Schönau Biosphäre reicht nicht bis Feldberg

Markgräfler Tagblatt, 03.12.2015 23:03 Uhr

Das geplante Biosphärengebiet Schwarzwald wird im kommenden Jahr ohne die Gemeinde Feldberg an den Start gehen. Der Gemeinderat hat sich am Dienstagabend gegen einen Beitritt entschieden. Gesichert ist indes jetzt endgültig, dass die Geschäftsstelle nach Schönau kommt.

Oberes Wiesental (pele). Vier Feldberger Gemeinderäte votierten für eine Teilnahme am Biosphärengebiet, sechs dagegen. Bürgermeister Stefan Wirbser hatte im Vorfeld der Sitzung nochmals Gespräche, unter anderem mit Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, geführt, um die Modalitäten eines Beitritts zu diskutieren. Am Feldberg sorgt man sich offenbar vor allem um die Zukunft des Wintersports. Obwohl sich der Bürgermeister nach den Sondierungen verhalten positiv zu einem Beitritt geäußert hatte, stimmte die Mehrheit des Gemeinderats gegen eine Teilnahme an dem Vorhaben.

Klemens Ficht, Vizepräsident des Regierungspräsidiums Freiburg (RP) sagte, er bedauere die Entscheidung Feldbergs: „Es wäre schön gewesen, wenn die Gemeinde mitgemacht hätte.“ Gleichwohl werde man 2016 die Arbeit aufnehmen, „Feldberg kann dann eben nicht mitgestalten“, so Ficht. Zumindest für die ersten zehn Jahre des Projekts sei die Tür zu, bekräftigte der RP-Vertreter.

Gesichert ist nach Klemens Fichts Worten, dass die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets in Schönau angesiedelt wird. Abstimmungsbedarf über diese Frage beim Land, wie noch vor einigen Monaten, gebe es mittlerweile nicht mehr.

Neben der Gemeinde Feldberg haben sich auch die ursprünglich für das Projekt vorgesehenen Kommunen Steinen und Todtmoos gegen einen Beitritt entschieden. Insofern wird das Biosphärengebiet Schwarzwald im kommenden Jahr mit 29 Kommunen starten, wie auch Alexander Bonde, Minister für den ländlichen Raum, am Mittwoch in einer Pressemitteilung bekräftigte.

„Ich freue mich über das klare Votum von 29 Gemeinden für ein Biosphärengebiet Schwarzwald. Das ist ein deutliches Signal der Kommunen für eine spannende Modellregion, die Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus kraftvoll verbindet und für alle einen Mehrwert schafft. Damit kann das neue Biosphärengebiet noch im ersten Quartal 2016 an den Start gehen“, sagte Minister Bonde am Mittwoch in Stuttgart.

Die 29 beteiligten Kommunen bringen eine Gebietskulisse von rund 63 000 Hektar in das künftige Biosphärengebiet ein.

Das geplante Biosphärengebiet wird durch eine Verordnung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz errichtet. Das Land Baden-Württemberg hat bereits im Vorfeld zugesagt, dass es sich in umfangreicher Weise finanziell engagieren will.

Die ersten drei Jahre übernimmt das Land Baden-Württemberg die Kosten des Projekts vollständig. Danach trägt das Land 70 Prozent der Kosten, 30 Prozent übernehmen die Kommunen mit Unterstützung der Landkreise.