Schönau „Schönau zeigt, wie es geht“

Schönau - Der Ausbau des Nahwärmenetzes durch die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) ist auch in den Sommerferien in vollem Gange, so dass die Bauarbeiten am Gymnasium vor Schulbeginn abgeschlossen sein werden. Dies teilen die EWS mit.

Aktuell wird an fünf Stellen gebaut: in der Talstraße, Kirchbühlstraße, Kirchgasse, Im Grün und in der Oberfeldstraße. Die Arbeiten liegen damit voll im Zeitplan.

Die Baustellen beim Amtsgericht in der Talstraße und beim Gymnasium in der Kirchgasse werden laut Pressemitteilung bis Anfang September fertiggestellt sein. Die Kirchbühlstraße werde bis Ende September weitestgehend wieder voll befahrbar sein. Einzelne Glasfaseranschlüsse würden jedoch noch bis Ende des Jahres gebaut werden. Die Inbetriebnahme der neuen Wärmenetztrassen ist laut EWS pünktlich zur Heizperiode im Oktober geplant.

Zuvor hatte der Ausbau des Nahwärmenetzes durch die parallele Arbeit von vier Baustellenkolonnen (statt einer) ab Juli zusätzlich Fahrt aufgenommen. Die Verstärkung des Baustellen-Teams ermögliche eine Beschleunigung der Bauarbeiten, führe aber gleichzeitig zu vorübergehenden Verkehrseinschränkungen, so die EWS. Umleitungen sind entsprechend dem Baufortschritt eingerichtet. Für die entstehenden Mehrwege bitten die EWS um Verständnis. „Leider lassen sich diese im Zuge der Tiefbauarbeiten nicht vermeiden, wobei versucht wird, die Einschränkungen möglichst gering zu halten“ Hausanschlüsse zu besonders günstigen Konditionen seien im Zuge der Bauarbeiten weiterhin möglich.

Ziel der aktuellen Arbeiten ist die Anbindung der neu entstehenden Heizzentrale der EWS beim Freibad an das Schönauer Wärmenetz. Die Trassierung vom Gymnasium bis zum Seniorenzentrum in Richtung Freibad bilde die Grundlage für das Erreichen dieses Meilensteins, so die EWS.

Die neue Heizzentrale am Freibad werde neben einem großen Pufferspeicher zum Ausgleich von Bedarfsschwankungen auch zwei neue Blockheizkraftwerke sowie einen Ausstellungsraum mit Informationen zum Schönauer Wärmeprojekt und der Wärmewende im Allgemeinen enthalten.

Im Jahr 2019 war mit der Inbetriebnahme der Wärmeeinspeisung der Firma Frank Bürsten bereits ein wichtiger Meilenstein erreicht worden. Seitdem konnten 376 000 kWh Wärme (dies entspricht einer Heizölmenge von rund 40 000 Liter) in das Wärmenetz Schönau eingespeist werden.

Geplant ist pro Jahr alleine aus den Holzabfällen der Bürstenproduktion 700 000 bis 900 000 kWh Wärme im Wärmenetz Schönau zu nutzen.

Zuvor hatte die Stadt Schönau seit mehr als zehn ein Wärmenetz auf der Basis von Holzhackschnitzeln und Erdgas betrieben, um Rathaus, Gymnasium und zwei weitere Gebäude zu versorgen. Die EWS beliefert indes seit vier Jahren das Schwimmbad und das Seniorenzentrum über eine Wärmeleitung.

Mit der Verbindung und Ausweitung der beiden Wärmenetze könnten die Potenziale für eine klimafreundliche Wärmeversorgung in Schönau sinnvoll erschlossen werden, so die EWS. Diese erweitern das Wärmenetz seit 2019 in Kooperation mit der Stadt Schönau kontinuierlich, um möglichst vielen Haushalten einen Hausanschluss zu ermöglichen. „Aktuell haben bereits 80 Haushalte diese Chance mit dem Abschluss einer Hausanschlussvereinbarung genutzt und erfüllen damit spielend die gesetzlichen Anforderungen für den Ersatz alter Heiztechnik“, so die EWS.

Der katholische Kindergarten und der Pfarrsaal beziehen bereits seit zwei Wochen Wärme, zwölf weitere Gebäude werden nach aktuellem Stand ebenfalls noch in diesem Jahr hinzukommen. Weitere Hausanschlüsse sind möglich.

Die Tiefbauarbeiten bieten die Chance, Synergien zu nutzen. So werden in Kooperation mit dem Zweckverband Breitbandversorgung gleichzeitig mit den Wärmeleitungen flächendeckend Glasfaserkabel mitverlegt, „die eine hochmoderne schnelle Internetanbindung sowie problemlose Telefon- und Fernsehversorgung garantieren“. Das Fazit der EWS: „Ob Klimaschutz oder Digitalisierung – Schönau zeigt, wie es geht.“

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