Schönau Ein echtes Schmuckstück

Die Arbeiten in der neuen Mehrzweckhalles des Gemeindeverwaltungsverbands Schönau liegen in den letzten Zügen. Das rund neun Millionen Euro teure Großprojekt wird am kommenden Samstag offiziell eingeweiht – wegen Corona allerdings nur in einem überschaubaren Rahmen.Fotos: Peter Schwendele Foto: Markgräfler Tagblatt

Die Bürger, die Vereine und die Schulen des Gemeindeverwaltungsverbands Schönau können sich auf ein echtes Schmuckstück freuen: Die neue Mehrzweckhalle des GVV, in der dieser Tage noch ein reges handwerkliches Treiben zu beobachten ist, dürfte ihre künftigen Nutzer begeistern. Die offizielle Einweihungsfeier findet am kommenden Samstag, 26. Juni, statt.

Von Peter Schwendele

Schönau. Von einer ehrgeizigen Terminsetzung sprach bei einem Rundgang durch das knapp neun Millionen Euro teure Gebäude zu Beginn der Woche Architekt Jürgen Moser. Im Halleninneren wird das meiste bis zum Samstag erledigt sein, an den Außenanlagen steht allerdings in den nächsten Monaten noch einiges an Arbeit an. Vereins- und Schulsport wird denn auch erst im neuen Schuljahr in der Halle betrieben werden können. Peter Schelshorn, Verbandsvorsitzender und Bürgermeister von Schönau, legte dar, dass man die Arbeiten nicht zuletzt auch deswegen engagiert vorangetrieben habe, um die Verabschiedung des diesjährigen Abiturjahrgangs am 17. Juli in dem neuen, großflächigen Gebäude vornehmen zu können.

Architekt Moser zeigte sich beim Rundgang froh, dass das seit gut zwei Jahren laufende Großprojekt (Spatenstich war im Mai 2019) bis dato ohne Probleme umgesetzt werden konnte. Insbesondere die im vergangenen halben Jahr auf vielen Baustellen spürbare Materialknappheit „hat uns hier zum Glück nicht eingeholt“. Moser versprach, dass zum neuen Schuljahr alles fertig sein wird.

Der Architekt zeigte sich vom Grundansatz des Projekts begeistert. Das große Gebäude mit einer gesamten Nutzfläche von knapp 2500 Quadratmetern sei gut unter einem Walmdach versteckt worden; außerdem habe man den Geländeabfall zur Wiese hin geschickt ausgenutzt. Der Blick falle deshalb auf ein trotz seiner Größe „überschaubares, dezentes Gebäude“.

„Tradition in moderne Sprache übersetzt“

Beim Dach (auf dem auch eine Photovoltaikanlage zu finden ist) habe man sich an alten Schwarzwaldhäusern orientiert und eine Dachform mit tradierter Form gewählt. Auch die Farbwahl sei bewusst dezent ausgefallen; die grünen und braunen Farbtöne würden sich nicht aufdrängen, doch gleichzeitig werde durchaus klar, dass es sich um ein wichtiges Gebäude handle. Insgesamt habe man mit der neuen Mehrzweckhalle „Tradition in moderne Sprache übersetzt“, meinte Jürgen Moser.

Nicht unerwähnt ließ der Architekt, dass das Trafohäuschen, dessen Standort vor dem Haupteingang der Halle keine Veränderung zuließ und das laut Peter Schelshorn „extrem wichtig für die Stromverteilung in diesem Bereich ist“, mit einer identischen Holzverkleidung an die Fassadengestaltung der Halle angepasst wurde. Moser: „Kompliment, dass das in der Kooperation mit der EWS so geklappt hat.“ Die Holzverschalung der Gebäudefassade soll ebenfalls an den Standort Schwarzwald anknüpfen.

