Schopfheim Für die „Stadt-Liebhaber“

Der Marktstand der Bürgerinitiative „Attraktive verkehrsfreie Innenstadt“ hatte einen regen Zulauf. Viele Passanten schauten die Simulation „Schopfheim 2025“ an, gaben Kommentare dazu ab und fragten, was Bürgermeister und Gemeinderat zu diesem Projekt sagen.

Schopfheim. Die Simulation sei doch sicher schon in einer Gemeinderatssitzung vorgeführt worden als Anregung und Ideengeber für eine moderne Stadtgestaltung. Viele Eltern und ältere Menschen wünschen sich einen autofreien Marktplatz schon wegen des dortigen Kindergartens und des Zugangs zur Kirche St.Michael. Und nahezu alle Marktkunden fordern laut Pressemitteilung der BI, die Hauptstraße als zusätzlichen Fußgängerbereich frei zu halten - mindestens an den Markttagen Samstag und Mittwoch.

Völlig unverständlich sei die „Blockade“ des Bürgermeisters und der Mehrzahl des Gemeinderates, zumal versprochen worden sei, dass mit der Fertigstellung der Nord- und Südumfahrung die Innenstadt mindestens verkehrsberuhigt, eventuell verkehrsfrei würde. Aber immer noch würden an die 7000 Autos durch die Innenstadt fahren. Kommentar einer Frau: „Wir gehen nach Lörrach einkaufen, weil uns in Schopfheim zu viele Autos stören. Wir würden gerne in Ruhe in Schopfheim einkaufen können“.

„Warum geht das nur in Schopfheim nicht?“, fragte ein Vater mit zwei Kindern. „Die Bevölkerung ist mit vielen Vorschlägen zur Innenstadtgestaltung, zu attraktiverem Einkaufen, zu einer ruhigeren und sauberen Stadt fortschrittlicher als die meisten da oben“, meinte ein älterer Herr zum vorgeführten virtuellen Spaziergang vom Bahnhof zum Rathaus und zurück zum Bahnhof. „Das Verhältnis von der Verwaltung und den meisten Gemeinderäten zur Bevölkerung ist in diesem Anliegen doch gestört“, machte sich eine alte Schopfheimerin Luft. Sie hoffte, dass sie wohlbehalten über die Hauptstraße kommt.

„Wir haben mindestens zwei Gruppierungen von Bürgerinnen und Bürgern“, so die BI dazu. „Die einen bewegen sich in der Stadt, kaufen hier ein und nehmen Dienstleistungen und gastronomische Angebote in Anspruch, sie nehmen tagsüber am Leben in der Stadt teil, reden miteinander und wollen einfach eine lebendigere Stadt.. Sie wollen mehr Lebensqualität, einkaufen ohne gehetzt und gefährdet zu werden, eine kommunikative Innenstadt mit Parkmöglichkeiten zum Beispiel in einem Parkdeck am Bahnhof. Die anderen fahren durch die Stadt, sind bestenfalls an den ’Sandkastenspielen’ an Wochenenden in der plötzlich problemlos gesperrten Innenstadt und wollen, dass alles so bleibt.“

Die Bürgerinitiative unterstütze mit Nachdruck die Stadt-Liebhaber, das Einkaufen als Erlebnis, die entsprechende Umgestaltung etlicher Gebäude für Dienstleistungsangebote wie VHS und konsequente Verkehrsberuhigung, heißt es in der Mitteilung.

Die BI bittet Verwaltung und Gemeinderat, sich um „die berechtigten Anliegen und Vorschläge der Bevölkerung“ zu kümmern. Die BI verstehe sich als deren Sprachrohr und plane weitere Aktionen.

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