Schopfheim Kirche wird zur ausgelassenen Feierzone

Markgräfler Tagblatt, 29.01.2018 02:09 Uhr

Von Anja Bertsch

Schopfheim-Fahrnau. Mit seinem mittlerweile dritten Gastspiel in der Fahrnauer Kirche „St. Agathe“ landete der mit seinen Konzerten eigentlich im Schweigmatter „Wildhouse“ beheimatete Bluesclub „Exbluesive“ am Freitag einen Volltreffer: Der US-Amerikanische Bluesgitarrist und -Sänger Shawn Holt brachte mit seinen „Teardrops“ aus Jimi „prime-time“ Smith (Gitarre/Gesang), Bassist Tyson Bell und Schlagzeuger Allen Kirk die Stimmung zum Kochen und verwandelte die Kirche zum Ende des Konzertes hin in eine ausgelassen betanzte Feierzone.

Damit darf das „Experiment“, als das Klaus Deuss von Exbluesive die Zwischenspiele im Kirchenraum von Agathen bei der Premiere des vergangenen Jahres noch bezeichnet hatte, wohl auch mit Blick auf Publikums als geglückt gelten. Die dank ausverkauftem Kirchenhaus bis in die Empore dicht gedrängten Zuhörer signalisierte vom ersten Ton an höchste Bereitschaft, sich begeistern zu lassen.

Mit der Gitarre bis in die oberen Gefilde der Kirchen-Empore

Shwan Holt und die „Teardrops“ wiederum, die der Bandlieder nach dessen Tod quasi von seinem Vater „Magic Slim“ übernommen hatte, wussten als eingespielte Kombo die richtigen Riffs und Rhythmen zu setzen, die den Publikumserwartungen an die Band als waschechte Vertreter des schwarzen Blues voll gerecht wurden. Das Repertoire reichte vom gelassen dahinstapfenden Oldschool-Blues mit sparsamer Gitarrenbegleitung, („I’ll take you back to Mississippi“, so Shwans Ankündigung) bis zu den mit jeder Menge Power und mit wechselnden Gitarresolo-parts gespielten Chicago-Blues-Nummern.

In ihrem Zusammenspiel vermittelten die Musiker bei aller routinierten Abgeklärtheit auch eine Menge Spielfreude: Die Musiker flachsten untereinander, bezogen aber auch das Publikum mit ins Geschehen ein und formten es schon auch mal zum leidenschaftlich mitsoulenden Backgroundchor.

Vor allem Bandleader Shwan Holt ging – im kleinen Kirchlein nicht weiter kompliziert – auf Tuchfühlung mit dem Publikum, tanzte mitsamt Gitarre zwischen den Zuhörern hindurch und zwängte sich dabei bis in die oberen Gefilde der Empore. War das offiziellen Konzert nach einem gut einstündigen Set schon vorbei, ließen sich die vier Musiker vom anhaltenden Applaus der Zuhörer dann doch nochmals auf die Bühne locken, um in einer ausgiebigen Zugabenrunde erst richtig Dampf unterm Kirchendach zu machen.