Schönau Anwältin Roda Verheyen ist „Schönauer Stromrebellin 2021“

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Roda Verheyen ist die aktuelle „Schönauer Stromrebellin“. Foto: EWS/Marc Eckardt

Schönauer Stromrebellin des Jahres 2021 ist die Hamburger Anwältin Roda Verheyen. „Für ihr unbeirrbares Engagement wird sie ausgezeichnet“, teilen die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) mit, die den Preis jährlich gemeinsam mit den Schönauer Energieinitiativen und der Stadt Schönau verleihen.

Schönau. Die Preisverleihung wird üblicher Weise im Rahmen eines Festaktes in den Räumlichkeiten der EWS zelebriert. Wegen der Coronapandemie allerdings wurde die ursprünglich für gestern Abend geplante Übergabe der Auszeichnung abgesagt. Sie soll nächstes Jahr nachgeholt werden.

Die Preisträgerin gehe für den Klimaschutz konsequent ihren Weg durch die Gerichte der Republik und habe in diesem Jahr vor dem Bundesverfassungsgericht erreicht, dass die Bundesregierung ihr Klimaschutzgesetz nachschärfen musste, so die EWS.

Klage gegen RWE und den Volkswagenkonzern

Als Studentin habe Roda Verheyen 1992 den ersten Klimaschutzbericht des Weltklimarats gelesen und konnte nicht fassen, welche Gefahren, die von den CO2-Emissionen ausgehen, schon damals wissenschaftlich dokumentiert waren. Seitdem streite die Juristin aus tiefster Überzeugung für wirksamen Klima- und Umweltschutz, heißt es in der Mitteilung.

Zunächst war Verheyen als Lobbyistin für eine Klimaschutzorganisation aktiv. 2006 entschied sie sich, als Rechtsanwältin die Gerichtsbarkeit zu nutzen, um Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen durchzusetzen. Seitdem beschreitet sie den Rechtsweg gegen Unternehmen und Regierungen, die durch klima- und umweltfeindliches Verhalten die Zukunft des Planeten aufs Spiel setzen.

Bekannt wurde sie als Anwältin des peruanischen Bauern Raúl Luciano Lliuya, der den Energiekonzern RWE verklagte, weil ein schmelzender Gletscher sein Dorf bedroht.

Ihren bisher größten Erfolg verbuchte sie mit der Klimaklage vor dem Bundesverfassungsgericht, mit der sie für ihre jungen Mandantinnen und Mandanten in diesem Jahr Nachbesserungen der Bundesregierung beim Klimaschutz erstritt. Aktuell vertritt sie für Greenpeace eine Klage gegen den Volkswagenkonzern, der gerichtlich verpflichtet werden soll, seine Treibhausgasemissionen zu senken.

„Mit bewundernswerter Beharrlichkeit hat Roda Verheyen es geschafft, die Gerichtsbarkeit für Fragen des Klimaschutzes zu öffnen. Dafür mussten wahrlich dicke Bretter gebohrt werden. Wir sind sehr stolz, sie als Schönauer Stromrebellin 2021 auszuzeichnen“, würdigt EWS-Vorstand Sebastian Sladek die Anwältin.

Dicke Bretter bohren für den Klimaschutz

Den Ehrenpreis „Schönauer Stromrebell“ verleihen die Energieinitiativen jährlich gemeinsam mit den EWS und der Stadt Schönau an Menschen, die mit persönlichem Engagement Visionen umsetzen, Widerstände überwinden und sich für Umwelt und Klimaschutz einsetzen, so die Mitteilung.

Unter den Preisträgern befinden sich unter anderem der Klimaforscher Prof. Dr. Hartmut Graßl, Alfred Ritter (Ritter Sport), Dirk Vansintjan (REScoop.eu), Heffa Schücking (urgewald e.V.) und die Antiatomaktivistin Kerstin Rudek (Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg).

Mit der Verleihung des „Schönauer Stromrebellen“ ist auch ein Eintrag ins goldene Buch der Stadt Schönau verbunden.

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