Schopfheim DRK steht nun auf eigenen Füßen

Leiten künftig die Geschicke des DRK Schopfheim gemeinsam: Vorsitzender Simon Redling (links) und sein neuer Stellvertreter Dieter Schwöble. Foto: Hans-Jürgen Hege

Schopfheim - Die außerordentliche Mitgliederversammlung des DRK-Ortsvereins am Samstag war durchaus auch „außergewöhnlich“. Für den Vorsitzenden Simon Redling war das Treffen im neuen Domizil am Lusring 3a nämlich vor allem ein „historisches Ereignis“ in der über 130-jährigen Geschichte eines der ältesten Ortsvereine des DRK-Landesverbands Baden.

Der Ortsverein hat sich abgenabelt, steht nun auf eigenen Füßen und ist in Zukunft nach dem noch notwendigen Eintrag ins Vereinsregister ein  ständiger Verein mit allen Rechten und Pflichten. Das Votum der Mitglieder war eindeutig. Allesamt folgten die Versammlungsteilnehmer dem Antrag der Vorstandschaft, nachdem sie zuvor der Satzungsänderung zugestimmt hatten, mit der DRK-Justiziar Albrecht Amann die Voraussetzung für die künftige Selbstständigkeit der Schopfheimer DRK-ler schuf.

Simon Redling fasste noch einmal die Gründe, die den Eintrag ins Vereinsregister erforderten, zusammen: „Wir sind seit Jahren auf der Suche nach einer adäquaten Bleibe für unsere Aktiven und für unseren Fuhrpark“, sagte er und verglich die Suche mit einer „Zugfahrt“ mit „vielen, vielen Weichen“, einer ganzen Reihe von „Prellböcken“, die den Zug bremsten oder gar zu Rückwärtsfahrten zwangen. Die Fahrt habe an kleinen, zu kleinen Bahnhöfen vorbeigeführt, bis schließlich die letzte Weiche in Richtung „Zielbahnhof Lusring“ gestellt werden konnte. Der wurde dank tatkräftiger Hilfe eines Vermieters, der dem DRK sehr zugetan sei, zu einer Unterkunft umgebaut, in der neben den Fahrzeugen auch Gemeinschafts- und Sozialräume Platz fanden. Der Ortsverein beschloss, das Anwesen, das verkehrsgünstig in der Nähe der B 317 liegt, anzumieten. Mitte April zogen die 34 aktiven Ersthelfer aus den Gebäuden der Hanfunion in der Belchenstraße um.

Nun aber fehlte noch Platz für die Gerätschaften, die bisher in der Käppelematt lagern. Und wieder kam dem DRK ein Zufall zu Hilfe. Oder das Glück der Tüchtigen? Im Gespräch mit Nachbarn stellte sich heraus, dass unmittelbar neben dem angemieteten Gebäude – nur durch eine Brandschutzwand getrennt – eine Halle zum Verkauf angeboten wurde.

Für das Vorstandsteam um Simon Redling gab es daraufhin keine lange Diskussion: der Kauf wurde beschlossen, auch wenn der Preis der Halle mit 230 000 Euro eine große Summe für den DRK darstellt. Der Kauf aber setzte voraus, dass der Ortsverein seine Rechtsform ändert. „Wir waren gezwungen, den Weg einzuschlagen, den wir mit Ihrer Hilfe und Ihrer heutigen Zustimmung künftig gehen wollen“, sagte der Vorsitzende, der leichtes Spiel hatte: Ohne Debatte hatte er die Versammlungsteilnehmer als Vertreter von insgesamt 1100 Mitgliedern auf seiner Seite. Der Kauf der Lagerhalle, in der neben Gerätschaften ein weiteres Fahrzeug untergebracht wird und die ebenfalls mit Sanitäranlagen ausgestattet ist, ist beschlossene Sache und kann wie geplant Ende September beurkundet werden.

„Sie haben bewiesen, dass Sie ein reger Verein sind, der mit dem Erwerb der Halle und mit der Anmietung dieses Gebäudes hier einen weiteren Meilenstein in seiner Geschichte schaffen konnte“, sagte Justiziar Albrecht Amann und beglückwünschte die Schopfheimer zu dem gelungenen Deal, mit dem fast schon eine Odyssee zu Ende ging.

Dazu mochte dann auch eine Änderung im Personalbestand passen, die sich Simon Redling bei der Gelegenheit ebenfalls absegnen ließ. Die Mitglieder votierten einstimmig für Dieter Schwöble, der ab sofort den aus privaten Gründen zurückgetretenen zweiten Vorsitzenden Tobias Kibgis ersetzt.

Mehrheitlich gewählt wurde als neuer Beisitzer Uwe Horschig. Und Melanie Hahn wird mit dem Segen der Mitglieder den Sozialdienst des Ortsvereins leiten, den Redling wieder ins Angebot des DRK integrieren möchte. Zur Kassenprüferin bestimmt wurde Esterina Ribeiro Dos Santos. Delegierter für die Kreisversammlung ist Kimi Herzog (Ersatzdelegierter: Jan Rilling).

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