Schopfheim Absichtlich auf roten Faden verzichtet

Eröffnen heute die zehnte Saison mit Klassik im Krafft-Areal: die Pianistin und künstlerische Leiterin Andrea Kauten und der Geiger Kolja Lessing. Foto: Jürgen Scharf Foto: Markgräfler Tagblatt

Von Jürgen Scharf

Schopfheim. Auch in der zehnten Saison ist Mundpropaganda bei „Klassik im Krafft-Areal“ ein entscheidender Faktor für einen gut besuchten Saal. Denn die von der Annliese Benner-Krafft-Stiftung ins Leben gerufene Konzertreihe macht keine Werbung. Neben dem Stammpublikum kommen immer wieder neue Besucher, die davon gehört haben.

Die künstlerische Leiterin, die Pianistin Andrea Kauten, tritt heute, Samstag, 19 Uhr, bei einem Duoabend mit dem Geiger Kolja Lessing auf. Auf dem Programm des Saison-Eröffnungskonzertes stehen Sonaten von Mozart, César Franck und Paul Ben-Haim.

Kolja Lessing war schon öfter in der Fahrnauer Tonhalle zu Gast, einer von vielen Künstlern, die hier immer wieder gerne gastieren und die Atmosphäre der ehemaligen Fabrikhalle, die Nähe zum Publikum und das Gespräch bei einem Apéro schätzen.

Kauten empfindet die zehn Jahre als einen „Meilenstein“, dass sich die Reihe etabliert hat. Über einen solchen Zeitraum interessante Konzerte zu veranstalten, etwas aufzubauen, was auf Interesse stößt und Bestand hat, das ist eine Leistung. Mit durchschnittlich 100 Zuhörern ist der Besuch der Stiftungskonzerte sehr zufriedenstellend. Ein vorwiegend älteres Publikum wird von dem niveauvollen klassisch-romantischen Repertoire angesprochen.

Durch die neue Saison zieht sich kein roter Faden, kein spezielles Thema. Das gab es in Fahrnau noch nie; es sind Stand-up-Programme. Andrea Kauten hält weiterhin am traditionellen Konzept fest, macht keine Experimente mit zeitgenössischer Musik. Dafür wird die Tradition des Jazzkonzertes aufrecht erhalten.

Am 11. Juli wird zur nächsten Jazznacht mit dem Trio Vein und dem unterhaltsamen Gershwin-Programm „Vein plays Porgy and Bess“ eingeladen. Michael Arbenz (piano), Thomas Lähns (bass) und Gregor Hilbe (drums), soeben beim Jazzfestival in Schaffhausen aufgetreten, sind neu dabei und passen gut in die Reihe, denn sie kommen aus dem klassischen Sektor.

Nach der Sommerpause gibt es ein Wiederhören mit dem Sohn von Hermann Prey, dem Bariton Thomas Prey. Am Klavier begleitet von Thomas Schubert, singt er die Schumannsche „Dichterliebe“ (26. September). Obwohl Liederabende nicht ziehen, fände es Andrea Kauten schade, auf die subtile Gattung Lied zu verzichten, eigne sie sich doch als Kontrast zu Soloabenden oder als Pendant zu größeren Formationen wie Streichquartetten.

Dieses Jahr gibt es keinen Solo-Klavierabend von Kauten, dafür spielt sie des Öfteren bei ihren eingeladenen Gästen mit. So beim Trioabend mit Andrej Bielow (Violine) und Julian Arp (Cello) am 3. Oktober oder beim Klenke-Quartett, einem Ensemble von vier jungen Damen um die Geigerin Annegret Klenke, das bei Anton Dvorák zum Klavierquintett erweitert wird (21. November).

Dazwischen liegt ein Brahms-Abend mit dem bekannten Cellisten Martin Ostertag und weiteren Mitwirkenden wie Bruno Schneider, der das bekannte Horntrio von Johannes Brahms interpretiert (24. Oktober).

Anlässlich des Jubiläums haben sich die Mäzenin Karin Benner und die künstlerische Leiterin ein etwas größeres Ensemble gegönnt: das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim (5. Dezember). Andrea Kauten freut sich „riesig darauf, dass sie kommen“. Sie sitzt wieder selber am Flügel beim Konzert für Klavier und Streichorchester von Felix Mendelssohn.

Apropos Flügel: Seit dem Flügel-Einweihungskonzert 2006, das mitgeschnitten und auf CD veröffentlicht wurde, leistet der von der Stiftung angeschaffte große Steinway, ein klangvolles D-Modell, einen essentiellen Beitrag zu dieser Konzertreihe. So ein wunderbares Instrument – es war einmal der Lieblingsflügel des russischen Pianisten Grigory Sokolov – hat nicht jeder Veranstalter!

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