Schopfheim Geldspritze fürs gute Klima

Markgräfler Tagblatt

Schluss mit der Energieverschwendung: Die Markgrafenstadt will ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten – und dies nicht nur bei ihren eigenen Gebäuden. Sie legt deshalb zum ersten Mal überhaupt ein Förderprogramm mit Zuschüssen für private Hauseigentümer auf.

Von Werner Müller

Schopfheim . „Die Förderung soll eine Motivation sein, am eigenen Haus energetisch etwas zu tun“, umschreibt Bertram Ludwig vom Gebäudemanagement der Stadt den Grundgedanken des Programms mit dem Titel „Energetische Sanierung“.

Es tritt am 1. Februar in Kraft, sofern der Gemeinderat in der nächsten Sitzung seinen Segen dazu gibt. Für Fördermaßnahmen stehen dann im Haushalt 40 000 Euro zur Verfügung.

Die Stadt hat sich im Rahmen des EEA-Prozesses (European Energy Award) verpflichtet, die Emissionen im Stadtgebiet zu reduzieren und den Energieverbrauch zu senken. Da scheint es buchstäblich noch viel (saubere) Luft nach oben zu geben, denn nach Erhebungen der Verwaltung stammen in Schopfheim fast zwei Drittel der Gebäude aus der Zeit vor der ersten Wärmeschutzverordnung von 1978, und auch zwei Drittel der Heizungen sind älter als 18 Jahre.

Da setzt die Stadt mit ihrem Förderprogramm denn auch den Hebel an. Es besteht aus drei „Bausteinen“.

Ganz am Anfang steht die Beratung vor Ort. Das ist nicht ganz unwichtig, denn viele Hauseigentümer scheuen sich, die bundesweiten Förder- und Beratungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen, wie Bertram Ludwig weiß.

Da springt die Stadtverwaltung in die Bresche. Ansprechpartnerin ist die EEA-Expertin Christine Griebel. Wer sich hier die ersten Informationen besorgt, bekommt einen Zuschuss für die von der Bundesregierung vorgeschriebene Energieberatung – das sind immerhin maximal 150 Euro für Ein- oder Zweifamilienhäuser oder 200 Euro für größere Wohnanlagen.

Der zweite Baustein betrifft die Wärmedämmung. Da winkt die Stadt mit Zuschüssen zwischen fünf und 20 Euro pro Quadtatmeter für die Isolierung von Außenwänden, Dachschrägen, Geschoss- und Kellerdecken und Fenstern. Die Höchstbeträge liegen bei 5000 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 10 000 Euro bei Mehrfamilienhäusern. Zusätzlich gibt es einen Bonus für natürlich Dämmmaterialien. von 1000 beziehungsweise 2000 Euro je nach Gebäudegröße.

Der dritte Baustein schließlich bezieht sich auf den Austausch alter Heizungsanlagen. Für eine moderne Heizung (Solarthermie, Holzzentralheizung, Wärmepumpe, Kraft-Wärme-Kopplung, Anschluss an ein Wärmenetz) gewährt die Stadt eine einmalige Pauschale von 500 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern, sowie 600 Euro für Gebäude mit drei Wohneinheiten. Für jede weitere Wohneinheit gibt es jeweils 100 Euro obendrauf – bis zu einem Höchstbetrag von 1100 Euro. Voraussetzung für diese Fördermöglichkeiten ist, dass der Hauseigentümer mindestens 5000 Euro in Wärmedämmung oder Heizungstausch investiert.

Bertram Ludwig ist denn auch „sehr zuversichtlich“, dass die Stadt die eingesetzten 40 000 Euro im Sinne des Klimaschutzes los wird. Bei der Summe habe man sich an den Erfahrungen aus anderen Städten orientiert, so Christine Griebel.

Damit die privaten Hausbesitzer anbeißen, will die Verwaltung die Werbetrommel rühren. Zusätzlich zu Informationen auf der Homepage und Pressemitteilungen sollen alle Haushalte eine Infobroschüre zum Förderprogramm erhalten. Außerdem will die Kommune so genannte Multiplikatoren wie Energieberater und Handwerke auf die Fördermöglichkeiten aufmerksam machen.

Förderprogramm „Energetische Sanierung“: Förderrichtlinien und Antragsformulare sind auf der Internetseite der Stadt sowie beim Gebäudemanagement erhältlich. Anträge sind einzureichen vom 1. Februar bis 30. April. Weitere Infos unter: www.schopfheim.de

Umfrage

Wladimir Putin

Der russische Präsident Wladimir Putin droht im Ukraine-Krieg mit dem Einsatz von Atomwaffen. Wie schätzen Sie die Aussage ein?

Ergebnis anzeigen
loading