Schopfheim 2688 Tage Knastkastengrau beendet

Die Preisträger des diesjährigen Abiturjahrgangs am THG. Foto: Monika Weber

Schopfheim - Am Freitag konnten 109 Abiturienten des Theodor-Heuss-Gymnasiums ihre Abiturszeugnisse entgegennehmen. Gemeinsam mit den Familien wurde der Anlass in der voll besetzen Stadthalle gefeiert.

Simon Leisinger und Milena Villinger führten durch das Programm. Schulleiterin Claudia Tatsch hatte in ihrer Rede einige Ratschläge für die Schulabgänger im Gepäck. Dieser „große Tag“ verursache Gefühle zwischen Freude, dass es geschafft ist, und Wehmut, dass es vorbei ist, meinte sie. Mit den ersten Zeilen aus Kurt Tucholskys Gedicht „Aus!“ übertrug die Schulleiterin das eigentlich auf eine Beziehung zweier Menschen bezogene Gedicht auf die Situation des diesjährigen Abiturjahrgangs: „Einmal müssen zwei auseinandergehn, einmal will einer den andern nicht mehr verstehn – einmal gabelt sich jeder Weg.“ Es sei jetzt die Entscheidung jedes Einzelnen, ob mit dem in den letzten Jahren Gelernten etwas anfange oder es, wie beim Abi-streich demonstriert, als Papiermüll auskippe und entsorge. Praktische Hilfe für das „Loslassen“ gab es auch. Entrümpeln, Gewohnheiten überdenken, mit Freude und Stolz zurückschauen waren die Ratschläge, die die Schulleiterin den Abiturienten mit auf den Weg gab.

Und sie nannte diejenigen, die besonders gut abgeschnitten hatten. Luisa Lück und Florian Karle mit einem Notendurchschnitt von 1,2, Friederike Maß, Linnea Gehlert und Theodor Herzog mit 1,3, Gregor Gempler, Julian Rümmele und Moritz Nüske mit 1,4 und Valentina Zalbertus, Simon Leisinger und Jana Urschinger mit 1,5.

Die Poetry-Slammerin Linnea Gehlert hielt die Schülerrede, für die sie stürmischen Applaus erntete. Denn sie fasste das „kollektive Leiden, die Kämpfe um Motivation und Notenpunkte“ in schöne und oft auch humorvolle Worte. Was vor acht Jahren oder eben 384 Wochen oder 2688 Tagen begann, ende jetzt nach einer Menge Unterricht, Hausaufgaben, Tests, Klausuren, Präsentationen, aber auch Pausen und Klassenfahrten. Sogar die Herzschläge für diesen Zeitraum hatte sie ausgerechnet, 378 432 000 sollen es gewesen sein vom ersten Tag am THG bis zum Abschluss am Freitag. Das Gymnasium beschrieb sie mit dem Begriff Knastkastengrau. Das allmorgendliche Antreten, das Gefangensein in den Wirren von Interpretationen, Metaphern und Raumlabyrinthen mit episch vielfältigen Uniformen und Hofgängen zwischendurch machten die Parallelen offensichtlich.

Im Abifilm wurden die Abiturienten auf einem blauen Sofa in nicht ganz ernst gemeinten Interviews zu ihren Lieblingsfächern, ihrer Motivation, den besten Momenten und ihren Zukunftsplänen befragt. Auch ein paar Lehrer kamen zu Wort.

Auch musikalisch bewies der Jahrgang sein Können, mal klassisch mit Kontrabass, Bratsche und Geige, mal modern mit E-Gitarre gab es Beschwingtes und den Song „We will rock you“, bei dem die ganze Halle Rhythmus und Liedtext beisteuerte.

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