Schopfheim „Gravierende Mängel in der Pflege“

Markgräfler Tagblatt, 15.02.2018 16:22 Uhr

Die Heimaufsicht des Landkreises Lörrach hat dem Pflegestift Dr. Max Picard den weiteren Betrieb „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ untersagt.

Schopfheim/Kreis Lörrach (wm). Der Betreiber, die ProCurand GmbH, beabsichtige nun, die Einrichtung zum 31. März zu schließen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Mitarbeiter, Bewurden am Donnerstagnachmittag vom Betreiber über diesen Schritt informiert.

In ihrer Anordnung zur Betriebsuntersagung verweist die Heimaufsicht auf „massive personelle Engpässe“ sowie unbesetzte Leitungspositionen, die zu weiteren strukturellen Probleme führten. So habe man seit November 2016 zum Teil „gravierende Mängel“ in der Medikamentengabe, der Grundpflege, der Behandlungspflege und der Dokumentation festgestellt.

Trotz mehrerer Überprüfungen und Auflagen durch das Landratsamt im Januar, März, Juni und November 2017 konnte die Heimaufsicht vor Ort keine strukturellen Verbesserungen der Personal- und Pflegesituation erkennen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Daher ordnete sie jetzt die Betriebsuntersagung an, da „gesetzliche Mindeststandards der Pflege wiederholt und dauerhaft nicht erfüllt“ wurden. Eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben der Bewohner besteht nach Kenntnis der Heimaufsicht aktuell nicht.

„Wir bedauern es, diesen drastischen Schritt gehen zu müssen“, so Michael Laßmann, Leiter des zuständigen Dezernats Recht, Ordnung und Gesundheit beim Landratsamt. „Der massive Fachkräftemangel in unserer Region stellt auch die Pflegeheime vor besondere Herausforderungen. Dafür haben wir Verständnis. Dennoch muss in den Einrichtungen eine sichere und angemessene Versorgung der Pflegebedürftigen gewährleistet sein“.

In Zusammenarbeit mit dem Betreiber habe die Behörde daher im vergangenen Jahr alles versucht, die strukturellen Probleme in den Griff zu bekommen. Zum Wohle der Bewohnerinnen und Bewohner sei die Entscheidung, das Pflegeheim nun zu schließen, aber „unumgänglich“, so Laßmann weiter.

Zurzeit befinden sich in dem Pflegeheim noch 49 Personen. Der Betreiber stehe nun in der Pflicht, den Bewohnern bis zur Schließung eine angemessene Alternative anzubieten.

Das Pflegestift geriet vor gut einem Jahr schon einmal in die Schlagzeilen, als die damalige Heimleiterin gehen musste, angeblich wegen „böser Streitereien“ mit den Mitarbeitern. Die Berliner Unternehmensgruppe betreibt nach eigenen Angaben bundesweit 27 pflegerische Einrichtungen. 2004 hatte GmbH das vormalige Pflegheim Haus Edelberg übernommen. Das Unternehmen selbst wollte zur behördlich verfügten Schließung nicht Stellung beziehen.

 
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