Schopfheim - Die Friedrich-Ebert-Schule (FES) gehörte 2012 zu den ersten 34 Schulen im Land, die als Gemeinschaftsschule starten konnten. Wie die Schule jetzt zu bewerten ist, erläuterten Rektorin Claudia Droste-Acocella und Konrektor Günter Fischer dem SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger und SPD-Fraktionschef Artur Cremans.

Im vergangenen Schuljahr haben die ersten Klassen ihren Realschulabschluss gemacht - „einen guten Abschluss“, wie Fischer betonte. „Darunter waren auch Schüler, die diesen Abschluss an Schularten ohne die spezifischen Lernformen einer Gemeinschaftsschule nicht geschafft hätten.“

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Leistungsschule

Dennoch ist die FES in den Eingangsklassen von der Dreizügigkeit in die Zweizügigkeit gerutscht, heißt es in einer SPD-Pressemitteilung. „Wir müssen den Eltern das Vertrauen geben, dass die Gemeinschaftsschule eine Leistungsschule ist, an der ihre Kinder den Realschulabschluss machen und auch den Anschluss an die beruflichen Gymnasien schaffen können“, weiß Droste-Acocella. Die Stadt als Schulträger unterstütze die Schule sehr gut. „Für uns hat man bei der Stadt immer ein offenes Ohr“, so Droste-Acocella.

Dies bestätigte auch Artur Cremans: „Bei Gemeinderat wie Verwaltung haben unsere Schulen eine sehr hohe Priorität.“ Keine Frage sei es daher auch, dass der wachsende Bedarf aller Schularten an Schulsozialarbeit seitens der Stadt unterstützt wird. Umso mehr bedauert Stickelberger, dass sich „das Land aus der ursprünglichen Drittelfinanzierung der Schulsozialarbeit verabschiedet und seinen Finanzierungsanteil gedeckelt hat“.

Gute Unterstützung erhält Droste-Acocella indes von ihrem Konrektor und einem engagierten Kollegium: „Wir haben keine zugewiesenen Lehrer, sondern nur solche, die aus Überzeugung an einer Gemeinschaftsschule sind.“ Auch die Kooperation mit dem Schulamt bewertet die Rektorin positiv.

Sonderpädagogen fehlen

Die Lehrerversorgung sei gut, reiche aber grundsätzlich an allen Schulen nicht. Insbesondere fehlen wie überall im Land Sonderpädagogen. Die zunehmende Heterogenität der Schüler und deren zeitintensiver Unterstützungsbedarf stelle die Schule vor Herausforderungen. Sprachvorbereitungsklassen sind daher ebenso ein großes Thema wie die Vermittlung von Praktika für Schüler ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen, heißt es in der Mitteilung der SPD. „Schüler mit Sprachproblemen brauchen ein anderes Angebot – über Praktika können sie Erfolgserlebnisse über konkretes Handeln erleben“, so Droste-Acocella.

„Sie arbeiten hier mit viel Herzblut und Idealismus“, hielt Stickelberger fest. Dringenden Handlungsbedarf sieht Acocella bei den Rektorenstellen. „Zu viel Unterrichtsverpflichtung bei zu schlechter Bezahlung“, weiß auch Stickelberger. Er sieht darin auch die Ursache dafür, dass sich immer weniger Lehrer auf Schulleiterstellen bewerben: „Hier ist die grün-schwarze Landesregierung in der Pflicht.“

Als Sprecher der SPD-Fraktion für Digitalisierung interessierte sich der SPD-Abgeordnete besonders für die Ausstattung der Schule mit digitaler Infrastruktur. Auch hier sei die Stadt sehr aktiv, bestätigten Droste-Acocella und Cremans. Aber, so die Rektorin, „die Mittel reichen nicht aus, um die Schule auf den aktuellen Stand zu bringen“. Auch die personelle Betreuung funktioniere nur durch das große Engagement eines Kollegen über dessen Arbeitszeit hinaus. Stickelberger sieht hier nicht die Stadt, sondern das Land in der Pflicht.

Auf Unverständnis stößt bei ihm daher auch die Ablehnung der Bundesmittel für die digitale Ausstattung der Schulen durch die grün-schwarze Landesregierung.