Schopfheim - Mittags sieht man sie in der Stadt verteilt stehen: Jugendliche mit Döner, Pommes und anderem Fast Food, das schnell im Stehen heruntergeschlungen wird. Manche dieser Schüler aber sind kleine Gourmets, die nicht nur Ahnung vom Kochen haben, sondern auch Geschmack und Einfallsreichtum besitzen.

Jedenfalls konnten dies die Einstiegsklassen der Kaufmännischen Schule Schopfheim beim alljährlichen Kochprojekt unter Beweis stellen. Das gemeinsame Kochen wurde schon Wochen vorher Schritt für Schritt vorbereitet. Die Schüler hatten sich zu kleinen Gourmetgrüppchen zusammengefunden, Rezepte recherchiert, Einkaufslisten erstellt und zusammengetragen sowie Ablaufpläne für die mehrgängigen Gerichte verfasst.

Schüler finden in Gourmetgrüppchen zusammen

In den Klassen des Berufskollegs kamen die Schüler auf die Idee, mit den Gerichten unterschiedlichste Kulturräume zu repräsentieren, etwa durch die italienische, türkische oder badische Küche.

Die Schüler der BK1A-Klasse haben die Rezepte direkt in die Rezeptsammlung ihrer Übungsfirma Delicious GmbH eingepflegt. Diese Klasse und ihre gastronomischen Übungsfirma hatten vor Jahren auch den Startschuss für das gemeinschaftliche Kochprojekt gegeben, das mittlerweile auf einige Vollzeitklassen ausgeweitet wurde, da es nicht nur Spaß für die Schüler mit sich bringt, sondern auch Team- und Organisationsfähigkeit stärkt.

Nach der ganzen Vorbereitung übernahmen die Köche noch die Großeinkäufe mit knappem Budget, und dann stand das gemeinsame Brutzeln und Braten auch schon bevor: Dampfende Töpfe, geschäftiges Treiben und feine Düfte – die Schulküche der ehemaligen Mathilde -Planck-Schule lockte immer wieder neugierige Lehrer herbei, die nur zu gerne ihre Nasen in die Töpfe stecken wollten. „Ui, das sieht ja lecker aus!“

Denn an den Kochtagen zeigten die Schüler, wie echtes Slowfood in 90 Minuten punktgenau zubereitet wird. Und nicht nur das: Getreu dem Motto „Mediterrane Küche im Herbst“ waren die Tische penibel dekoriert und mit netten Ideen versehen, was auch die Lehrkräfte ziemlich beeindruckte: „Gute Idee, die umgedrehten Weingläser als Kerzenständer zu benutzen. Macht was her, sieht edel aus.“

Leckere italienische Gerichte

Und das Essen entpuppte sich als „fantastico“. Typisch italienische Bruschetta, Mozzarella im Speckmantel oder gratinierte Ofengerichte ließen allen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Und das alles ohne Noten und Wettbewerbsmanier mit Jury, sondern einfach „weil’s Bock macht“, mal außerhalb des kaufmännisch-wirtschaftlichen Schulalltags etwas Kreatives beziehungsweise Sinnliches miteinander zu gestalten.

„Da lernt man sich mal ganz anders kennen“, und „man muss sich auch aufeinander verlassen können“, sonst ist der Auflauf vielleicht schwarz oder der Mozzarella gleich zweimal gesalzen. Teamarbeit ist also gefragt. Und gutes Zeitmanagement, denn wer will nach eineinhalb Stunden halb gares Essen vorweisen oder ein flüssiges Cremedessert?

Nach anderthalb Stunden gab es Applaus, erleichtertes Aufatmen, und dann ging es ans Essen. An der bunt dekorierten Tafel, auf dem auch ein großer Kürbis grinste, herrschte seliges Kauen. Jeder durfte von jedem Gericht probieren, und allen schmeckte es in großer Runde ganz wunderbar. Da konnte der Döner gerne noch etwas warten. Bis morgen vielleicht.