Schopfheim Dicke Decke hat ihren Preis

Schopfheim - Noch ein Aufschlag: Die Umgestaltung des Sparkassen-Platzes im Zuge der Neubebauung auf dem Uehlin-Areal kostet die Stadt jetzt 800 000 Euro – das sind noch einmal 100 000 Euro mehr als zuletzt kalkuliert.

Diese Zahlen legte die Bauverwaltung dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung auf den Tisch. Die Finanzierung der Mehrkosten soll aus dem Budget des Fachbereichs selbst erfolgen – 35 000 Euro für den geplanten Hubschrauberplatz kann die Stadt vorerst einsparen, 65 000 Euro für die neue Brücke beim Golfplatz in Fahrnau-Fahrnau sind dieses Jahr noch nicht fällig.

Bernhard Karle vom städtischen Tiefbaumt begründete die Kostensteigerung vor allem mit technischen Anpassungen, die sich erst im Laufe der exakten Planung und der Bauarbeiten ergeben hätten.

Die ursprüngliche, grobe Kostenschätzung habe sich auf 460 000 Euro belaufen, erklärte er.

Während der Planung sei man indes übereingekommen, dass die Decke über der Tiefgarage unter dem Sparkassenplatz möglichst nicht zu durchbrechen sein soll und deshalb als „monolothisches Bauwerk“ auszuführen sei. Die Höhe der Betondecke habe sich somit von 35 auf 50 Zentimeter erhöht.

Weiter habe sich ergeben, dass zur benachbarten Treff-Tiefgarage eine Höhenanpassung erforderlich sei, weil die dortige Spindeldecke in Wahrheit nur sechs bis acht Zentimeter dick sei – viel dünner als angenommen.

Aufgrund dieser Höhenanpassungen habe sich eine erhebliche Mehrmenge an Baummaterial ergeben, außerdem seien zur Entwässerung des Platzes statt einer jetzt zwei Rinnen nötig.

In Anbetracht all dessen habe der Gemeinderat im Haushalt 2019 statt der ursprünglichen Marke von 500 000 schon 700 000 Euro für die Maßnahme genehmigt. Nach der jetzt erfolgten Ausschreibung summierten sich die Gesamtkosten für den Sparkassenplatz auch aufgrund der allgemeinen Preissteigerungen im Bausektor indes auf rund 800 000 Euro.

Am Ratstisch löste diese Nachricht naturgemäß wenig Freude aus. Artur Cremans (SPD) wunderte sich über die ungewöhnliche Höhenentwicklung bei der bestehenden Tiefgarage und wollte wissen, ob da planerisch alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Gegebenenfalls stelle sich sogar die Frage der Haftung.

Für Andreas Kiefer (Unabhängige) handelt es sich bei dem Sparkassenplatz „eigentlich um ein Privatprojekt“. In seinen Augen sollte die Stadt bei Vertragsverhandlungen am längeren Hebel sitzen. Insofern stelle sich schon die Frage, ob da „schlecht verhandelt“ worden sei.

Thomas Gsell (SPD) schlug mit Blick auf diese erneute Kostensteigerung bei einem großen Bauprojekt vor, künftig bei solchen Fällen von vornherein einen „gewissen Risiko-Zuschlag“ mit einzurechnen.

Der Gemeinderat stimmte der Nachfinanzierung der Maßnahme in Höhe von 100 000 Euro schließlich mit großer Mehrheit zu.

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