Schönau Schönau trauert um Richard Böhler

SB-Import-Eidos
Richard Böhler ist verstorben.                  Foto: Archiv

Schönau (vw). Richard Böhler ist am Samstag im Alter von 94 Jahren verstorben. In Schönau und weit darüber hinaus war er als prägende Gestalt bekannt. „Ein großer Schönauer ist gegangen“, sagt Bürgermeister Peter Schelshorn.

Richard Böhler war Bürgermeister der Gemeinde Utzenfeld, „Vater des Gemeindeverwaltungsverbandes“, Bürgermeister der Stadt Schönau und Kreisrat im Landkreis Lörrach. In all diesen Ämtern hat er bleibende Spuren hinterlassen.

Böhler war seit 1959 in seinem Heimatort Utzenfeld im Gemeinderat und von 1964 bis 1980 dort Bürgermeister. Die Geschicke der Stadt Schönau lenkte er von 1977 bis 1993 als Rathauschef, also bekleiderte er drei Jahre lang zwei Bürgermeisterämter gleichzeitig.

Bekannt war Böhler im Oberen Wiesental aber auch als einer der Gründungsväter des Gemeindeverwaltungsverbands Schönau, den er mit ins Leben gerufen hat und dessen Vorsitzender er von 1971 bis 1993 war. Dieser GVV war der erste seiner Art in Baden-Württemberg und ein großes Erfolgsmodell. Er sicherte kleineren Kommunen das eigenständige Überleben. „Jüngere können kaum ermessen, was du manchmal erdulden musstest und wie viel du geleistet hast“, betonte Peter Schelshorn anlässlich des Empfang des GVV zu Böhlers 90. Geburtstag, bei dem dieser sich ins goldene Buch der Stadt eintragen durfte. 1962 trat Richard Böhler in die CDU ein, von 1971 bis 1989 war er für die Union im Kreistag, dort auch einige Jahre Fraktionsvorsitzender und Stellvertreter des Landrats.

„Richard Böhler hat sehr viel bewegt und auf den Weg gebracht und die interkommunale Zusammenarbeit nach vorne gebracht, damit die Gemeinden selbstständig bleiben können“, sagt Schleshorn heute. „Er war eine große Persönlichkeit und hat sich mit Weitsicht, Engagement, und Zielstrebigkeit für die Interessen der Einwohner eingesetzt.“.

Im GVV seien unter ihm viele wichtige Projekte verwirklich worden, Schelshorn nennt etwa den Zentralfriedhof mit Aussegnungshalle, die Buchenbrandschule mit Buchenbrandhalle sowie die Zentralkläranlage in Wembach.

Neben all diesem großen politischen Engagement war Böhler auch in vielen anderen Bereichen aktiv. So war er unter anderem baden-württembergischer Landesverbandsvorsitzender für Leistungsprüfungen in der Tierzucht, Vorsitzender des Weide- und Landschaftspflegezweckverbands Südschwarzwald, Chorleiter des Männergesangvereins Utzenfeld und Präsident der Schönauer Stadtmusik, bei der er die Hochschwarzwälder Tracht einführte. Er zeigte sich stets heimatverbunden, und so war eine seiner ersten Amtshandlungen als Schönauer Bürgermeister, die Rücknahme der Abbruchgenehmigung für das Schönauer Klösterle.

Im väterlichen Betrieb in Utzenfeld erlernte Richard Böhler den Beruf des Schreiners, den er nach dem Krieg ab 1947 dann auch ausübte. 1955 machte er die Meisterprüfung. 1970 gab Böhler die gut gehende Schreinerei auf und schloss den Betrieb im Einvernehmen mit seinem Vater, um sich ganz der Kommunalpolitik zu widmen,

Im Jahr 1956 heiratete Richard Böhler Josefine Meczes; aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Im Privatleben war Böhler sowohl sportlich als auch musikalisch interessiert. Er spielte Trompete, Geige und Bratsche und machte früher auch Tanzmusik. Des Weiteren war er begeisterter Skirennläufer und Skispringer.

 Die Beisetzung von Richard Böhler ist am Samstag, 28. Januar, um 11 Uhr auf dem Friedhof Schönau. Ab dem heutigen Dienstag wird im Rathaus Schönau ein Kondolenzbuch ausliegen, dieses Buch wird auch vor der Beisetzung am Friedhof ausgelegt.

  • Bewertung
    1

Umfrage

Kampfjets

Nachdem die Bundesrepublik nun doch Kampfpanzer an die Ukraine liefert, werden erste Forderungen nach Kampfjets laut. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Ergebnis anzeigen
loading