Schönau Durchhaltevermögen und Flexibilität

Die Zeugnisverleihung an die Abiturienten fand in Corona-Zeiten unter Sicherheitsvorkehrungen statt. Foto: Paul Berger

Schönau - Für 42 Abiturienten des Schönauer Gymnasiums war es ein unvergessliches Erlebnis, als sie am Samstag über den sprichwörtlich roten Teppich schreiten durften, um von Oberstudiendirektor Jörg Rudolf und Studiendirektor Matthias Blaznik – getrennt durch eine Schutz-Scheibe – ihre Reifezeugnisse in Empfang zu nehmen.

„Wir haben das Abi von Corona“, tönte bereits zu Beginn der nahezu vierstündigen Abschlussfeier in der gut besetzten Buchenbrandhalle das „Ballett des Ombres Heureuses“. Ein Abi, das unter erschwerten Bedingungen während der Corona-Krise geschafft wurde. Was viele während des Lockdowns schmerzlich vermisst haben, nämlich den regelmäßigen Unterricht und die Gemeinschaft mit den Mitschülern, wurde nun zum Abschluss gründlich nachgeholt. Corona hin oder her, niemand schien es bei der Feier sonderlich eilig zu haben. Zwar trugen die Besucher, wie vorgeschrieben beim Betreten der Halle sowie beim Gang zum Podium, die empfohlenen Masken. Ebenfalls eingehalten wurden die vorgegebenen Abstände zwischen den Stuhlreihen. Was indes die Dauer der Veranstaltung anging, nahmen sich einige Akteure bei der Feier jedoch reichlich Zeit.

„Jeder von euch hat sich auf seine Art angestrengt“, lobte Schulleiter Jörg Rudolf die Leistungen der Abiturienten, die als Motto ihrer Abschlussfeier den Slogan „Kamele kommen, Scheichs gehen“ gewählt hatten. „Nein, ihr müsst keine Scheichs werden, um etwas zu erreichen“, sagte Rudolf, „denn unser Zusammenleben hängt nicht von einzelnen Scheichs, sondern von uns allen ab.“ Als weiteren Rat gab er den jungen Menschen, die gerade die erste wichtige Hürde in ihrem Leben genommen haben, die Empfehlung mit auf den Weg, selbst herausfinden, was für sie wichtig ist.

Um 2874 Tage zurück – als die Schüler von ihren Eltern zum ersten Mal zum Gymnasium begleitet wurden – drehte Elternvertreter Robert Steinebrunner die Zeit. Dabei bemühte er das von Wolfgang von Goethe stammende Zitat: „Zwei Dinge soll ein Kind von seinen Eltern bekommen; Wurzeln solange sie klein sind und Flügel, wenn sie älter sind.“ Seine Anregung an die Schulabgänger: „Macht eure eigenen Erfahrungen.“

Sichtlich begeistert frohlockte Kevin Hie in seiner Abiturientenrede: „Was für ein Glück für uns, alle haben bestanden.“ Gleichzeitig betonte er in seiner mit viel Applaus begleiteten Rede: „Es war für uns ein einzigartiges und wunderschönes Erlebnis.“

Bürgermeister Peter Schelshorn meinte in seiner Rede in Anspielung auf die Corona-Pandemie, er habe vor Kurzem noch befürchtet, die Abitur-Zeugnisse durch den städtischen Amtsboten zustellen zu müssen. Gleichzeitig schickte er ein dickes Lob an die jungen Leute, die in dieser schwierigen Zeit Erstaunliches geleistet haben. „Ihr seid der erste Abi-Jahrgang, der die Reifeprüfung mit Abstand geschafft hat. Bewiesen habt ihr das mit eurem Durchhaltevermögen und eurer Flexibilität“, bekräftigte Schelshorn.

Aufgelockert wurde das Ganze mit musikalischen Beiträgen sowie einer Power-Point-Präsentation von Bildern vergangener Schulerlebnisse. Lehrer bedankten sich bei den Schülern und Schüler revanchierten sich mit Geschenken bei ihren Lehrer. Bei 20 Prozent der Abiturienten stand im Zeugnis eine Eins vor dem Komma. Preise als Abi-Beste mit 1,0 erhielten Fabio Lais und Cedric Becker.

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