Schopfheim „Industrie 4.0 ist unser Thema“

Schopfheim - „Wir brauchen mehr Platz“: Wenn ETU-Geschäftsführer Jürgen Bläsi durch die jetzigen Produktions- und Büroräume seines Unternehmens in Gündenhausen schreitet, geht es trotz vieler provisorischer Erweiterungen überall eng zu.

Der Grund: Die Hallen können mit dem rasanten Wachstum der Firma schon lange nicht mehr mithalten. Das Unternehmen verzeichnete in den vergangenen Jahren Wachstumsraten im zweistelligen Bereich – und ein Ende ist nicht abzusehen. Der Umsatz dürfte dieses Jahr auf über acht Millionen Euro steigen, die Zahl der Mitarbeiter hat zwischenzeitlich die 70er Marke schon überschritten.

„Das ist ein massiver Sprung“, freut sich Jürgen Bläsi und verschwendet keinen Gedanken an Stillstand. Im Gegenteil: „Wir wollen weiter wachsen und zugleich unsere Geschäftsfelder vertiefen“, betont der Firmenchef, der das von seinem Vater Johannes Bläsi vor 30 Jahren gegründete Unternehmen in zweiter Generation leitet.

ETU ist Spezialist für elektronisch gesteuerte Automation und bietet Komplettlösungen für Prozess- und Fertigungstechnik in der Automobil-, Chemie-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie, in der Energie-, Medizin- und Umwelttechnik an. „Schaltkästen mit Steuerungstechnik für Anlagen und Maschinen sind unser Metier“, so Jürgen Bläsi.

Seit ein paar Jahren bewegt sich ETU mit großem Erfolg indes auch auf einem neuen Geschäftsfeld – dem Sondermaschinenbau inklusive Robotik. Dabei nehmen die Automatisierungstechniker aus Gündenhausen Planung und Fertigung bis hin zur Inbetriebnahme beim Kunden und den anschließenden Service komplett in die eigene Hand.

„Industrie 4.0 ist unser Thema“, erklärt Jürgen Bläsi und verweist nicht ohne Stolz darauf, dass ETU für viele Branchen somit das „Herzstück moderner Produktion“ beisteuern kann.

Der anhaltende Erfolg hat indes seinen Preis. Am jetzigen Standort beim ehemaligen Tafelladen ist die Betriebsfläche trotz mehrfacher An- und Erweiterungsbauten endgültig ausgereizt. Deshalb plant das Unternehmen ganz in der Nähe, im neuen Gewerbegebiet Lus-West, einen Neubau: Auf einer Fläche von über 6000 Quadratmetern sollen eine Produktionshalle für Steuerungstechnik und Sondermaschinenbau sowie ein Bürokomplex für Verwaltung und Planung mit insgesamt 2400 Quadratmetern entstehen. „Unterm Strich verdoppeln wir unsere Fläche“, so Jürgen Bläsi.

Mehr Platz für Planung und Produktion sind das eine, attraktivere Arbeitsplätze mit zeitgemäßen Sozialräumen für die Mitarbeiter sind das andere Ziel, das die Firma mit dem Neubau verfolgt.

Denn auch ETU muss – besonders im Montagebereich – um qualifizierte Fachkräfte kämpfen. Deshalb bildet das Unternehmen nach Kräften eigenen Nachwuchs aus. Derzeit sind es neun Elektroniker für Automatisierungstechnik.

„Das wird ein Riesending“, schwant Jürgen Bläsi beim Blick auf die Neubaupläne und verweist zugleich darauf, dass das Grundstück noch genügend „Spielraum“ für weitere Expansion lässt.

Lange Warten muss ETU auf den neuen Standort vermutlich nicht. Das bisherige Firmenareal ist bereits verkauft, das Gelände für den Neubau von der Stadt erworben und der Bauantrag schon eingereicht. Wenn es mit der Genehmigung klappt und die Stadt mit der derzeit laufenden Erschließung wie geplant vorankommt, will ETU am 14. März den Spatenstich und Ende dieses Jahre die Einweihung samt dem 30-jährigen Bestehen feiern.

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