Schopfheim Altwerden hat viele Aspekte

Schopfheim - Gut aufgehoben und versorgt fühlten sich wohl die meisten Senioren, die „ihren“ ganz besonderen Tag am Samstag rund um die Stadthalle mit allen Sinnen genießen durften.

Der erste Seniorentag in der Stadt war einfach „der Hit“, wie ein zufriedenes Besucherpaar an einem der Tische resümierte, an denen die Vereine Dikome/Kamerun, der Arbeitskreis Integration, Kaleo, Gastronomen der Stadt, die Kirchengemeinden und die Sozialstation mit feinen Happen und Getränken für ein wenig Entspannung und Erholung nach ein paar spannenden Runden durch die Halle sorgten.

„Senioren und solche, die es werden sollen“, so die Leiterin des Seniorenbüros der Stadt und Organisatorin Dagmar Stettner schmunzelnd, „sind heute hier herzlich willkommen.“ Für sie beginne heute die Zukunft, sagte sie und versprach ihrer Klientel beim Erkundungsgang durch die Gassen vorbei an Infoständen, Präsentationen, zähnefletschenden Kabarettisten, Spiel- und Bastelstationen und beim Zuhörern bei Referaten über Themen wie „Übergang Arbeitsleben, Rente gestalten“, „Bildung im Alter“, „Pflege“ oder „Altenhilfeplanung des Landratsamtes“ Tipps zur Zukunftsgestaltung. „Altwerden und -sein hat viele Aspekte. Senioren haben viel Zeit, Gelassenheit, Kompetenzen und Erfahrungen“, stellte Stettner bei der Eröffnungsfeier fest und forderte ihre Zuhörer auf, „gemeinsam Schopfheim gestalten“ zu helfen.

Umrahmt wurde der Auftakt zu diesem Mammutunternehmen vom Auftritt der Bläserklasse der FES und Beiträgen des THG-Orchesters.

Schirmherr Bürgermeister Dirk Harscher erinnerte an die „immer wieder neuen Herausforderungen der Gesellschaft, die auch vor dem Wiesental nicht Halt machen.“ Immer älter werdende Bürger bleiben nach Beginn ihres Ruhestandes noch sehr lange aktiv. Das sei gut so. Nicht zuletzt deshalb habe sich die Stadt entschlossen, „diese wichtige Zielgruppe in den Fokus zu nehmen.“ Mit der Errichtung des Seniorenbüros wurde ein erster Schritt getan, sagte der Bürgermeister. Ein weiterer Schritt sei die Anfertigung des „Wegweisers für Senioren“ gewesen. Es müsse gelingen, eine Verbindung zwischen allen Altersgruppen herzustellen. Dazu sei eine gute Vernetzung wichtig. Es gelte allerdings, Menschen zu finden, welche bereit sind, sich gegenseitig zu helfen. In der Nachbarschaftshilfe beispielsweise könnten junge und alte Bürger stark voneinander profitieren. Die Stadt aber müsse die Sorgen und Nöte der Senioren kennen. Auch aus diesem Grund lege er größten Wert auf die Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Stadtseniorenrat und dem Behindertenbeirat.

Ganz oben auf der Agenda stehe derzeit neben der Sicherheit die Ärzteversorgung. Außerdem mache man sich Gedanken, wie die Pflegesituation verbessert werden könne. Vor allem im Bereich der Tagespflegeplätze bestehe großer Nachholbedarf. Ihm persönlich liege zudem daran, den älter werdenden Menschen ein vielseitiges Angebot an sinnvoller Freizeitbeschäftigung offerieren zu können. Und Harscher kam nach einem Appell, sich ehrenamtlich zu engagieren, zum Schluss: „Ich möchte das Gefühl vermitteln, dass man sich hier in Schopfheim wohlfühlt.“

Damit war Dirk Harscher aber noch nicht entlassen. Nach Grußworten vom Vertreter des Kreisseniorenrates Bernd Sevecke und der Vorsitzenden des Landesseniorenrates Nora Jordan-Weinberg wurde mit einigen verbliebenen Zuhörern – moderiert von Uwe Gerber – noch diskutiert über alle die Themen, die den Senioren teilweise seit vielen Jahren auf den Nägeln brennen und die im Grunde mit den Schlagworten „Barrierefreiheit“, „Sicherheit für Fußgänger“ und nicht zuletzt der um sich greifenden Verarmung vieler alter Menschen auf einen Nenner gebracht werden konnten.

Danach ging es wieder rund im Messebereich und im Kleinen Saal, wo Reinhold Fetscher einen ebenso gut gewürzten wie schmackhaften „satirischen Seniorenteller“ aus seinem Kabarettistenhut zauberte und seinen Gästen dabei herzhaftes „Lachen“ als beste Medizin mit auf den Weg über den „Marktplatz des Ehrenamtes“ und vorbei an einer Gesellschaftstanzfläche, am Lollipopchor, den Pfadfindern, am Rollstuhlparcours, der Schopfheimer Tafel, am Büchertisch, am Vogelhaus-Bastelstand der Gewerbeschule, dem DRK und den Besuchshunden des Malteserhilfsdienstes zurück ins Rentendasein gab.

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