Weinblättern und Trauben aus Weißgold, die von der Goldschmiedin Judith Hermann aus Badenweiler gefertigt wurde.

Er möchte sich für das schöne Geschenk und die schönen Worte bedanken, sagte Meyer und ergänzte mit humorvollen alemannischen Worten, dass er Ehrungen nicht mag. Diese hingen mit dem Vergangenen und damit auch dem Alter zusammen, meinte er. „Meine Wünsche an den Herrgott sind, dass er mir noch ein paar Tage gibt, damit ich mit meiner Frau Zeit verbringen und etwas für andere tun kann“, sagte Meyer.

Für Meyers Frau Margot gab es nicht nur einen Blumenstrauß von der Gemeinde. Sie bereicherte das Programm mit dem routiniert vorgetragenen alemannischen Gedicht „Der Mann im Mond“ von Johann Peter Hebel.

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