Schopfheim Diakonie als Partner gefragter denn je

Die neue Leiterin der Schopfheimer Geschäftsstelle des Diakonischen Werks, Sonja Steiger (rechts), und Karin Racke, Geschäftsführerin des Kreisverbandes Lörrach. Foto: Christoph Schennen

Schopfheim -  Das Diakonische Werk hat mit Sonja Steiger „eine ideale Nachfolgerin“ für Karin Racke gefunden. Diese ist seit dem 1. Juli 2020 als Geschäftsführerin des Diakonischen Werks in Lörrach tätig.

Sonja Steiger ist seit 1. Juli nicht nur Leiterin der Dienststelle Schopfheim, sondern auch Leiterin des Fachbereichs „Familie und Leben“. „Das ist bei uns üblich, dass die Geschäftsstellenleiter auch Leiter eines unserer Fachbereiche sind“, erklärt Racke. Zum Fachbereich „Familie und Leben“ gehören 20 Mitarbeiter.

Sie sind tätig in den Gebieten „Schwangerenberatung und Schwangerenkonfliktberatung“ und „Allgemeine Sozial- und Schuldnerberatung“ und in der Seniorenwohnanlage „Schärers Au“ ebenso wie im Mehrgenerationenhaus Schopfheim und bei der Tafel Schopfheim.

Sie vermitteln ferner Mutter-Kind-Kuren, betreuen das Projekt „Ohne Ballast im Alter“ oder organisieren den Besuchsdienst „Lichtblick“. Auch der ambulante Hospizdienst Schopfheim und Wiesental gehört zu Steigers Fachbereich.

Zu den Aufgaben der Dienststelle Schopfheim gehören weiterhin das ambulante betreute Wohnen und der Offene Treff für psychisch erkrankte Menschen sowie die Schulsozialarbeit an den Schopfheimer Schulen und die Schulkindbetreuung an der Dr. Max-Metzger-Schule.

Viele dürften Sonja Steiger bereits kennen, denn sie ist eine gebürtige Schopfheimerin. Sie war im Fachbereich Jugend und Familie (Landratsamt Lörrach) im Pflege- und Adoptivkinderdienst tätig, wo sie Pflegekinder begleitet und darauf geachtet hat, dass das Kindeswohl nicht beeinträchtigt wird.

2019 wechselte sie dann zum Diakonischen Werk, wo sie Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes wurde. Sehr nützlich für ihren neuen Job ist auch ihre Ausbildung zur Bankkauffrau, mit der sie ihre berufliche Karriere begann. Das Streben nach ständiger Geldvermehrung war für sie auf Dauer aber nicht zufriedenstellend, so dass sie sich entschied, in den sozialen Bereich zu wechseln.

„Aufgabe des Diakonischen Werks ist es, Menschen soziale Teilhabe zu ermöglichen“, erinnert Karin Racke. Das gilt auch für die, die sich am Rande der Gesellschaft befinden.

Das Diakonische Werk versorgt Bedürftige mit Nahrung (durch die Tafel), finanziellen Mitteln (Schuldnerberatung) und bietet Gemeinschaft und Wertschätzung (zum Beispiel Mehrgenerationenhaus). „Wir schicken niemanden weg“, betont Karin Racke. Wer einsam ist oder in Not, kann beim Diakonischen Werk Schopfheim anrufen und wird dann an die zuständige Stelle verwiesen. Alle Angebote bis auf das Wohnen in der Seniorenwohnanlage sind kostenlos. Das Diakonische Werk ist eine Einrichtung der evangelischen Kirche; beraten werden aber alle Menschen.

Sonja Steiger weist darauf hin, dass das Diakonische Werk nicht so erfolgreich wäre, wenn es nicht zahlreiche ehrenamtliche Helfer hätte. In Schopfheim und Umgebung sind es mehr als 100. „Es gibt in unserem Gebiet eine hohe Bereitschaft, sich zu engagieren“, sagt Racke. Positiv sei auch, so Racke, dass das Miteinander, die Zusammenarbeit der Mitarbeiter innerhalb des Diakonischen Werks, gut funktioniert.

Steiger weist darauf hin, dass die Arbeit nicht weniger wird. „Durch Corona haben sich die sozialen Problemlagen noch verstärkt und die Armut vergrößert“, sagt die 43-Jährige. Der soziale Zusammenhalt der Gesellschaft müsse nun gefördert werden. Das Diakonische Werk sei als starker Partner für Kommunen, Kirchen und andere Akteure gefragter denn je.

Trotzdem muss für Steiger auch Zeit bleiben für Mußestunden. In ihrer Freizeit singt sie im Pop- und Gospelchor „Resonance of Life“, wandert, joggt und tanzt gerne und fährt Mountainbike.

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