Schopfheim „Das Ehrenamt mit einer Stelle fördern“

Im Tafelladen: Gemeinde- und Kreisratskandidat Felix Straub, Gemeinde- und Kreisratskandidat Sebastian Prigge, Stadtrat Jürgen Fremd, Stadträtin Alison Ehrmann, Vorsitzender Heinz Strütt, Vorsitzende Brigitte Leisinger, Ladenleiter Bernt Hasler und zweiter Vorsitzender Josef Brunner. Nicht auf dem Bild ist Gemeinderatskandidatin Wiltrud Straub-Goetz. Foto: zVg

Schopfheim - Die Grünen wollen eine Politik machen, die niemanden am Rande der Gesellschaft zurücklässt. Passend dazu hat sich der Ortsverband der Grünen mit Vertretern des Tafelladens getroffen. Zweiter Vorsitzender Brunner schilderte die Entstehungsgeschichte der Tafel.

Die beiden primären Ziele der Bewegung, gegen die Lebensmittelverschwendung einerseits und die finanzielle Entlastung bedürftiger Menschen andererseits anzugehen, wurden von den Gemeinderatskandidaten Sebastian Prigge und Wiltrud Straub-Goetz aus eigenen beruflichen Erfahrungen bestätigt.

Begegnung auf Augenhöhe

Weniger bewusst aber sei den Besuchern gewesen, dass es mehr als nur um das reine Einkaufen geht, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen. Der Tafelladen sei ein Begegnungsort, bei dem man sich auf Augenhöhe begegne, an dem soziale Kompetenzen gefordert und geübt werden, sowohl zwischen den berechtigten Nutzern untereinander als auch zwischen Mitarbeitern und Kunden, wie die erste Vorsitzende Brigitte Leisinger sagte.

Auf Nachfrage von Stadträtin Alison Ehrmann erzählte Ladenleiter Hasler ein paar Beispiele aus dem täglichen Geschäft. Beim Warten vor dem Laden sprechen die verschiedensten Kunden miteinander, im Laden herrscht ein respektvoller Umgang. Es wird großer Wert darauf gelegt, dass die Tafel offen und tolerant ist und es keinen Platz für Rassismus oder Diskriminierung gibt.

Da die Tafel auch für Schulpraktika, zur Ableistung von Sozialstunden und für den Einsatz vieler ehrenamtlich interessierter Menschen zur Verfügung steht, kommt der Ladenleitung und der Verwaltung eine erweiterte pädagogische Aufgabe zu.

Die Gemeinderäte Alison Ehrmann und Jürgen Fremd erkundigten sich nach den positiven Auswirkungen des vom Gemeinderat befürworteten Umzugs in die Mitte der Stadt. Die Menschen sind nicht mehr gezwungen, an den Rand der Stadt zu gehen.

Die Tafel Schopfheim hat rund 65 ehrenamtliche Mitarbeiter, davon um die 20 Fahrer der zwei Transportautos, die mit jeweils zwei Fahrern täglich unterwegs sind und in den Geschäften zwischen Steinen und Todtnau und bis in die Schweiz hinein Waren abholen oder an die Ausgabestellen in Wehr und Schönau liefern. Für die Zurüstung und Sortierung für den Verkauf in Schopfheim am Montag, Mittwoch und Freitag werden immer freiwillige Helfer gesucht.

Ein größeres Problem der Tafel ist, dass der Vorstand aus Altersgründen auf der Suche nach kompetenten Nachfolgern ist, wobei die Vorstandsgruppe betonte, wie erfüllend die Arbeit und das Engagement ist, aber auch die Verantwortung hervorhob, die man in ihrer Position trägt. Umso wichtiger war es für Felix Straub zu betonen, dass die Grünen das Ehrenamt fördern wollen, etwa durch die Entlastung von bürokratischer Arbeit durch eine finanziell von der Stadt geförderte Stelle.

Ein weiterer Punkt war die Parksituation für Ehrenamtliche, denn es gibt keine kostenlosen Möglichkeiten. So würden unnötig Steine in den Weg gelegt, heißt es in der Pressemitteilung der Grünen. Stadtrat Jürgen Fremd sagte zu, dass er sich dafür einsetzen wolle, dass Ehrenamtliche für Zeiten der freiwilligen Arbeit in der Tafel eventuell eine Parkkarte bekommen können.

Ohne Spenden geht gar nichts

Brigitte Leisinger betonte, dass die Tafel ohne regelmäßige Spenden innerhalb kürzester Zeit schließen müsste. Deswegen habe sie das Projekt der Tafelpaten ins Leben gerufen, die sich mit variablen, aber regelmäßigen Beträgen an der Arbeit der Tafel beteiligen können. Danach schauten sich alle Teilnehmer die Räumlichkeiten der Tafel an. Was den Grünen auffiel, waren die nur halb gefüllten Regale für länger haltbare Waren. Ladenleiter Hasler erklärte, generell seien die Lebensmittelspenden rückläufig, und gerade länger haltbare würden von den Läden nicht gespendet.

Felix Straub schlug daraufhin vor, häufiger an Samstagen auf dem Markt zu sammeln, wie es schon von Kirchen, Schulen und Vereinen an besonderen Festen und Tagen veranstaltet wird. Nach Vorankündigung könnten Marktbesucher eine Tasche mit Teigwaren, Reis und Dosenware abgeben nach dem Motto „Mit vollen Taschen ankommen und mit vollen Taschen gehen“.

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