Die Dreifeldhalle mit einer Größe von 1465 Quadratmetern erlaubt künftig in allen bekannten Sportarten Wettkämpfe unter den allgemein gültigen Bedingungen. Ein Highlight ist die ausfahrbare Tribüne mit insgesamt rund 280 Sitzplätzen – laut Peter Schelshorn „wohl die erste ihrer Art im gesamten Landkreis Lörrach“. Unter dem Sportboden liegt eine effiziente Fußbodenheizung. Gelobt wurde bei dem Rundgang auch die Akustik in dem Gebäude, die mit gezielten, punktuellen Maßnahmen auf ein hohes Niveau gehoben werden konnte.

Projektleiter Marc Ehrenberg vom Architekturbüro Moser erläuterte weitere Detailaspekte der neuen Halle. Neben dem Foyer befindet sich ein Mehrzweckraum für kleinere Gruppentreffen; im Foyer selbst können auch Zusammenkünfte mit Bewirtung abgehalten werden. Über die Galerie beziehungsweise über Treppen und einen Aufzug kommt man zu den Umkleideräumen, von denen sich zwei auf der Eingangsebene und vier auf der Hallenebene befinden. Diese Räumlichkeiten werden von unterschiedlichen, kräftigen Farben bestimmt.

Nicht zuletzt der Küchenbereich stellt einen Quantensprung zu den bisherigen Möglichkeiten in der alten Buchenbrandhalle dar (die im übrigen im nächsten oder spätestens im übernächsten Jahr abgerissen werden soll). Die Ausstattung dürfte die Herzen aller Vereinsvertreter, die irgendwann Bewirtungen übernehmen werden, höher schlagen lassen. „Das Ganze ist auch ein Vermietprojekt“, sagte Architekt Moser in diesem Zusammenhang, „man wird hier hoffentlich viele Veranstaltungen mit einem großen Einzugsbereich erleben.“ Bereits geliefert und eingelagert sind die knapp 950 Stühle, die unter anderem hierfür zur Verfügung stehen.

Einen wichtigen Beitrag zur diesbezüglichen Nutzung soll auch die Bühne leisten, die über eine flexible Konstruktion von der Halle abgetrennt werden kann. Gleichzeitig gelangt man von der Innenbühne, in deren benachbartem Regieraum eine beeindruckende Menge an Technik verbaut ist, direkt zu einer Außenbühne, die sich in Richtung Buchenbrandschule öffnet und vielgestaltige zusätzliche Aktivitäten bei schönem Wetter erlaubt.

Kosten sind nicht aus dem Ruder gelaufen

Was die Finanzen des Großprojekts anbelangt, zeigte sich Verbandschef Peter Schelshorn sehr zufrieden damit, dass die Kosten nicht – wie in jüngster Zeit bei etlichen anderen Bauprojekten zu beobachten – aus dem Ruder gelaufen sind. Man verzeichne zwar eine Kostensteigerung von knapp fünf Prozent, bedingt vor allem durch teilweise höhere Materialkosten, aber auch aufgrund während der Bauphase noch hinzugekommener Sonderwünsche. Der Verbandsvorsitzende ist aber insbesondere froh darüber, dass sich dies nicht auf die Umlage für die einzelnen Verbandsgemeinden auswirkt. Diese liege nach wie vor unter der ursprünglich getroffenen Annahme.

Zu danken sei die finanziell zufriedenstellende Situation nicht zuletzt der guten Bauleitung und der insgesamt sehr harmonischen Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro, aber auch mit allen anderen Beteiligten, sagte Schelshorn und verwies auf den regelmäßig tagenden Bauausschuss, zu dem auch Vertreter von Schulen und Vereinen gehörten und der die allermeisten Beschlüsse einstimmig gefasst hatte.

Der Verbandsvorsitzende bedauerte, dass die Einweihungsfeier aufgrund der Corona-Situation nicht in einem größeren, dem Anlass angemessen Rahmen stattfinden kann. Geladen sind zum Festakt am Samstag, 26. Juni, um 15 Uhr lediglich rund 70 Personen, unter ihnen auch Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und Landrätin Marion Dammann. Moderiert wird die Veranstaltung von Hansy Vogt.

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