Schönau Die neue SG sorgt für Auftrieb

Vorstand und Geehrte in Harmonie: (von links) Jasmin Markanic (Vorsitzende), Daniel Hees (Kassierer), Dennis Kiefer (zweiter Vorsitzender) und Murat Arslan (Jugendleiter).Foto: Hans-Jürgen Hege Foto: Markgräfler Tagblatt

Über 50 Mitglieder ließen es sich am Freitag nicht nehmen, sich bei der Hauptversammlung ihres Fußballclubs endlich mal wieder persönlich zu treffen, mit Abstand, aber maskenlos von Angesicht zu Angesicht. Und ein Sprecher der Aktiven machte auch gleich darauf aufmerksam, dass rund die Hälfte der Anwesenden Aktive seien, was seiner Meinung nach beweise, dass die Harmonie, das Verständnis untereinander auch von der Pandemie keineswegs ausgebremst worden sei.

Von Hans-Jürgen Hege

Schönau. Im Gegenteil. Man verstehe sich prächtig, habe bereits wieder erste sportliche Erfolge eingefahren und könne stolz darauf sein, ein Vorstandsteam an der Vereinsspitze zu haben, das hervorragende Arbeit leiste und das mit Jasmin Markanic schon im ersten Jahr ihrer Amtszeit unter denkbar ungünstigen Voraussetzungen manchmal unbequeme, aber – im Nachhinein aus der Distanz beurteilt – stets die richtigen Entscheidungen getroffen habe.

Kasse

Ein tolles Statement an die Adresse der jungen Frau, die – wie sie selbst sagte – bereits vor ihrer Wahl vor einem Jahr jede erdenkliche Hilfe auch von älteren und früheren Vorstandsmitgliedern erhalten habe und der es trotz Pandemie und Corona-Auflagen, trotz des Ausfalls so gut wie jeder Veranstaltung und damit so gut wie jeder Möglichkeit, Geld in die Kasse zu bekommen, um die Vereins- und vor allem die Jugendarbeit zu finanzieren, „in diesem auch für mich nicht ganz einfachen Jahr“ beraubt wurde. Dass trotzdem ein kleines Plus in der von Daniel Hees verwalteten Kasse verbucht werden konnte, nahmen die Mitglieder, darunter Bürgermeister Peter Schelshorn, wohlwollend zur Kenntnis. Schelshorns Lob, aber auch sein großer Dank galt dem Vorstand eines Sportvereins, der von den Auswirkungen der Pandemie wie alle anderen sportlich aktiven Vereine „besonders hart getroffen“ war. Dass die Verwaltung „mit keinem Verein so wenig Arbeit gehabt habe wie mit dem FC“, verdiene höchste Anerkennung und großes Lob, sagte Schelshorn und betonte: „Wir haben uns vertraut und mussten dieses Vertrauen nie bereuen.“ Dem Bürgermeister fiel es zusehends leicht, dem Fußballclub „weiterhin viel Erfolg“ zu wünschen und zu versprechen: „Wir als Stadt werden euch nach besten Kräften auch in Zukunft unterstützen.“

Berichte

Den widrigen Umständen geschuldet kurz und bündig fielen die Berichte der Abteilungsleiter aus. Stefan Nopper zum Beispiel erinnerte an fünf Spiele der Damen- und 16 Spiele der ersten und zweiten Mannschaft, ehe nichts mehr ging im sportlichen Bereich und außer „Online-Training“ nichts mehr möglich war, außer die neue Saison praktisch ins Blaue hinein zu planen ohne zu wissen, wie es konkret weiter gehen würde.

Von einem Trainerteam musste sich der Verein trennen, ein neues mit Christian Lais an der Spitze wurde bald wieder gefunden. Die Aktiven mussten den Weggang von zwei Leistungsträgern verkraften, haben aber auch acht Neuzugänge begrüßen dürfen.

Mit einem stark eingeschränkten Spielbetrieb mussten sich auch die 137 Jugendlichen abfinden, die aktuell mit 22 Trainern und Betreuern in sieben Mannschaften an den Start gehen und mit Murat Arslan über einen überaus kompetenten und engagierten Jugendleiter verfügen. Arslan musste unter anderem die Spielgemeinschaften mit Zell, Hausen und Todtnau neu organisieren, weil die einen nicht mehr mit den anderen so wollten, wie das die anderen mit den einen gern getan hätten, bis sich nach Gründung einer SG mit Todtnau eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung abzeichnete, die möglich machte, was aus seiner Sicht am wichtigsten gewesen sei: „Wir haben jetzt wieder eine Mannschaft zusammenbekommen.“ Schließlich betonte der Jugendleiter, dass in einem erfolgreichen und wohltuenden Miteinander „die soziale Komponente eine ganz wesentliche Rolle“ spiele, in der Trainer und Betreuer eine extrem wichtige Verantwortung tragen. Aber es mangle an Menschen, die bereit sind, in dieser Sache ebenfalls Verantwortung zu übernehmen. Sein Appell galt allen, sich zu überlegen, die Übungsleiter vor allem im Jugendbereich zu unterstützen. Einen Beitrag leiste die Kooperation zwischen Schule und Verein, „aber das kann und darf nicht alles sein, was wir für den uns anvertrauten Nachwuchs tun“, gab Murat Arslan zu Protokoll.

Wahlen

Immer dann, wenn es auch hinter den Kulissen harmonisch zugeht in einem Verein, sind auch bei Neuwahlen keine Probleme zu erwarten. Die Mitglieder des FC Schönau wählten am Freitag Dennis Kiefer erneut zum zweiten Vorsitzenden und Daniel Hees zum Kassierer. Egon Markanic, der hofft, im nächsten Jahr wieder einen viel größeren Tätigkeitsbericht abliefern zu können als heuer, blieb Abteilungsleiter der Seniorenmannschaft, Christof Meder darf weiter die Interessen der Passivmitglieder im Vorstand vertreten und Murat Arslan, den vor der Hauptversammlung bereits die Jugendlichen des Vereins zu ihrem Abteilungsleiter gewählt hatten, wurde im Amt bestätigt.

Ehrungen

Für ihre außerordentlichen Verdienste um den FC Schönau zeichnete der dritte Vorsitzende Robert Bianchi Malin Lindenthal, Daniel Hees, Murat Arslan und nicht zuletzt die Vorsitzende Jasmin Markanic mit der silbernen Vereins-Ehrennadel aus. Für die Bereitschaft der Vorsitzenden, das Amt in schwierigen Zeiten zu übernehmen, könne er nur den Hut ziehen, sagte Bianchi und fügte hinzu: „Wir können uns alle glücklich schätzen, dass wir Sie haben.“

Der FC Schönau wurde 1908 gegründet. Er hat aktuell 460 Mitglieder und wird unterstützt vom Förderkreis Fußball, dem Paul Hees vorsteht. Im Verein sind derzeit zwei Herren- und eine Damenmannschaft, vier Teams, die in einer SG mit Todtnau spielen, drei D-, E- und F-Jugendmannschaften sowie eine AH-Mannschaft aktiv.

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