Schopfheim Im Beruf und privat immer Seite an Seite gestanden

Schopfheim - Der Name Adolph steht für eine handwerkliche Tradition - in aktuell achter Generation wird die Bäckerei-Konditorei in der Pflugkurve von Familie Adolph betrieben. Die siebte Generation, Gabriela und Hans-Georg, genannt „Mogg“ Adolph, feiert heute goldene Hochzeit.

„Jung gefreit, nie bereut“, so beschreiben die Adolphs ihre Ehe. Denn noch recht jung, mit 17 Jahren, er zwei Jahre älter, wurde am 25. November 1970 in Schopfheim geheiratet.

Hans-Georg Adolph, einer von zwei Buben der Bäckerfamilie Adolph, wurde 1951 in Schopfheim geboren. In Lörrach lernte er das Bäckerhandwerk. Danach kehrte „Mogg“ Adolph in den elterlichen Betrieb zurück - und lernte bei der Fasnacht im „Pflug“ die Höllsteinerin Gebriela Strütt kennen und lieben. Sie wurde 1953 in Höllstein geboren und lernte in einer Schopfheimer Metzgerei den Beruf der Metzgerei-Fachverkäuferin.

„Mogg war ein fescher junger Mann und ein lustiger, geselliger Kerl dazu“, erklärt Gabi Adolph  im Blick zurück die Gründe, weshalb sie und der Bäcker ein Paar wurden. Das war bei der Fasnacht 1968, und gut zwei Jahre später wurde geheiratet. Gleichzeitig stiegen die jungen Eheleute in die Bäckerei Adolph ein, übernahmen sie verantwortlich im Jahr 1980. Und führten sie bis zu einem Schlaganfall von „Mogg“ Adolph vor zwei Jahren.

Rund 50 Jahre lang nicht nur dort ein Ehepaar zu sein, sondern auch Seite an Seite ein kleines Unternehmen zu führen, sei zwar eine Herausforderung gewesen. „Das gemeinsame Arbeiten hat aber auch zusammengeschweißt.“ „Wir haben jeder dem anderen Freiraum gelassen und versucht, über den Berufsalltag hinaus viel gemeinsam zu unternehmen“, fügt Gabi Adolph an.

Vor allem feierten die Adolphs gerne mit Freunden und Bekannten, besonders gerne an Fasnacht. Hobbys hatte man wenige, dafür blieb dem Bäckerehepaar, das bald auch einen Sohn und eine Tochter hatte, kaum Zeit. Der Ehemann fuhr gerne im Winter Ski, im Sommer mit seiner Harley-Davidson.

Im Berufsalltag habe jeder sein Reich gehabt, sie den Laden und er die Backstube, erzählt Gabi Adolph. Ihr Steckenpferd war dazu die Dekoration von Gebäude und Laden - gerade in der bevorstehenden Adventszeit wird dies an der schmucken Fassade des aus dem Jahr 1664 stammenden Gebäudes deutlich.

Denn trotz der Tatsache, dass man nach dem Schlaganfall des Ehemanns vor zwei Jahren aus der Bäckerei ausziehen musste und nun barrierefrei in der Friedrich-Hecker-Straße lebt, arbeitet Gabi Adolph jeden Werktag von vier bis acht Uhr in der Früh in der Bäckerei - und dekoriert sie dabei wie all die Jahre und Jahrzehnte davor auch.

Auf die Frage, ob es ein „Rezept“ für eine lange, glückliche Ehe gibt, antworten die Adolphs übereinstimmend: „Aufeinander achten, Rücksicht nehmen und zuhören“.

„Wir würden alles wieder so machen, wie wir es gemacht haben“, sagt Gabi Adolph und freut sich darüber, dass man eine intakte Familie und einen großen Freundeskreis habe, der gerade in der schwierigen Zeit der Krankheit des Mannes, der seither an den Rollstuhl gefesselt ist, viel Kraft gegeben hat. Dass dazu Sohn Oliver, Konditormeister und bis zum Schlaganfall die „rechte Hand“ das Vaters in der Backstube, mit Ehefrau Nina dem Familienbetrieb übernommen hat, freut die Adolphs ebenso wie die Kontakte zur Tochter, die als Lehrerin tätig ist.

Die Adolphs hätten ihre goldene Hochzeit gerne am kommenden Samstag mit einem großen Fest gefeiert mit Tanz und viel Gemütlichkeit. Die Einladungen waren schon länger draußen, bis der erneute Lockdown kam und die Feierlichkeit unmöglich machte.

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