Schopfheim Flotte Truppe – aber ganz ohne Lärm

Beim Besuch von gut zwei Dutzend E-Motorradfahrern in Kürnberg konnte Ortsvorsteher Peter Ulrich (in Blau mit Regenschirm) die Gäste um deren Chef Christian Jog (vorne, vierter von rechts) auch über die Probleme in diesem Teil des Südschwarzwaldes mit Motorradlärm informieren. Foto: Ralph Lacher

Schopfheim-Kürnberg - Die Probleme in den Höhen-Stadtteilen mit Motorradlärm und -unfällen sind bekannt. Durchgedrungen waren sie auch zu den Fans einer besonderen Motorrad-Variante, den Elektro-Motorrad-Enthusiasten von „Electrify Baden-Württemberg“ um den Vereinsvorsitzenden Christian Jog aus Stuttgart.

Der war mit rund zwei Dutzend Vereinskolleginnen und -kollegen am Samstag der Einladung der Schönauer „Stromrebellen“ von den EWS Elektrizitätswerken zum ersten „Electric Ride Schönau im Schwarzwald“ (ERS) gefolgt und machte dabei auch Station in Kürnberg - was wiederum Ortsvorsteher Peter Ulrich und dem motorradllärmgeplagten Dorf eine weitere mediale Aufmerksamkeit einbrachte. Nachmittags im SWR-Rundfunk, abends im SWR-Fernsehen, konnte Ulrich zur Problematik Stellung beziehen.

Gegen Mittag hatte der Ortsvorsteher im strömenden Regen und bei unangenehm niedrigen Temperaturen auf die E-Motorradtruppe gewartet. Die Fahrer hatten nach einem Frühstück in Schönau den Weg durchs Wiesental nach Schopfheim gesucht und gefunden, fuhren hinauf nach Kürnberg, wo sie beim Dorfladen unter dem Dach einer Scheune Halt machten.

Zum eigentlich geplanten Gespräch mit Kürnberger Bürgern kam es nicht, da war das Wetter wohl zu ungemütlich, meinte der gastgebende Ortsvorsteher wohl zu recht. So erläuterte Ulrich den E-Motorrad-Fahrenden, dass man in Kürnberg wie in vielen Dörfern im Südschwarzwald und im Wiesental durch Lärm von Motorrad-Touristen vor allem an den Wochenenden geplagt sei.

Nicht nur das, auch Raser, die Unfälle verursachen und damit die Rettungsdienste belasten, seien ein großes Problem, erzählte der Ortsvorsteher auch ins Mikrofon des SWR-Teams.

Christian Jog sagte dazu, dass E-Motorräder keinen Lärm verursachten, aber bei unsachgemäßem Umgang mit den E-getriebenen Maschinen durchaus auch Unfallgefahr bestehe. „Die Motorräder beschleunigen besser als Verbrenner“, erfuhr der Ortsvorsteher.

Allerdings seien E-Motorfahrer wohl eine etwas andere Art von Motorrad-Enthusiasten, meinte Peter Ulrich. Eher bewusste Verkehrsteilnehmer , die den Genuss von Landschaft und Ausblick wohl dem Rausch der Geschwindigkeit vorziehen.

Elektro-Mobilität könne dazu beitragen, Lärmemissionen zu reduzieren, nachhaltige Mobilitätskonzepte umzusetzen und damit die Lebensqualität aller zu erhöhen, fügte Christian Jog an. So könne es Motorradfahrenden gelingen, Engagement für die Umwelt und Rücksicht auf andere mit dem Vergnügen am eigenen Hobby sinnvoll zu verknüpfen lassen.

Dass dem so ist, sah man dann, als die E-Biker-Flotte nach der Kaffeepause im Dorfladen losfuhr: Flott, dem Ortsvorsteher und dem SWR-Kamera-Team zuwinkend, ging es auf die Rückfahrt nach Schönau zum letzten Etappenziel des „Electric Ride“, dem Firmensitz der EWS in Schönau, wo Vorstand Sebastian Sladek und Vertreter der Stadt Schönau die Biker begrüßten (wir berichten noch).

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